Gewalt in der Ukraine Präsidentenkandidat Zarjow überfallen und geschlagen

Zwischen prorussischen Separatisten und ukrainischen Regierungskräften sollen erneut Schüsse gefallen sein, berichten lokale Medien. In Kiew ist der Präsidentschaftskandidat Zarjow nach einer TV-Sendung mit Eiern beworfen, beleidigt und geschlagen worden.


Slawjansk/Kiew - Die Lage in der Ostukraine beruhigt sich nicht: In Slawjansk soll es zu Schusswechseln zwischen prorussischen Separatisten und Regierungskräften gekommen sein. Die Schießerei habe sich an einer Straßensperre im Osten des Landes ereignet, berichteten lokale Medien. Eine Bestätigung dafür gab es nicht. Die prowestliche Regierung in Kiew hatte zuvor eine Offensive gegen die Separatisten angekündigt.

Auch in Kiew kam es zu einem Zwischenfall: Der prorussische Präsidentenkandidat Oleg Zarjow wurde nach einer TV-Sendung am Dienstagmorgen von Unbekannten angegriffen und mit Schlägen traktiert. Die Aktivisten hätten Eier auf ihn geworfen und ihn beleidigt. Zarjow musste anschließend in einer Klinik behandeln werden. Seine Mitarbeiter machten Rechtsextreme für die Attacke verantwortlich und sagten, er sei "brutal geschlagen" worden.

In der Nacht begannen ukrainische Sicherheitskräfte ihre "Anti-Terror-Operation" im nördlichen Teil der Provinz Donezk. Dies verkündete Präsident Alexander Turtschinow. Ukrainische Medien meldeten am Dienstagmorgen, dass Panzer unter anderem in der Nähe von Slawjansk unterwegs seien. Die 100.000-Einwohner-Stadt liegt rund 60 Kilometer von der Großstadt Donezk entfernt: Am Wochenende war dort die Lage eskaliert, vier Menschen starben, als ukrainische Sicherheitskräfte gewaltsam gegen prorussische Gruppen vorgingen, die staatliche Gebäude unter ihre Kontrolle gebracht hatten.

heb/vek/dpa/Reuters

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 64 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Elvenpath 15.04.2014
1. Kein Wunder
Dass die Russen jetzt ein rotes Tuch für die Ukrainer sind, dürfte klar sein.
thinking_about 15.04.2014
2. +++US-Senator McCain für Waffenlieferungen an die Ukraine+++
+++US-Senator McCain für Waffenlieferungen an die Ukraine+++ US-Senator John McCain hat amerikanische Waffenlieferungen an die Ukraine gefordert. Dass Washington die prowestliche Regierung in Kiew nicht mit Waffen unterstütze, sei „absolut unentschuldbar und beschämend“, sagte der republikanische Senator bei einem Besuch in Estlands Hauptstadt Tallinn. Die Ukrainer benötigten militärische Mittel, um sich selbst verteidigen zu können. Politiker in Kiew hatten um Waffenlieferungen gebeten. Dies lehnt die US-Regierung bislang jedoch ab. McCain forderte zudem eine stärkere und gleichmäßigere Präsenz der Nato in Europa - gerade in den baltischen EU- und Nato-Staaten. Diese Kräfteverschiebung müsse „strategisch, nachhaltig und dauerhaft“ erfolgen, sagte er. Der estnische Präsident Toomas Hendrik Ilves sprach sich angesichts des Ukraine-Konflikts ebenfalls für eine stärkere Präsenz der Nato an der östlichen Bündnisgrenze aus.
burton_ 15.04.2014
3.
Zitat von sysopmauritius imagesZwischen prorussischen Separatisten und ukrainischen Regierungskräften sollen erneut Schüsse gefallen sein, berichten lokale Medien. In Kiew ist der Präsidentschaftskandidat Zarjow nach einer TV-Sendung mit Eiern beworfen, beleidigt und geschlagen worden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-praesidentenkandidat-zarjow-ueberfallen-und-geschlagen-a-964504.html
Das sind jetzt also wieder "Aktivisten"...
matthias.richter39 15.04.2014
4. Faschisten in der Ukraine?
Es wird ja gern auf pro-russischer Seite darauf hingewiesen, die Kiewer-Regierung ein Haufen Neo-Nazis als Spitzenpolitiker besetzt hat. Nun, das ist unstrittig und der Kreml hat schlussendlich die Annexion der Krim damit gerechtfertigt und es wurde zur rechten Zeit ein abgehörtes Telefongespräch von Timoschenko lanciert. Alles in allem ein ziemlich guter Plot, der zumindest die Bevölkerung im Osten der Ukraine ziemlich schnell glauben ließ, dass mit Russland an der Seite nichts schieflaufen kann. Schaut man aber auf die Regierung der nun gegründeten Volksrepublik Donetsk (http://en.wikipedia.org/wiki/Donetsk_People%27s_Republic), die sich nun von der Ukraine abspalten wird und entweder wie die Republik Krim (http://de.wikipedia.org/wiki/Republik_Krim_%28Sezessionsregion%29) zu Russland gehören soll oder eben als souveräner Ministaat eigene Wege gehen muss, fällt einem augenscheinlich der Gouverneur Pawel Gubarew (http://en.wikipedia.org/wiki/Pavel_Gubarev) ins Auge. Dieser war offenbar Mitglied der Russischen Nationalen Einheit (http://en.wikipedia.org/wiki/Russian_National_Unity), dem ost-ukrainischen Pendent zur Allukrainische Vereinigung „Swoboda“ (http://en.wikipedia.org/wiki/Svoboda_%28political_party%29). Beim Blick auf die Flagge dieser Gruppe, stellt sich mir die Frage, ob die gesamte Ukraine grundsätzlich ein Problem mit Faschismus hat, ob nun kreml-nah oder eu-freundlich?! Ich bin gespannt, ob *Spiegel TV* sich dieser Frage mal annimmt, denn so könnte doch zumindest verhindert werden, dass die EU Milliarden in den ukrainischen Nationalisten-Sand setzt und letztlich nur osteuropäische militante Splittergruppen finanziert, wo jeder zweite eine AK74-SU, wenn nicht AK-47 sein eigen nennen kann, denn ich kann mir nur schwer vorstellen, dass sowohl die *Swoboda* als auch die *Russische Nationale Einheit* in irgend einer Bevölkerungsgruppe auf demokratischem Wege ohne Einschüchterungstaktiken von welcher Seite auch immer und mit internationalen Beobachtern Mehrheiten erzielen würden. Bei all den Diskussionen, bleibt auch die Frage offen, warum der Urkaine das Recht auf Souveränität nicht gewährt werden sollte. Würden sich militante Demonstranten in Bayern vom Bund abwenden, würde die Staatsmacht da auch nicht lange zuschauen. Souveränität gemäß dem Völkerrecht bedeutet eben, dass ein Staat nach innen das Primat hat und nicht einzelne Gruppen auf Geratewohl entscheiden, wer wo und was regieren soll. Mit dem EURO-Maidan lässt sich das schlecht vergleichen, da diese Demonstranten sich nicht von der Ukraine als Staat abspalten wollten und folglich auch keine Separatisten waren, da nicht die Sezession ihr Ziel war. Überblick der Ereignisse gester in Horlivka: https://www.youtube.com/results?search_query=Horlivka+govt+building Hier vor dem Gebäude, ab ca. 11:00 min: http://www.ustream.tv/recorded/46147874 Hinter dem Gebäude gibt der Lieutenant Krönel der russ. Armee (?) seine Befehle: https://www.youtube.com/watch?v=DinMf_7dQK4
MatthiasSchweiz 15.04.2014
5. optional
Tun sich leider immer mehr Risse zwischen den verschiedenen Regionen und Bevölkerungsgruppen auf. Um die Ukraine zu erhalten wie sie heute ist, müsste schon fast ein kleines Wunder geschehen. Aber eben, wäre eine Trennung so schlimm?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.