Truppenaufmarsch Nato streitet über Russlands Militärmacht an ukrainischer Grenze

Wie bedrohlich sind russische Streitkräfte an der Grenze zur Ukraine wirklich? Darüber gibt es nach SPIEGEL-Informationen Differenzen innerhalb der Nato. Nachrichtendienstler schätzen die Truppen längst nicht so schlagkräftig ein wie der Generalsekretär.

AFP

Brüssel - In der Nato gibt es unterschiedliche Einschätzungen über das Ausmaß der russischen Aufrüstung an der Grenze zur Ukraine und die Pläne von Russlands Präsident Wladimir Putin. Geheimdienste einzelner Mitgliedstaaten widersprechen nach Informationen des SPIEGEL Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen und Oberbefehlshaber Philip Breedlove.

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 17/2014
Vom Kinderkriegen in der zweiten Lebenshälfte

Rasmussen und Breedlove halten Moskau vor, rund 40.000 Soldaten an der Grenze zusammengezogen zu haben; sie warnen Putin vor einem Einmarsch in die Ostukraine.

Nachrichtendienstlern zufolge geht es dem russischen Präsidenten allerdings vor allem darum, Muskeln zu zeigen - eine sogenannte "show of force". Sowohl die Zusammensetzung der Truppen an der Grenze wie auch das dort stationierte Kriegsgerät seien "von der Sache her" für einen Großschlag "nicht geeignet", so ein Geheimdienstler. Ein beträchtlicher Teil des Geräts sei vielmehr schon vor Beginn des Konflikts vor Ort gewesen. Es fehle auch an logistischer Vorbereitung wie etwa einem Gefechtsführungszentrum.

Die Nato-Nachrichtendienstler bezweifeln zudem die offiziellen Angaben über die Zahl der stationierten Soldaten. Ihren Informationen nach hat Russland weniger als 30.000, möglicherweise sogar weniger als 20.000 Mann zusammengezogen. Truppenbewegungen erklärten sich zumindest teilweise aus einem Austausch der Soldaten, die seit Wochen bei nassem und kaltem Wetter unterwegs seien. Hinzu gekommen sei ein turnusmäßiger Wechsel der Wehrpflichtigen zum 1. April.

Für die Regierung in Kiew ist damit allerdings keine Entwarnung verbunden: Die Experten halten die ukrainischen Sicherheitskräfte und die Armee für sehr schwach und verweisen auf Jahrzehnte der Misswirtschaft. Im Osten des Landes sei der Anteil der prorussischen Kräfte in der Bevölkerung zudem so groß, dass Putin gar nicht einmarschieren müsse, um seinen Einfluss sicherzustellen.

Themen im neuen SPIEGEL
Was steht im neuen SPIEGEL? Das erfahren Sie im SPIEGEL-Brief - dem kostenlosen Newsletter der Redaktion.



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 58 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
stranger66 18.04.2014
1. Ich wette
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINEWie bedrohlich sind russische Streitkräfte an der Grenze zur Ukraine wirklich? Darüber gibt es nach SPIEGEL-Informationen Differenzen innerhalb der Nato. Nachrichtendienstler schätzen die Truppen längst nicht so schlagkräftig ein wie der Generalsekretär. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-nato-streitet-ueber-russlands-truppen-in-grenzregion-a-965028.html
wenn die NATO freundlich fragt werden die Russen bestimmt nix dagegen haben wenn Natooffiziere sich persönlich überzeugen. Ich muß schon sagen das die Russen, trotz feindlicher Drohungen und Sanktionen, sich freundlich verhalten.
mnmnmnm 18.04.2014
2.
Zitat von stranger66wenn die NATO freundlich fragt werden die Russen bestimmt nix dagegen haben wenn Natooffiziere sich persönlich überzeugen. Ich muß schon sagen das die Russen, trotz feindlicher Drohungen und Sanktionen, sich freundlich verhalten.
haben sie schon 2mal gemacht, mit den flugzeugen beobachtet lt. russ. erlaubnis noch vor wochen. papiere unterschrieben. möchten bloß nishts sagen.
MatthiasSchweiz 18.04.2014
3.
Die Russen machen einfach Druck, die USA machen auch Druck, die EU macht Druck... Schlussendlich müssten aber die Ukrainer selber aus dem Schlamassel rauskommen, aber mit dieser Regierung, die einfach ihr Ding durchziehen will und dabei keinen grossen Wert auf die Befindlichkeiten der Bevölkerung im Osten nimmt, wird das schwierig. Und selbst bei Neuwahlen werden schlussendlich nur wieder die alten Köpfe gewählt die sich an der Macht abgelöst haben, dazu kommen dann noch die Cliquen und Oligarchen im Hintergrund - etwas Neues aufzubauen ist schwierig und wird Zeit brauchen, so etwas geht leider nicht von Heute auf Morgen.
Gerixxx 18.04.2014
4. Danke für die Ehrlichkeit.(2.Versuch)
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINEWie bedrohlich sind russische Streitkräfte an der Grenze zur Ukraine wirklich? Darüber gibt es nach SPIEGEL-Informationen Differenzen innerhalb der Nato. Nachrichtendienstler schätzen die Truppen längst nicht so schlagkräftig ein wie der Generalsekretär. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-nato-streitet-ueber-russlands-truppen-in-grenzregion-a-965028.html
und die Veröffentlichung dieser Stimmen. Die Meinung der militärisch-politischen Eliten und Entscheidungsträger über diese Dinge kann über Krieg und Frieden entscheiden. Ich hoffe die Parallelen zum Irak sind zufällig. Was aber hat der "Westen" mit der Lancierung gegenteiliger Behauptungen und Übertreibungen dann eigentlich bezweckt ? Zufall kann es doch nicht gewesen sein - das wären politische Hazardeure, die sowas unüberlegt äußern.... Was also ist die Motivation gewesen ? Und inwiefern sollte das einer friedlich-konstruktiven Konfliktlösung dienlich gewesen sein ?
marxtutnot 18.04.2014
5. Ach so!
Nachdem der, russischer Propaganda eher unverdächtige, amerikanische Kanal CNN vor Tagen vor Ort recherchiert hatte und in einem Internet Video die Gegend,in der Satellitenaufnahmen. angebliche Massenaufmaerche der Russen bewiesen, zeigte,wachen vielleicht selbst einige NATO-Betongkoepfe auf. In der gezeigten Holzbaracke mit einem Geländefahrzeug muss ein fürchterliches Getränge geherrscht haben,bei Minimum 40000 Russen. Falls Europa die Situation überlebt,sollte in der europäischen Politik und der NATO Köpfe rollen(Rasmussen). Ein Hauch von Zweifel bei den KommisKöppen kann auf jeden Fall nicht schaden.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.