Ukraine Zehntausende Freiwillige sollen Präsidentschaftswahl sichern

Für die Präsidentschaftswahl am Sonntag mobilisiert die Ukraine ein Großaufgebot: 55.000 Polizisten und 20.000 Freiwillige sollen den Ablauf sichern. Russlands Präsident Putin sagt bereits jetzt, es werde schwer, mit dem Sieger zusammenzuarbeiten.

Übung ukrainischer Sicherheitskräfte (am Montag in Odessa): Zehntausende Polizisten und Freiwillige sollen Wahl sichern
REUTERS

Übung ukrainischer Sicherheitskräfte (am Montag in Odessa): Zehntausende Polizisten und Freiwillige sollen Wahl sichern


Kiew/Shanghai - Die Sicherheit bei der ukrainischen Präsidentschaftswahl sollen am Sonntag 55.000 Polizisten und 20.000 Freiwillige garantieren. Ein Vertreter des Innenministeriums in Kiew sagte, angesichts einer drohenden "Aggression durch Russland und Aktionen der Separatisten im Osten" des Landes sei die Abstimmung gefährdet.

Die prorussischen Gruppen in Lugansk und Donezk wollen die Wahlen verhindern, sie streben stattdessen die Unabhängigkeit an.

Russlands Präsident Wladimir Putin verstärkte seine Kritik am Zeitpunkt der Abstimmung erneut. Er sagte, es wäre schwer, eine politische Beziehung zu einem ukrainischen Staatschef aufzubauen, der in Zeiten der Krise gewählt worden sei. Das sagte der Kreml-Chef während seines Staatsbesuchs in China. Am kommenden Sonntag soll in der Ukraine über einen neuen Präsidenten abgestimmt werden.

Für den Fall, dass Moskau die Wahl unterminiert, hat US-Vizepräsident Joe Biden Russland härtere Sanktionen angedroht. Das sagte Biden am Mittwoch in Bukarest nach einem Treffen mit Rumäniens Staatspräsident Traian Basescu. Er bekräftigte, dass Rumänien unter dem vollen Schutz der Nato stehe.

Truppen angeblich bereit zum Abzug

Zuvor hatte Moskau erneut versichert, dass die russischen Truppen ihre militärischen Übungen an der Grenze zur Ukraine beendet hätten. Die Streitkräfte hätten ihr Material zusammengepackt und seien bereit, in ihre Basis zurückzukehren. So zitiert die Nachrichtenagentur Ria das Verteidigungsministerium. Der Kreml hatte bereits am Montag verkündet, Putin habe seinen Truppen den Rückzug angeordnet. Laut Nato gibt es für dieses Vorhaben weiterhin keine Beweise.

Nach zwei weitgehend ergebnislosen Runden ist auch das Gespräch am dritten Runden Tisch ohne konkrete Ergebnisse geblieben: Direkte Gespräche zwischen Moskau und Kiew sind wegen der schweren Krise derzeit unmöglich, sagte der ukrainische Regierungschefs Arsenij Jazenjuk im Anschluss. Russland habe "das System der europäischen Sicherheit vernichtet, gegen internationales Recht und die Uno-Statuten verstoßen", betonte er.

Für die Wiederaufnahme der Beziehungen zum Nachbarn schlug er Gespräche im Beisein der USA und der Europäischen Union wie bereits im April in Genf vor. "Doch vor dem Treffen müssen wir wissen, worauf wir uns einigen wollen", sagte Jazenjuk.

fab/vek/AFP/Reuters/dpa

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hei-nun 21.05.2014
1. Putin der Heuchler ...
Putin ist ein schlimmer Heuchler: Das Referendum erfolgte im Beisein von Maschinengewehren - er akzeptiert es ! Eine demokratische Wahl wird schon im Vorfeld abgelehnt. Na toll - was jetzt, ihr P-Versteher ?
m.henseler 21.05.2014
2. Hehe
Die Regierung in Kiew propagiert das sich der Balkan biegt und Biden ist Klinken putzen für die Nato, in Rumänien. Da werden hier einige Nato-Versteher feuchte Höschen bekommen...
m.henseler 21.05.2014
3.
Zitat von hei-nunPutin ist ein schlimmer Heuchler: Das Referendum erfolgte im Beisein von Maschinengewehren - er akzeptiert es ! Eine demokratische Wahl wird schon im Vorfeld abgelehnt. Na toll - was jetzt, ihr P-Versteher ?
Oh mein Gott, wieso informieren Sie sich nicht einfach mal vorher bevor Sie Lügen verbreiten. Die OSZE wurde eingeladen, hat aber abgelehnt! Komisch, oder? Wobei, so komisch ist das nicht, dann kann man nämlich behaupten das wäre alles nicht mit rechten Dingen zugegangen. Den Fakt das man garkein Interesse hatte das zu kontrollieren unterschlägt man einfach... http://meta.tagesschau.de/id/83192/osze-beobachter-bleiben-krim-referendum-fern
captainjack71 21.05.2014
4.
Rußland geht es nur ums Geld und das Machtgefüge der Oligarchen. Hier müssen und tun dies bereits die Saktionen ansetzen. Rußland benutzt die Ukraine für sein Machtgefüge. Nicht umsonst bezahlt Kiew die mit Abstand höchsten Gaspreise in Europa. Es wird Zeit für den Westen umzudenken!
ewspapst 21.05.2014
5.
Zitat von hei-nunPutin ist ein schlimmer Heuchler: Das Referendum erfolgte im Beisein von Maschinengewehren - er akzeptiert es ! Eine demokratische Wahl wird schon im Vorfeld abgelehnt. Na toll - was jetzt, ihr P-Versteher ?
Es ist immer wieder beglückend, dass es Menschen gibt, deren Fähigkeit darin besteht: Aus ganz weiter Ferne ganz genau zu wissen, wie die Situation in den Weiten des beschriebenen Gebietes und dem Verhalten der Menschen dort und deren Wollen in allen Facetten zu kennen. Wozu brauchen wir denn eine NSA, wenn wir solche fähigen Bürger in unserem Lande haben. Bei der nächsten Wahl werden sie die Kanzlerin ausstechen,. Nach meiner Meinung handelt Putin für die russische Bevölkerung im Gegensatz zu unserer Kanzlerin, die viel für die US Administration macht aber nichts für uns.
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