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Helikopter-Abschuss in der Ostukraine: Präsident Poroschenko droht mit Ende der Feuerpause

Checkpoint in der Ostukraine: Die Waffenruhe könnte schon bald wieder beendet sein Zur Großansicht
REUTERS

Checkpoint in der Ostukraine: Die Waffenruhe könnte schon bald wieder beendet sein

Die Waffenruhe in der Ostukraine steht womöglich vor dem Aus: Nach dem Abschuss eines Helikopters droht der ukrainische Präsident Poroschenko mit einem Abbruch der Feuerpause. Die USA erwägen eine Verschärfung der Sanktionen gegen Russland.

Kiew - Der Abschuss eines Militärhubschraubers durch prorussische Separatisten belastet die Friedenshoffnungen im Osten der Ukraine. Präsident Petro Poroschenko drohte den Aufständischen nach dem Zwischenfall ein Ende der Waffenruhe an. Die Separatisten hatten sich erst am Montag der von Poroschenko am Freitag erklärten einwöchigen Waffenruhe angeschlossen.

Kurz zuvor hatte Kreml-Chef Wladimir Putin noch ein Signal zur Deeskalation gesandt. Er forderte den Föderationsrat auf, eine auf dem Höhepunkt der Krim-Krise erteilte Erlaubnis zum möglichen Einmarsch ins Nachbarland aufzuheben. Das Oberhaus des russischen Parlaments will darüber am Mittwoch entscheiden. Eine Zustimmung gilt als sicher.

Putins Signal erfolgte kurz vor dem EU-Gipfel in dieser Woche, bei dem Russland weitere Sanktionen wegen seiner Rolle im Ukraine-Konflikt drohen. Laut "New York Times" will die US-Regierung die Strafmaßnahmen gegen Russland verschärfen. Davon sollen besonders die Bereiche Finanzen, Energie und Rüstung betroffen sein. Der Kurs der Europäer ist in diesem Punkt jedoch zurückhaltender.

Am Mittwoch wollen die Außenminister der 28 Nato-Staaten in Brüssel über die Krise in der Ukraine beraten.

Die prorussischen Aufständischen teilten mit, die "Volkswehr" habe den Helikopter vom Typ Mi-8 nahe der Separatistenhochburg Slowjansk mit einer Rakete angegriffen. Der Hubschrauber war zum Transport militärischer Güter genutzt und nach ersten Erkenntnissen von einer Boden-Luft-Rakete getroffen worden. Poroschenko sagte daraufhin bei einem Treffen mit Offizieren in Kiew, er schließe einen Abbruch der Feuerpause nicht aus.

Putin plädiert für Fortführung des Waffenstillstands

Putin verurteilte bei einem Besuch in Wien den Abschuss und sprach sich für eine Verlängerung der Waffenruhe aus. Die Pause solle für Verhandlungen genutzt werden. Zugleich warnte er vor Gewalt gegen russische Bürger. Er habe zwar beim Parlament in Moskau beantragt, die Erlaubnis für einen Militäreinsatz im Nachbarland außer Kraft zu setzen, sagte Putin. Das bedeute aber nicht, dass Russland die Lage in der Ukraine künftig egal sei.

Die Separatisten hatten einer Vereinbarung mit vier Punkten zugestimmt: Waffenruhe bis zu diesem Freitag, Überwachung der Feuerpause durch die OSZE, weitere Gespräche zur Sondierung von Verhandlungen und Freilassung von acht festgehaltenen OSZE-Beobachtern.Die Waffenruhe ist jedoch von Anbeginn an brüchig. Beide Seiten warfen sich am Dienstag erneut vor, diese nicht einzuhalten. Ein Armeesprecher sagte, bei weiteren Angriffen seien zwei Soldaten getötet worden. Der Separatistenanführer Alexander Borodaj sagte: "Heute war ein normaler Kriegstag, das Militär hat uns aus Artillerie, Panzern und Granatwerfern beschossen."

Außenminister Frank-Walter Steinmeier regte bei einem Besuch in Kiew an, die Waffenruhe durch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) überwachen zu lassen. Die Organisation will mehr Beobachter in die Ukraine schicken. Zudem sollten mehr russische Vertreter der Mission angehören, sagte der amtierende OSZE-Präsident Didier Burkhalter am Dienstagabend in Wien nach einem Treffen mit Präsident Putin.

Burkhalter forderte konkrete Unterstützung Russlands für die Freilassung der OSZE-Beobachter, die seit fast einem Monat von prorussischen Separatisten in der Ostukraine festgehalten werden. "Sie in Haft zu halten, ist illegal und nicht akzeptabel", sagte Burkhalter.

ler/dpa/AFP

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insgesamt 238 Beiträge
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1. Kurze Frage:
fleischwurstfachvorleger 25.06.2014
Zitat von sysopREUTERSDie Waffenruhe in der Ostukraine steht womöglich vor dem Aus: Nach dem Abschuss eines Helikopters droht der ukrainische Präsident Poroschenko mit einem Abbruch der Feuerpause. Die USA erwägen eine Verschärfung der Sanktionen gegen Russland. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-poroschenko-droht-mit-ende-der-waffenruhe-a-977301.html
Waren in dem Helikopter Touristen, oder Terroristen? Was macht ein militärischer Hubschrauber im Kriegsgebiet, wenn man doch einen Waffenstillstand ausgehandelt hat?
2.
drittaccount 25.06.2014
Wenn Poroschenko mit dem Abruch der Feuerpause droht, kann tatsächlich nur noch eine Verschärfung der Sanktionen gegen Russland die verfahrene Situation entschärfen.
3. Feuerpause
Pegu 25.06.2014
Warum schwebt denn ein Militärhelikopter über dem Seperatisten? Der Schokokönig möchte doch nicht etwas die Feuerpause dazu nutzen, Stellungen auszuspionieren und das Kartenmaterial für den nächsten Schlag aufzuarbeiten? Klar droht er jetzt mit erneutem Angriff, da er nicht zu seinem aktuellem Kartenmaterial kam und sauer ist.
4. Klar
Markenbox 25.06.2014
Der Hubschrauber hat Gummibärchen transportiert und überhaupt nichts mit dem Kampfgeschehen zu tun gehabt.
5. Es ist schon Dreist von Spon hier schreibt
smolnyj39 25.06.2014
Zuerst ich habe Pressekonferenz von Putin in Österreich gesehen, kein Wort zum Hubschrauber bzw kann mich an keine erinnern. Aber er hat klar erwähnt, dass die Ukraine sich nicht an Waffenruhe gehalten und Osten bombardiert. Die ersten Meldungen kammen ins Netz über Hubschrauber später als die Pressekonferenz stattgefunden hat.
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Fläche: 603.700 km²
(inklusive der Krim, die seit 2014 von Russland annektiert ist)

Bevölkerung: 45,363 Mio.

Hauptstadt: Kiew

Staatsoberhaupt:
Petro Poroschenko

Regierungschef: Volodymyr Hroisman

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