Festgehaltene OSZE-Männer Geiselnehmer in Ostukraine verspricht schnelle Freilassung

Eine Freilassung der OSZE-Geiseln ohne Austausch gegen andere Gefangene - das bietet überraschend Slowjansks selbsternannter Bürgermeister Ponomarjow an. Auch Wladimir Putin deutet an, die festgesetzten Männer könnten die Ukraine bald verlassen.

Slowjansks Bürgermeister Ponomarjow: Freilassung der Geiseln möglich
AP/dpa

Slowjansks Bürgermeister Ponomarjow: Freilassung der Geiseln möglich


Slowjansk - Die im Osten der Ukraine festgehaltenen Militärbeobachter könnten bald freikommen. "Es sieht danach aus, dass es eine baldige Freilassung geben kann, ohne einen Geiselaustausch", sagte der selbsternannte Bürgermeister der Stadt Slowjansk, Wjatscheslaw Ponomarjow, der "Bild"-Zeitung. Ponomarjow hatte die Geiseln zuvor der Öffentlichkeit präsentiert.

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Heft 18/2014
Der ukrainische Flächenbrand

Russlands Präsident Wladimir Putin äußerte konkret die Hoffnung, dass die auch aus Deutschland stammenden Militärs freikommen. Er setze darauf, dass die Ausländer die Region ungehindert verlassen können, sagte Putin nach Angaben der Agentur Interfax. Moskau hat wiederholt betont, keinen Einfluss auf die prorussischen Separatisten zu haben.

Der Kreml-Chef kritisierte die ukrainische Regierung dafür, dass sie die westlichen Militärs ins Land geholt habe. Darüber habe er auch bei seinem Treffen mit Altbundeskanzler Gerhard Schröder am Montag in St. Petersburg gesprochen, betonte Putin.

Die Separatisten hatten die unbewaffneten Beobachter am vergangenen Freitag festgesetzt und mehrfach betont, mit der Gruppe inhaftierte Gesinnungsgenossen freipressen zu wollen. Der Separatistensprecher Igor Strelkow sagte dem russischen TV-Sender Rossija-24 am Dienstagabend: "Bisher gab es keinen Versuch der Regierung in Kiew, mit uns Verhandlungen über die Gefangenen zu beginnen." In der Region Slowjansk festgehalten werden drei Bundeswehroffiziere und ein deutscher Dolmetscher sowie je ein militärischer Beobachter aus Tschechien, Dänemark und Polen.

Der ukrainische Interimspräsident Alexander Turtschinow warf den Sicherheitskräften im Osten des Landes Versagen vor. "Ordnungshüter, die die Ukraine verraten haben und mit den Terroristen zusammenarbeiten, werden zur Verantwortung gezogen", drohte Turtschinow in einer TV-Ansprache. Unbehelligt von ukrainischen Sicherheitskräften hatten Separatisten am Dienstag auch die Gebietsverwaltung der östlichsten Großstadt Luhansk eingenommen.

Am Abend gelang es ukrainischen Polizisten in einer sogenannten Anti-Terror-Aktion, zwei Straßensperren der prorussischen Kräfte im Landkreis Slowjansk zu räumen. Dies teilte das Innenministerium in Kiew nach Angaben der Agentur Interfax mit.

Nato hat keine Informationen über russischen Abzug

Die Nato sieht trotz Ankündigungen aus Moskau keine Hinweise auf einen russischen Truppenrückzug von der Grenze zur Ukraine. Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu hatte während eines Telefonats mit seinem US-Kollegen Chuck Hagel gesagt, die Truppen seien abgezogen worden. Grund dafür sei die Beteuerung aus Kiew gewesen, die ukrainische Armee "nicht gegen unbewaffnete Zivilisten" im Osten des Landes einzusetzen.

Ein Nato-Diplomat sagte jedoch, derzeit gebe es keine Informationen, "die auf einen Abzug russischer Truppen von der ukrainischen Grenze hindeuten". Das Bündnis fordere Russland "weiterhin auf, gemäß der Vereinbarung von Genf zugunsten von Diplomatie und Dialog alle Truppen entlang der ukrainischen Grenze abzuziehen". Die Nato hatte am 10. April Satellitenbilder aus dem Grenzgebiet veröffentlicht und von 35.000 bis 40.000 dort stationierten russischen Soldaten gesprochen.

Der Westen wirft Russland vor, sich einer Umsetzung der Genfer Vereinbarungen zu verweigern und die Krise in der Ukraine anzufachen. Die Europäische Union und die USA hatten daher am Montag eine Ausweitung der bislang verhängten Strafmaßnahmen beschlossen. In Genf waren unter Beteiligung Russlands die Bedingungen für eine Lösung des Konflikts ausgehandelt worden.

Putin kritisierte die Sanktionen der USA und der EU gegen Moskau. Der Westen habe sich in der Ukraine die "Suppe selbst eingebrockt" und suche jetzt "jemanden, der sie auslöffelt", sagte er in Minsk. Für direkte Sanktionen Russlands gegen den Westen als Reaktion auf die Strafmaßnahmen der EU und der USA sehe er keinen Anlass. Aber die Führung in Moskau müsse über die Rolle von westlichen Unternehmen in Schlüsselbranchen der russischen Wirtschaft nachdenken.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) verteidigte dagegen die Strafmaßnahmen gegen die russische Führung. Russland habe kein Recht, sich in die Entscheidungen der Ukraine einzumischen, sagte sie bei einer Europawahlkampf-Veranstaltung in Bremerhaven. "Die Ukraine ist ein freies Land." Die Menschen dort müssten sich frei entscheiden können, wie sie leben wollten.

ade/dpa

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insgesamt 34 Beiträge
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Seite 1
Hari Seldon 30.04.2014
1.
Zitat von sysopAP/dpaEine Freilassung der OSZE-Geiseln ohne Austausch gegen andere Gefangene - das bietet überraschend Slowjansks selbsternannter Bürgermeister Ponomarjow an. Auch Wladimir Putin deutet an, die festgesetzten Männer könnten die Ukraine bald verlassen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-ponomarjow-und-putin-deuten-freilassung-der-osze-geiseln-an-a-966882.html
Das klang in Genf ganz anders. Da sollten sogar die Oppositionellen, nein "Separatisten", äh "Terroristen" Straffreiheit bekommen. .......... Ach auf Wahlkampf ist Frau Merkel. ""Die Ukraine ist ein freies Land." Die Menschen dort müssten sich frei entscheiden können, wie sie leben wollten." Hat sie wriklich neulich gesagt, Putin lebe in einer anderen Welt? Um was geht es denn in der Ukraine? Ich dachte, die streiten sich, weil sie unterschiedliche Vorstellungen davon haben. Pathetic.
cxcx386 30.04.2014
2.
Nah sieh mal einer an. Obama und Mutti reden sich bei Putin den Mund fusslig und blitzen immer wieder ab. Gas Gerd schmeißt mit Putin ne Party, wird dafür öffentlich zerissen, aber auf einmal kommt Bewegung rein. Vor allem da sich Putin selbst dazu äussert legt nahe das bei ihm ein Umdenken stattfinden könnte. Ich kann förmlich unsere Volksverkäufer aufstampfen sehen wie ein kleines Gör dem man den Lolli weggeschnappt hat, und das Silberrücken Männchen in Washington muss toben vor Wut... Wie gesagt, wenn diese Annahme stimmt das Gerdi Boy was ins Rollen gebracht hat. Aber die Ereignisse deuten zumindest in diese Richtung. Sollte es sich bewahrheiten stehen Mutti und Co. ganz schön blöd da, und zwar zurecht, ein Loch buddeln und vor Scham drin versinken sollten sie, aber selbst dazu fehlt ihnen wahrscheinlich das Rückgrad. Ausser sich selbst mehr Gehalt zu gönnen haben diese Hansel bis jetzt noch nix auf die Kette bekommen.
Ausfriedenau 30.04.2014
3. Vernunft
Wenn 2 vernünftige Menschen gemeinsame eine Sache lösen wollen, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass auch eine vernünftige Lösung herauskommt. Das Verhalten des Westens war dagegen bisher nicht vernunftgeleitet, sondern zielte auf Demütigung Russlands. Eine Weltmacht zu demütigen, von der Deutschland auch noch abhängig ist, geht gar nicht!
cbrick 30.04.2014
4. Bei gesundem Menschenverstand ...
... und einfacher Mathematik ergibt sich beim Zusammenzählen einzelner Gedankenschnipsel folgendes: 1) Die beiden guten Freunde Putin und Schröder treffen sich zum Geburtstagfeiern in St. Pestersburg, 2) Es wird nicht nur Krimsekt getrunken sondern auch über "diverse Dinge" gesprochen, wer ausser den gestrigen "Schreihälsen" sollte anderes annehmen 3) Freunde können sich zuweilen ja gute Ratschläge geben 4) Putin signalisiert, dass eine bedingungslose Freilassung möglich ist, 5) Der Separatistenfürer scheint der Ansicht zu folgen. Wenn die Geburtstagsfeier tatsächlich auch für ein beratendes Gespräch unter den beiden Freunden genutzt wurde, dann ist "Schnauze halten" angesagt und die Einsicht auf eine Diplomatie unter Freunden.
terminator_666 30.04.2014
5. Der Krieg geht weiter
Putin lügt über den Abzug seiner Truppen von der ukrainischen Grenze. Und er lässt weiter die Ukraine durch seine Söldner destabilisieren. Im Krieg den Russland gegen die Ukraine führt, gibt es wenigstens mal eine kleine gute Nachricht, wonach Straßensperren der Putin-Separatisten durch die Armee geräumt werden konnten.
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