Ukraine-Konflikt Poroschenko droht Separatisten mit Vergeltung

Nach dem Angriff der Separatisten, bei dem Dutzende ukrainische Soldaten getötet wurden, droht Präsident Poroschenko den Aufständischen mit Vergeltung. Die Kämpfe nehmen an Härte zu, immer mehr Zivilisten geraten zwischen die Fronten.

Der ukrainische Präsident Poroschenko (Mitte) mit Soldaten: Kein "Terrorist" soll seiner Verantwortung entgehen
DPA

Der ukrainische Präsident Poroschenko (Mitte) mit Soldaten: Kein "Terrorist" soll seiner Verantwortung entgehen


Kiew - Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat den prorussischen Separatisten drastische Vergeltung für einen Raketenwerfer-Angriff auf die Regierungstruppen angedroht. Für jeden getöteten ukrainischen Soldaten würden die Rebellen mit Hunderten ihrer Leute zahlen, teilte Poroschenko auf seiner Internetseite mit. Kein einziger "Terrorist" werde seiner Verantwortung entgehen.

Bei dem Angriff in der Ostukraine im Raum Luhansk sollen nach Angaben des ukrainischen Innenministeriums mindestens 30 Soldaten und Grenzschützer getötet worden sein. Eine Antwort auf den "terroristischen Akt" werde nicht lange auf sich warten lassen, kündigte ein Ministeriumsberater an. Die Separatisten bezeichnete er als "blutrünstigen Abschaum".

Auf Bildern waren nach der Attacke völlig zerstörte Panzer und tiefe Bombentrichter zu sehen. Die Führung in Kiew sprach von einem der verlustreichsten Tage für die Armee seit Beginn der Kämpfe Mitte April.

Die Regierungstruppen gehen mit einer abgestimmten Offensive von Armee und Truppen des Innenministeriums gegen die Separatisten vor. Die Aufständischen haben für die Gebiete von Donezk, Luhansk und Slowjansk "unabhängige Volksrepubliken" ausgerufen.

Die Armee beschoss Stellungen der "Volkswehr" aus der Luft. Bis zu hundert Separatisten seien in den vergangenen 24 Stunden getötet worden, sagte ein Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums.

Unterdessen geraten in der Ostukraine auch immer mehr Zivilisten zwischen die Fronten. Im Raum Luhansk starben vier Bergarbeiter, als ihr Bus von einer Granate der Separatisten getroffen wurde. Ebenfalls in Luhansk wurde eine Frau auf ihrem Balkon von einem Scharfschützen erschossen. Wegen eines andauernden Beschusses aus dem Nachbarland schloss Russland vorläufig drei Grenzübergänge östlich von Donezk.

Merkel könnte Putin in Rio de Janeiro treffen

Zur Besonnenheit mahnte Bundeskanzlerin Angela Merkel Poroschenko am Donnerstagabend. In einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten forderte Merkel Poroschenko auf, "bei seinem legitimen Vorgehen gegen die Separatisten Verhältnismäßigkeit zu wahren und die Zivilbevölkerung zu schützen".

Merkel trifft sich am Rande des WM-Endspiels in Rio de Janeiro möglicherweise mit Russlands Präsident Wladimir Putin. Es sei gut möglich, dass es zu einer Begegnung und einem kurzen Gespräch komme, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Merkel reist mit Bundespräsident Joachim Gauck zum Finale Deutschland gegen Argentinien am Sonntag - wo auch Putin erwartet wird.

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kes/dpa/Reuters

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nightwarrior 11.07.2014
1. Gewaltrethorik
Zitat von sysopDPANach dem Angriff der Separatisten, bei dem Dutzende ukrainische Soldaten getötet wurden, droht Präsident Poroschenko den Aufständischen mit Vergeltung. Die Kämpfe nehmen an Härte zu, immer mehr Zivilisten geraten zwischen die Fronten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-poroschenko-droht-separatisten-mit-vergeltung-fuer-angriff-a-980618.html
Erwartet Herr Poroshenko tatsächlich, dass sich die Seperatisten abschlachten lassen? Er selbst bezeichnet diese Leute als Terroristen und blutigen Abschaum. Er geht mit Armee und den Nazi-Schläger-Truppen des Innenministeriums mit schwersten Waffen (Flugzeuge, Kampfhubschrauber, Raketenwerfer, Geschütze, Panzer) gegen Menschen vor, die sich gegen die Genozid-Taten (z. B. Feuermord an Zivilisten in Odessa) seiner illegetimen Nazi-Regierung wehren. Im Übrigen Soldaten, die in einen Krieg ziehen, tragen auch das Berufsrisiko getötet zu werden!
heinzpeter0508 11.07.2014
2. Mit Poroschenko
hat sich die EU ja einen rachsüchtigen Partner an Land gezogen. Dieser Mann ist mental tiefstes Mittelalter, und mit so einem Typ setzt Merkel sich an einen Tisch. Einfach grässlich wer so im Politzirkus alles nach oben gespült wird.
DerDodga 11.07.2014
3. "blutrünstiger Abschaum"
Zitat von sysopDPANach dem Angriff der Separatisten, bei dem Dutzende ukrainische Soldaten getötet wurden, droht Präsident Poroschenko den Aufständischen mit Vergeltung. Die Kämpfe nehmen an Härte zu, immer mehr Zivilisten geraten zwischen die Fronten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-poroschenko-droht-separatisten-mit-vergeltung-fuer-angriff-a-980618.html
Und wovon zeugen wohl Aussagen wie fragt man sich - ach was reg ich mich auf....
ff_m 11.07.2014
4. Es war mal
Ivan der Schreckliche. Jetzt gibt es Petro der Blütiger.
rüsselhündchen 11.07.2014
5. nicht wirklich EU tauglich.
Die dutzenden von Opfern unter der Zivilbevölkerung, die durch die wahllosen Angriffe der Truppen Kiews ums Leben gekommen sind, waren dem Schoko- und Waffenfürsten Poroschenko bis jetzt anscheinend vollkommen egal. Jetzt wo es wieder mal ein paar der eigenen Leute erwischt hat, ist die Empörung groß und die Führung aus Kiew stellt erneut auch verbal unter Beweis, wes Geistes Kind man dort ist - wer permanent im ZUsammenhang mit unliebsamen Teilen der eigenen Bevölkerungvon Untermenschen, Abschaum, Vergeltung und Vernichtung redet, gehört kann sicher nicht nach Europa!
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