Ukraine Neue Straßenschlachten in Kiew

In Kiew ist es zu neuen Zusammenstößen zwischen Regierungsgegnern und Sicherheitskräften gekommen. Präsident Janukowitsch spricht von einer "Bedrohung fürs ganze Land". Die Justiz stuft die Auseinandersetzungen als "Staatsstreich" ein.

Demonstranten mit Waffen und Helmen: Neue Zusammenstöße mit Sicherheitskräften
REUTERS

Demonstranten mit Waffen und Helmen: Neue Zusammenstöße mit Sicherheitskräften


Kiew - Nach den heftigen Straßenschlachten in Kiew sind Hunderte radikale Regierungsgegner erneut gewaltsam gegen die Führung in der Ukraine vorgegangen. Mit Gasmasken vermummte Oppositionelle warfen auch am Montag Steine und Brandsätze auf Mitglieder der berüchtigten Polizeieinheit Berkut (Steinadler). Etwa 500 Gewaltbereite hielten nahe dem Regierungsviertel im Zentrum der ukrainischen Hauptstadt die Stellung, teilte die Kiewer Stadtverwaltung mit.

Der ukrainische Präsident Wiktor Janukowitsch bezeichnete die blutigen Straßenschlachten in Kiew als Gefahr für das ganze Land. "Krieg, Zerstörung und Gewalt ruinieren die Ukraine", hieß es in einer Mitteilung des Staatschefs. Er rief alle Bürger auf, gewaltlosen Kräften zu folgen. "Ich verstehe Ihre Teilnahme an Protesten und bin bereit, Ihren Standpunkt anzuhören und gemeinsam eine Lösung für Probleme zu finden", hieß es weiter.

Die monatelangen Proteste waren am Sonntag eskaliert. Bei den Straßenschlachten waren seit Sonntag insgesamt mehr als 200 Menschen verletzt worden. Die Ausschreitungen waren nach einer Massenkundgebung gegen die Verschärfung des Demonstrationsrechts und andere umstrittene Gesetze ausgebrochen.

Die inhaftierte Oppositionsführerin Julija Timoschenko zeigte sich in einer Mitteilung mit den gewaltbereiten Demonstranten solidarisch. "Wenn ich in Freiheit wäre, dann wäre ich bei Euch. Die Freiheit ist diesen Kampf wert", hieß es in dem Aufruf der Ex-Regierungschefin. "Außer Euch hat die Ukraine keine Verteidiger. Kämpft! Ihr seid Helden."

Die Führung um Janukowitsch bildete eine Kommission für einen Ausweg aus der Krise. Der Staatschef selbst wollte zunächst aber nicht an einem Treffen mit der Opposition teilnehmen. "Das ist nicht bloß Rowdytum. Das ist Landesverrat", teilte Generalstaatsanwalt Viktor Pschonka mit. Das Innenministerium drohte, die Polizisten dürften bei Gefahr für Leib und Leben ihre Schusswaffen einsetzen.

Hingegen forderte Oppositionspolitiker Vitali Klitschko alle Ukrainer auf, sich den friedlichen Protesten in der Hauptstadt anzuschließen. "Ihr werdet hier gebraucht, damit die Ukraine gewinnt und nicht Janukowitsch", sagte der Gegner des Präsidenten in einer Videoansprache.

fab/AFP/dpa



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insgesamt 43 Beiträge
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Wilder Eber 20.01.2014
1. Ukraine
Zitat von sysopREUTERSIn Kiew ist es zu neuen Zusammenstößen zwischen Regierungsgegnern und Sicherheitskräften gekommen. Präsident Janukowitsch spricht von einer "Bedrohung fürs ganze Land". Die Justiz stuft die Auseinandersetzungen als "Staatsstreich" ein. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-neue-strassenschlachten-in-kiew-a-944580.html
Ab nach Brüssel mit den Radalierern ! Dort können diese sich mal ansehen wie die EUdssr geführt wird. Gerade die Ukraine sollte wissen, was eine Zentralregierung über verschiedene Nationen bedeutet. Wie kann man nur etwas wollen, was man gerade wegen Untauglichkeit in die Geschichtsbücher entsorgt hat.
torsten66 20.01.2014
2. vielleicht
sollte auch der "Wilde Eber" akzeptieren, das es bei den gegenwärtigen Protesten schon lange nicht mehr um die Frage EU/nicht EU geht ? Und die Frage könnte man ja auch dder herrschenden Clique stellen ? Wie kann man ein Volk gegen alle Versprechen unter ein russisches Regime zurüxckzwingen wollen, das dieses Volk nach grossem Leiden gerade erst losgeworden ist. Damit verglichen ist das Europa Brüssels sicher sowas wie ein Rechtsstaatsparadies..grmlll
Wilder Eber 20.01.2014
3. Wachtumsmärkte
Zitat von torsten66sollte auch der "Wilde Eber" akzeptieren, das es bei den gegenwärtigen Protesten schon lange nicht mehr um die Frage EU/nicht EU geht ? Und die Frage könnte man ja auch dder herrschenden Clique stellen ? Wie kann man ein Volk gegen alle Versprechen unter ein russisches Regime zurüxckzwingen wollen, das dieses Volk nach grossem Leiden gerade erst losgeworden ist. Damit verglichen ist das Europa Brüssels sicher sowas wie ein Rechtsstaatsparadies..grmlll
Von dem Wachstum Russlands kann jeder, ich betone jeder, der EUdssr Staaten nur träumen, gleiches gilt für die Bodenschätze. Wenn die Ukraine mittelfristig Erfolg haben will, muss es sich dem Wachstumsmarkt Russland anschliessen.
angara 20.01.2014
4. Information sollte vor dem Kommentieren kommen!
Zitat von torsten66sollte auch der "Wilde Eber" akzeptieren, das es bei den gegenwärtigen Protesten schon lange nicht mehr um die Frage EU/nicht EU geht ? Und die Frage könnte man ja auch dder herrschenden Clique stellen ? Wie kann man ein Volk gegen alle Versprechen unter ein russisches Regime zurüxckzwingen wollen, das dieses Volk nach grossem Leiden gerade erst losgeworden ist. Damit verglichen ist das Europa Brüssels sicher sowas wie ein Rechtsstaatsparadies..grmlll
Wie gesagt: Informieren Sie sich, bevor Sie andere Belehren. _*Haben Sie vergessen, dass*_ 1) Klitschko schon mehrmals die Wahlen in Kiew verloren hat und nun meint er für die gesamte Ukraine zu sprechen und 2) Janukowitsch in vom Westen als "demokratisch" gelabelten Wahlen als "russlandfreundlicher" Präsident gewählt wurde und 3) die Partei Janukowitschs die letzten Parlamentswahlen gewonnen hat? Warum soll nun Ihrer Meinung nach der Wahlgewinner Janukowitsch die Politik des Wahlverlierers machen? Von welchem russischen Regime und von welchen Volk schreiben Sie hier? Von welchen Leiden schreiben Sie?
nichtlangschnacken 20.01.2014
5. Demonstranten????
... ist eigentlich mal jemand aufgefallen, dass es sich bei einem Teil der "gewaltbereiten" oder "prowestlichen" "Demonstranten" offenbar um organisierte Neonazis handelt? (siehe Bild 9 in diesem Artiekl von Sonntag: (http://www.spiegel.de/politik/ausland/pro-west-protest-krawalle-in-der-ukraine-klitschko-attackiert-a-944356.html): Keltenkreuz und "14/88" als Symbol auf dem Schild... Gibt es noch mehr Bilder von den "prowestlichen Demonstranten"?
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