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Ukraine-Krise: Poroschenko drängt Nato-Staaten zu Waffenlieferungen

Zurück bleiben nur Ruinen: Uglegorsk in der Nähe von Donezk Zur Großansicht
DPA

Zurück bleiben nur Ruinen: Uglegorsk in der Nähe von Donezk

Er brauche "eine starke Armee mit modernen Waffen": Der ukrainische Präsident Poroschenko fordert mehr Hilfe von den Nato-Staaten. Doch in den USA scheint die Debatte über Waffenlieferungen vorerst entschieden zu sein.

Washington - Lässt sich mit Waffen ein Waffenstillstand erzwingen? Seit Tagen wird diese Frage weltweit diskutiert. Für Ukraines Präsident Petro Poroschenko ist die Lage klar: Die Ukraine wolle Frieden. "Aber den Frieden muss man verteidigen, dazu brauchen wir eine starke Armee mit neuen modernen Waffen."

Die Eskalation des Konflikts in der Ukraine und die wachsende Zahl an zivilen Opfern müsse die Nato-Staaten dazu bewegen, noch mehr Unterstützung zu leisten, sagte Poroschenko der Zeitung "Die Welt". Unter anderem solle die Allianz "moderne Waffen zum Schutz und der Gegenwehr gegen den Aggressor" zur Verfügung stellen.

Doch in den USA scheint die Debatte über Waffenlieferungen an die Ukraine vorerst entschieden zu sein: US-Vizepräsident Joe Biden und ein Sprecher des Weißen Hauses haben bekräftigt, kein Kriegsgerät in die Ukraine schicken zu wollen.

"Wir haben von Beginn an gesagt, dass es für diese Krise keine militärische Lösung gibt", sagte Biden in einem schriftlichen Interview der "Süddeutschen Zeitung". "Wir haben kein Interesse an einer militärischen Eskalation und dringen darauf, dass das Gegenteil eintritt."

Der als künftiger US-Verteidigungsminister nominierte Ashton Carter hatte am Vortag gesagt, er unterstütze Waffenlieferungen: "Ich denke, wir müssen den Ukrainern helfen, sich selbst zu verteidigen."

Der Sprecher des Weißen Hauses wies Carters Äußerungen nun zurück. Entscheidungen über Waffenlieferungen würde stets Obama als Oberbefehlshaber treffen, und es sei unrealistisch zu erwarten, dass die USA genügend Waffen in die Ukraine liefern könnten, um das Land ebenbürtig mit Russland zu machen.

Die Bundesregierung lehnt Waffenlieferungen an die ukrainische Armee ab: Dies würde den Konflikt nur weiter verschärfen.

vet/dpa/Reuters

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 31 Beiträge
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1.
gympanse 05.02.2015
"Wir haben kein Interesse an einer militärischen Eskalation". Da sterben jeden Tag russische und ukrainische Soldaten, von der Zivilbevölkerung durch Beschuss mal ganz abgesehen. Ich sehe aber auch nicht, dass diplomatisch nur ein Schritt nach vorne gemacht wird. Außer hohlen Phrasen gibt es keinen Fortschritt im Kräftemessen. Die Bevölkerung die es ausbaden müssen tun mir leid.
2. Was der Tsipras alles bewirkt ...
exkoelner 05.02.2015
Man will sich die Waffen natürlich von der EU bezhalen lassen und die "kleinen" Ungereimtheiten, wer da wen angreift etc. würden bei einer weiteren Eskalation auch noch mit EU-Geldern sicher von Tsipras in einer sehr öffentlichen Form in Europa zur Sprache kommen, als bekennender Russland-Versteher ... ich mag die Griechen!
3.
Xany 05.02.2015
Er braucht anständig ausgestattete Schulen, ein Sozialsystem und einen geregelten öffentlichen Verkehr. Keine Bomben. Echt, die Prioritäten von diesen nationalisten sind das allerletze für unseren gemeinsamen verbleib auf diesem Planeten.
4. wer soll die bedienen
chatty1974 05.02.2015
bei der steigenden Zahl an Menschen die sich weigern diesen Krieg mit zu machen dürfte es auch schwierig werden Bedienpersonal zu finden. Wer soll die Waffen eigentlich bezahlen?
5. Das ist sogar den USA zu offensichtlich.
joepopes 05.02.2015
Verteidigungswaffen gibt es ja nicht wirklich. Was schießt und knallt, damit kann auch angegriffen werden. Zudem wird er auch nicht angegriffen. Um die wenigen linientreuen Soldaten effektiv zu gestalten, braucht er hochmoderne Waffen. Poroschenko schreit nach Geld, Waffen, Sanktionen und Strafaktionen. Unterstützung und Hilfe für all die leidenden Menschen, die scheint er nicht zu wollen, ist ihm offensichtlich egal. Zwei Sachen scheint er besonders gut zu können, fordern und lügen. So offensichtlich und direkt mögen die Amis da nicht unterstützen, das machen die normaler Weise lieber hinten rum, man weiß ja nie, wie sich das noch entwickelt. Mit Poroschenko wird es ein schlimmes Ende nehmen, ganz egal wie sich die Lage entwickelt. Irgendwann landet er beim Henker oder auf dem Opfertisch. Offiziell scheinen die USA nicht so gerne auf dem Plan zu stehen, dazu benutzen sie doch lieben europäische Lakaien. Bin aber sicher, auf die eine oder andere Art, wird sich Poroschenkos Armee modernisieren.
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(inklusive der Krim, die seit 2014 von Russland annektiert ist)

Bevölkerung: 45,363 Mio.

Hauptstadt: Kiew

Staatsoberhaupt:
Petro Poroschenko

Regierungschef: Volodymyr Hroisman

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