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Konfrontation mit dem Westen: Moskau will Truppen in strategischen Gebieten verstärken

Präsident Putin mit Verteidigungsminister Schoigu (l.) und Generalstabschef Gerassimow (r., Archivbild): Moskau spricht von neuer westlicher Aggression Zur Großansicht
REUTERS/ RIA Novosti

Präsident Putin mit Verteidigungsminister Schoigu (l.) und Generalstabschef Gerassimow (r., Archivbild): Moskau spricht von neuer westlicher Aggression

Neues Säbelrasseln zwischen Russland und dem Westen: Moskaus Militärs sprechen von "Formen westlicher Aggression" - und wollen Truppen in strategischen Gebieten verstärken.

Moskau - Russland will seine Truppen in "strategischen Gebieten" verstärken. Das kündigte Verteidigungsminister Sergej Schoigu an. Der Schritt sei eine Antwort auf die militärisch-politische Situation, die Russland umgebe, sagte er laut der Agentur Tass. Welche Gebiete damit gemeint sind, ist bislang nicht bekannt.

Er werde nicht zulassen, dass irgendjemand militärisch die Oberhand über sein Land gewinne. Daher werde er die russischen Streitkräfte trotz der aktuellen wirtschaftlichen Probleme wie geplant aufrüsten und dafür sorgen, dass sie bis 2020 über die beabsichtigte Zahl moderner Waffensysteme verfügten.

Zugleich sagte der Generalstabschef der Russischen Streitkräfte, Walerij Gerassimow, das Militär lerne, sich gegen "neue Formen westlicher Aggression" zu wehren. Der Westen würde dafür politische und wirtschaftliche Maßnahmen sowie Informationstechnik nutzen.

Die Äußerungen verdeutlichen die aktuelle Konfrontation zwischen Moskau und dem Westen im Zuge der Ukraine-Krise.

Russlands Luftwaffe sorgte erst am Mittwoch für Ärger in Großbritannien: Militärflugzeuge kamen laut Angaben des Außenministeriums in London dem britischen Luftraum nahe und störten den zivilen Luftverkehr. Die Flugzeuge seien von britischen Kampfflugzeugen eskortiert worden. Wegen des Vorfalls sei am Donnerstag der russische Botschafter in London einbestellt worden.

Angesichts der Spannungen in der Ostukraine ließen Nato-Staaten im vergangenen Jahr hundertmal Kampfjets aufsteigen, um russische Flugzeuge abzufangen. Nach Angaben des Verteidigungsbündnisses gab es 2013 nur ein Drittel so viele Vorkommnisse.

Die Gefechte im Osten der Ukraine sind inzwischen so heftig wie seit Monaten nicht mehr. Dabei seien erneut fünf Soldaten getötet und mehr als 20 weitere verletzt worden, teilte der Sprecher des ukrainischen Generalstabs, Wladislaw Selesnjow, mit. Insgesamt würden rund 400 verletzte Soldaten in Krankenhäusern behandelt.

In der weißrussischen Hauptstadt Minsk ist für Freitag ein Treffen der Separatisten mit Vertretern der Ukraine unter Vermittlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) geplant. Auch ein Vertreter Russlands wird dort erwartet.

fab/dpa/Reuters

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 361 Beiträge
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1.
Immanuel_Goldstein 30.01.2015
Putins Kriegstreiberei ist in meinen Augen völlig absurd. Niemand beroht Russland und kein einziger Soldat aus westlichen Ländern steht auf russischem Boden, noch stünde irgendwer zum Einmarsch bereit. Russland ist nicht bedroht, schickt weiterhin illegal Truppen auf ukrainisches Staatsgebiet und provoziert andere Staaten durch Kampfflugzeuge. Es ist doch völlig eindeutig, wer hier der Aggressor ist.
2. Siehe Überschrift
Mister Stone 30.01.2015
Die USA tun das regelmäßig, schon seit Jahrzehnten. Provozierend wenn man will, auf jeden Fall um Stärke zu demonstrieren. Warum sollte Russland das nicht tun? Achso, ja, jetzt fällt es mir wieder ein. Putin ist ja der Böse...
3. Das ist eigentlich keine Meldung wert.
thunderstorm305 30.01.2015
Auf solche Reden muss man nicht viel geben. Es soll ausschließlich eine Drohkulisse aufgebaut werden, um für den eigenen Krieg in der Ostukraine frei Hand zu haben. Das war schon damals in Afghanistan so als zuerst getarnte Sowjet-Truppen in das Land einmarschiert sind. Der Westen hat auf die Annektion der Krim entsprechend reagiert und tut das aufgrund des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine ebenso. Es ist immer wieder interessant wie hier Ursache und Wirkung bis zur Unkenntlichkeit verdreht werden. Aber das war man schon zu Sowjet-Zeiten schon so gewohnt. Dumm nur dass Russland kein Monopol auf westliche Medien hat. Das gilt nur für Russland selbst.
4.
ohne_mich 30.01.2015
Man kann es ihnen kaum verübeln, bei den andauernden Provokationen seitens der NATO, der USA und der EU.
5. realistisch?
ttvtt 30.01.2015
glaubt denn putim wirklich, dass von der nato eine gefahr ausgeht. welche europäische wäre denn militärisch in der lage noch krieg zu führen. vor allen die großen länder deutschland, frankreich, polen haben aus ihrer geschichte gerlent und werden keinen kireg anfangen. russland scheint da leider nichts gelernt zu haben.
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