Trotz Waffenruhe Ukrainische Regierungssoldaten bei Gefechten mit Rebellen getötet

Im Ukrainekonflikt sind in den vergangenen vier Jahren 10.000 Menschen umgekommen. Auch jetzt meldet die ukrainische Regierung mehrere Tote. Ein unter deutscher Vermittlung ausgehandelter Friedensplan liegt auf Eis.

Ukrainischer Soldat in der Region Luhansk (Oktober 2016)
REUTERS

Ukrainischer Soldat in der Region Luhansk (Oktober 2016)


Im Osten der Ukraine sind trotz Waffenruhe fünf Regierungssoldaten bei Kämpfen mit prorussischen Separatisten getötet worden. Das teilte das ukrainische Verteidigungsministerium mit. Weitere sieben seien verletzt worden, sagte Militärsprecher Dmitri Guzuljak. Die Kämpfe in der Region Luhansk dauerten demnach fünf Stunden.

Prorussische Rebellen hätten versucht, "Beobachtungsposten zu übernehmen". Ein weiterer ukrainischer Soldat wurde laut Verteidigungsministerium an anderer Stelle in der Ostukraine durch Artilleriebeschuss getötet.

Mehr als 10.000 Menschen sind laut Uno in dem seit April 2014 andauernden Konflikt bisher getötet worden. Russland weist Vorwürfe zurück, die Rebellen auch mit Waffen zu unterstützen. Eine Reihe von Waffenstillstandsvereinbarungen wurde geschlossen, die zu einer Verringerung der Gewalt führten. Das Blutvergießen konnte dadurch bisher aber nicht vollständig beendet werden.

Im Video: Bürgerkrieg in der Ostukraine (SPIEGEL TV von 2014)

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Ein unter deutscher Vermittlung ausgehandelter Friedensplan liegt auf Eis. Seit Jahresbeginn starben rund 30 Zivilisten bei den Kampfhandlungen, knapp 140 wurden verletzt. Nach Angaben der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) war es dennoch der ruhigste Sommer in der Region seit Beginn des Konflikts.

Die Beobachtermission der OSZE appellierte an beide Seiten, sich an den vereinbarten Waffenstillstand zu halten. "Die Bewohner der Ostukraine brauchen ein Schweigen der Waffen", sagte Vizechef Alexander Hug. Die Feuerpause sei allein vergangene Woche mehr als 6000 Mal verletzt worden. Von kommendem Dienstag an soll anlässlich des Schulbeginns am 1. September eine neue Waffenruhe gelten.

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Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko erhob schwere Vorwürfe: "Die Russen versuchen, die Stellungen unserer Einheiten anzugreifen, wobei der Waffenstillstand verletzt wird", sagte er. Vertreter der Rebellen machten in Medien der Region Luhansk hingegen die ukrainische Armee für Verletzungen der Waffenstillstandsvereinbarung verantwortlich.

asa/dpa/AFP



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