Prorussische Kämpfer Militärchef Strelkow tritt zurück

Die moskautreuen Kämpfer in der Ostukraine verlieren ihren Verteidigungsminister: Der Russe Igor Strelkow gibt sein Amt auf. Ihm wurden enge Verbindungen zum russischen Geheimdienst nachgesagt.

Militärchef Strelkow: Amt zur Verfügung gestellt
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Militärchef Strelkow: Amt zur Verfügung gestellt


Donezk - Der Militärchef der ukrainischen Separatisten, der Russe Igor Strelkow, hat seinen Rücktritt erklärt. Die Rebellenführung der selbst erklärten "Volksrepublik Donezk" nahm das Ersuchen an, wie die Rebellen am Donnerstag auf ihrer Webseite mitteilten.

Strelkow werde einer anderen Tätigkeit nachgehen. Über den Grund des Rücktritts wurde zunächst nichts bekannt. Ihm soll nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters Wladimir Kononow als militärischer Führer nachfolgen.

Strelkow war einer der ersten Kämpfer, die bereits Mitte Mai auf der Sanktionsliste der EU gelandet waren. Er gilt als einer der Drahtzieher des Aufstands in der Ostukraine. Zunächst diente Strelkow nach ukrainischen Angaben im Frühjahr 2014 als Sicherheitsberater von Sergej Axjonow, dem selbst ernannten Regierungschef der ukrainischen Halbinsel Krim, bevor diese von Russland annektiert wurde.

Danach tauchte er im Osten der Ukraine als Anführer der Rebellen in der Stadt Slowjansk auf, später stieg er zum Verteidigungsminister der "Volksrepublik Donezk" auf.

Vor allem zu Beginn der Unruhen hatte Strelkow mit seinen Videobotschaften auf sich aufmerksam gemacht. So wetterte er über die mangelhafte Kampfmoral in seinen Reihen - und forderte auch Frauen auf, zu den Waffen zu greifen. Der Clip wurde bei YouTube mehr als 1,6 Millionen mal geklickt.

Strelkow steht noch immer im Verdacht, im Auftrag des russischen Militärgeheimdienstes GRU zu handeln. Ermittler in Kiew vermuten, dass Strelkows bürgerlicher Familienname Girkin ist. Strelkow ist demnach abgeleitet von Strelok, dem russischen Wort für Schütze.

jok/AFP/Reuters

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Seite 1
vaike 14.08.2014
1.
Zitat von sysopyoutubeDie Moskau-treuen Kämpfer in der Ostukraine verlieren ihren Verteidigungsminister: Der Russe Igor Strelkow gibt sein Amt auf. Ihm wurden enge Verbindungen zum russischen Geheimdienst nachgesagt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-prorussischer-militaerchef-strelkow-tritt-zurueck-a-986189.html
Strelkow-Girkin will einfach vor der Strafe entgehen. Seine Äusserung, dass er "einer anderen Tätigkeit nachgehen wolle" kann auch zutreffen, wenn er in der Zukunft dem Putinregime irgendwo nötig wird. Hoffentlich nie und nirgendwo. Oder erweist sich das Gerücht , dass er verwundet sei, wirklich der Wahrheit. Schade, wenn die Ukrainer ihn nicht vor das Gericht bringen können.
93160 14.08.2014
2. vor welchen Strafgericht?
Zitat von vaikeStrelkow-Girkin will einfach vor der Strafe entgehen. Seine Äusserung, dass er "einer anderen Tätigkeit nachgehen wolle" kann auch zutreffen, wenn er in der Zukunft dem Putinregime irgendwo nötig wird. Hoffentlich nie und nirgendwo. Oder erweist sich das Gerücht , dass er verwundet sei, wirklich der Wahrheit. Schade, wenn die Ukrainer ihn nicht vor das Gericht bringen können.
[QUOTE=vaike;16398198]Strelkow-Girkin will einfach vor der Strafe entgehen. Seine Äusserung, dass er "einer anderen Tätigkeit nachgehen wolle" kann auch zutreffen, wenn er in der Zukunft dem Putinregime irgendwo nötig wird. Hoffentlich nie und nirgendwo. Oder erweist sich das Gerücht , dass er verwundet sei, wirklich der Wahrheit. Er wird genau sowenig bestraft wie die Maidantoeter.Der Maidan wurde uebernommen von den Nazis im Westen, die friedlichen Demonstrationen in der Ostukraine gegen die Putschregierung in Kiev wurden uebernommen von anderen Nazis.Nazis aus Russland. Und genau hier hat Putin ein grosses Problem. Denn es gibt auch Nationalisten und Nazis in Russland. Dann gibt es noch die Oligarchen in der Westukraine und in Russland.Gegen beide hat Putin keine Sympathie.Wenn Putin versucht diese Leute nicht an die Macht zu lassen( in der Ukraine oder Russland) sollte man ihn unterstuetzen. Denn sind sie einmal an der Macht, hoffentlich haben Sie als Deutscher die Message der Banderas verstanden. Die Ausloeschung geht nicht nur gegen dann Juden sondern an den deutschen Abschaum.Vielleicht begreift man endlich was hier vor sich geht. Es ist alles andere als ein Spass.
Hermes75 15.08.2014
3.
Zitat von 93160[QUOTE=vaike;16398198]Strelkow-Girkin will einfach vor der Strafe entgehen. Seine Äusserung, dass er "einer anderen Tätigkeit nachgehen wolle" kann auch zutreffen, wenn er in der Zukunft dem Putinregime irgendwo nötig wird. Hoffentlich nie und nirgendwo. Oder erweist sich das Gerücht , dass er verwundet sei, wirklich der Wahrheit. Er wird genau sowenig bestraft wie die Maidantoeter.Der Maidan wurde uebernommen von den Nazis im Westen, die friedlichen Demonstrationen in der Ostukraine gegen die Putschregierung in Kiev wurden uebernommen von anderen Nazis.Nazis aus Russland. Und genau hier hat Putin ein grosses Problem. Denn es gibt auch Nationalisten und Nazis in Russland. Dann gibt es noch die Oligarchen in der Westukraine und in Russland.Gegen beide hat Putin keine Sympathie.Wenn Putin versucht diese Leute nicht an die Macht zu lassen( in der Ukraine oder Russland) sollte man ihn unterstuetzen. Denn sind sie einmal an der Macht, hoffentlich haben Sie als Deutscher die Message der Banderas verstanden. Die Ausloeschung geht nicht nur gegen dann Juden sondern an den deutschen Abschaum.Vielleicht begreift man endlich was hier vor sich geht. Es ist alles andere als ein Spass.
[QUOTE=93160;16399486] Soweit es mir bekannt ist, ist "Söldnertum" in Russland eine Straftat. Sich als russischer Staatsbürger bei fremden Streitkräften zu verdingen (so wie Herr Girkin) müsste somit von russichen Gerichten verfolgt werden - eigentlich. Ich teile aber ihre Meinung, dass dies nicht geschehen wird. Dass Russland Girkin an den internationalen Strafgerichtshof überstellen wird ist ebenfalls unwahrscheinlich, da Russland diesen (genau wie die USA) nicht anerkennt.
MtSchiara 15.08.2014
4. Igor Girkin alias Strelkow
Wie man der FAZ entnehmen kann (http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/ukraine-krise-warum-russen-die-separatisten-verehren-13078378.html), handele es sich bei dem Russen Strelkow um einen Mann, der den Krieg suche, weil er für ihn Lebensinhalt sei und ihm sonst das Leben langweilig und fade vorkommen würde. Strelkow soll schon an zahlreichen Einsätzen der russischen Armee teilgenommen haben - sei es in Transnistrien oder in Tschetschenien. Und sollte einmal kein Krieg sein, dann wäre sein Hobby, historische Schlachten am Tisch nachzustellen. Kurz: Strelkow brauche den soldatischen Kampf wie der Junkie seine Droge. Strelkow ist also nicht in der Ukraine, um für die Bevölkerung dort etwas zu erreichen, sondern für den eigenen Kick. Sind aber keine Waffen mehr da, weil die Waffenlieferungen aus Rußland ins Stocken geraten sind, dann ist kein Kick mehr möglich, und er macht sich von dannen, um in anderen Weltgegenden mit russischen Waffen und zum Ruhme Rußlands den eigenen Kick zu suchen. Es wird ja häufig viel schlechtes über Videospiele mit militärischen Kampfhandlungen geredet, insbesondere nach Amokläufen. Aber hier stellt sich die Frage, ob der Einsatz solcher Videospiele nicht auch kriegsvermeidend sein kann, wenn man solche Leute wie Strelkow vor solchen Spielen parkt, anstatt ihnen echte Waffen zu geben.
matrjoschka 15.08.2014
5. Strelkow
... der Schütze, von dem in Kellern in Slawjansk laut SZ unterschriebene Todesurteile, selbst für geringe Verfehlungen wie Diebstahl, vorgefunden worden waren, hat seine Mission erfüllt. Er hat im Namen des Kremls die asymmetrische Kriegsplanung Gerassimows vor Ort ausgeführt. Das Lob des Kremls ist ihm gewiss. Über die perversen Neigungen dieses Subjekts muss man an dieser Stelle nicht diskutieren. Was aber eines Gedankens wert sein könnte: Zunächst die Demission des aus Russland entsandten "Präsidenten" Borodaj, dann diejenige des russischen Geheimdienstlers Strelkow. Die Revolution "schützt" ihre eigenen "Stiefkinder", der Schutz wird erneut aus dem Kreml gewährt. Die Ereignisse scheinen sich dem Ende zuzuneigen, da muss die Herkunft der eigentlichen Protagonisten ein bisschen dem kollektiven Gedächtnis entfremdet werden. An innere Machtkämpfe glaube ich zuletzt!
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