Ukraine Bombe soll Explosion an Gasleitung ausgelöst haben

Ein Sprengsatz soll unter der Leitung platziert worden sein: Laut ukrainischem Innenministerium hat eine Bombe für die Explosion an der Gas-Pipeline nach Europa gesorgt. Allerdings werden auch Zweifel an dieser Version laut.

DPA/ Ukrainian Emergency Service

Kiew - Die Hinweise auf einen Anschlag auf die Gasleitung in der Ukraine verdichten sich: Laut dem ukrainischen Innenminister Arsen Awakow hat eine Bombe die Explosion nahe der Pipeline ausgelöst. "Wir gehen davon aus, dass ein Sprengsatz unter einem Stützblock der Pipeline platziert wurde", sagte Awakow. Es habe zwei Detonationen gegeben.

Die genauen Umstände würden zurzeit untersucht, man gehe aber inzwischen nicht mehr davon aus, dass es sich um einen Unfall gehandelt haben könnte. "Seit Wochen", sagte Awakow, "gibt es Hinweise, dass der Ruf der Ukraine als Transitland beschädigt werden soll."

Zweifel an der Darstellung des ukrainischen Innenministers äußerte der Verwaltungschef der Region Poltawa, in der der Sprengsatz detoniert sein soll. "Seit zwei Jahren machen wir auf den technisch erbärmlichen Zustand dieser Pipeline aufmerksam", sagte Viktor Bugaitschuk. Statt Teile auszutauschen, habe der ukrainische Versorger Naftogaz die Leitung stets nur notdürftig repariert.

Bei der Explosion an der auch als "Transsibirische Pipeline" bekannten Urengoj-Pomari-Uschgorod-Leitung war niemand verletzt worden, die Pipeline wurde aber offenbar beschädigt. Augenzeugen sprachen von einer rund 200 Meter hohen Flamme, die aus dem Rohr geschossen sei. Das Feuer konnte nach zwei Stunden gelöscht werden.

Die Detonation ereignete sich in einem Gebiet, das bislang nicht von den Zusammenstößen zwischen ukrainischer Regierung und prorussischen Separatisten betroffen war.

Die Gaslieferungen nach Europa sind laut dem Pipeline-Betreiber nicht betroffen, die Exporte sollen über eine parallele Leitung weiterlaufen. Das Feuer sei nach zwei Stunden gelöscht worden.

Die Ukraine ist für die Europäische Union eines der wichtigsten Transitländer für Erdgas aus Russland. Moskau hatte Kiew Anfang der Woche den Gashahn zugedreht und will das Nachbarland fortan nur noch gegen Vorkasse beliefern. Verhandlungen zwischen den Nachbarländern über ausstehende Rechnungen und den künftigen Gaspreis waren zuvor gescheitert. Der russische Staatskonzern Gazprom hatte daraufhin vor "möglichen Störungen" bei den Gaslieferungen in die EU gewarnt.

kes/AP/Reuters



insgesamt 31 Beiträge
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the_secret62 18.06.2014
1. War das uns allen nicht schon klar?
Vor einigen Wochen hat doch der rechte Sektor angekündigt, dass sie Sprengungen an den pipelines vornehmen werden. Und siehe da, einen Tag nach der versuchten Erpressung der Ukraine, Gazprom und Russland in die Knie zu zwingen und die den Hahn zudrehen, passiert schwups die wups ein Unfall? Verschwörung? Weeeeeit gefehlt!!!
Beeblebrox 18.06.2014
2. Gas gegen Vorkasse
Warum stellen unsere Medien Gazprom derzeit als bösen Erpresser hin der die arme Ukraine nicht mehr umsonst beliefern will? In Deutschland ist es auch an der Tagesordnung das zahlungsunfähigen Menschen von den Stadtwerken Strom und Gas abgestellt werden, da regt sich auch keiner drüber auf.
genugistgenug 18.06.2014
3. schnell
Zitat von sysopDPA/ Ukrainian Emergency ServiceEs war offenbar kein Unfall: Laut ukrainischem Innenministerium hat eine Bombe für die Explosion an der Gas-Pipeline nach Europa gesorgt. Ein Sprengsatz soll unter der Leitung platziert worden sein. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-pipeline-explosion-laut-innenminister-von-bombe-verursacht-a-975849.html
das ging aber schnell und ist logisch - denn wieso sollen andere Länder Gas kriegen wenn die Ukraine nichts kriegt. Bald wird noch ein Zuschlag zum Gaspreis wegen Sicherungskosten der Pipelines verlangt. Und dazu neue Pipelines geplant (natürlich mit Steuerzuschüssen) um eine Direktlieferung zu kriegen.
sysiphus-neu 18.06.2014
4. Der Russe war es!
Wetten, dass demnächst Kiew mit glasklaren Beweisen um die Ecke kommt, dass Putin persönlich dahinter steckt? Die Russen sind sowieso immer schuld, egal was in der Ukraine passiert. Jetzt wird aber wirklich die nächste Stufe an Sanktionen fällig - zumal die russische Armee immer noch nicht bis hinter den Ural zurückgezogen wurde! Die US-Regierung zeigt sich darüber tief besorgt und spricht von einer verantwortungslosen Provokation, die mit einer sofortigen Aufstockung der europäischen Rüstungshaushalte beantwortet werden muss. Ja so ist er, der Russe - erst verlangt er Geld für sein Gas und wenn er das nicht kriegt, sprengt er die Leitung...
ihawk 18.06.2014
5. Ursache und Wirkung
Wer hat das größte Interesse die Gasversorgung nach Europa zu gefährden? Ich denke, es lohnt sich nach Westen zu blicken.
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