Ukraine OSZE-Patrouille in Donezk beschossen

Die Spannungen in der Ostukraine verschärfen sich wieder: Bei Kämpfen mit prorussischen Separatisten sind offenbar fünf ukrainische Soldaten getötet worden. Auch eine OSZE-Mission wurde angegriffen.

Prorussischer Separatist vor Sowjet-Denkmal
DPA

Prorussischer Separatist vor Sowjet-Denkmal


Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat den Beschuss einer Beobachterpatrouille im Gebiet Donezk kritisiert. Die Gruppe sei am Freitag mit Handfeuerwaffen angegriffen worden, sagte Ertugrul Apakan, Chef der Beobachtermission. Niemand sei verletzt worden.

"Ich verurteile die Gewalt gegen Menschen und Ausrüstung, die helfen, objektive und unparteiische Informationen über die Lage in der Ukraine zu beschaffen", teilte Apakan mit. Konkrete Beschuldigungen machte er nicht.

Auch in anderen Teilen der Ostukraine kam es am Wochenende erneut zu Gefechten. Bei Kämpfen mit prorussischen Separatisten seien fünf ukrainische Soldaten getötet worden, sagte ein ukrainischer Militärvertreter am Sonntag. Vier weitere Soldaten seien in den vergangenen 24 Stunden verletzt worden. Es seien die zweitgrößten Verluste für die ukrainische Armee an einem einzelnen Tag seit Jahresbeginn gewesen.

Auch die Aufständischen berichteten von Angriffen der Armee. Die Separatisten im Gebiet Luhansk warfen dem Militär vor, ungeachtet des Minsker Friedensplans Kriegsgerät im Frontbereich zu verlegen.

"Derartige Angriffe auf die zivile, unbewaffnete Beobachtermissionen sind völlig inakzeptabel", sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier zu dem Angriff auf die OSZE-Patrouille. Deutschland hat dieses Jahr den OSZE-Vorsitz inne. Er forderte Sicherheitsgarantien für die Beobachter. Eigentlich gilt im Donbass eine Waffenruhe, die aber seit Monaten brüchig ist.

kry/dpa/AFP



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