Putin-Rede "Niemand ist Russland militärisch überlegen"

Wladimir Putin verschärft seine Rhetorik im Konflikt mit dem Westen. "Wir werden immer eine passende Antwort auf sämtliche Abenteuer haben." Nach Angaben aus Kiew sind erneut russische Panzer in die Ukraine eingedrungen.

Russlands Präsident Putin: Militärische Stärke als Argument
AP/dpa

Russlands Präsident Putin: Militärische Stärke als Argument


Moskau - Russlands Präsident Wladimir Putin hat eine deutliche Warnung in Richtung Westen ausgesprochen. "Niemand sollte die Illusion haben, dass er eine militärische Überlegenheit gegenüber Russland erreichen könnte", zitiert ihn die Agentur Interfax. "Wir werden immer eine passende Antwort auf sämtliche solcher Abenteuer haben", sagte er demnach in einem Grußwort anlässlich eines Feiertags für die "Verteidiger des Vaterlandes" in der kommenden Woche.

Die Rede Putins kommt zu einem heiklen Zeitpunkt in der seit Monaten schwelenden Ukraine-Krise. Am Freitag erklärte das ukrainische Militär, dass erneut Waffen aus Russland in den von Separatisten kontrollierten Donbass geliefert worden seien - unter anderem Panzer, Raketenwerfer und mehrere Busse mit Kämpfern.

Der ukrainische Staatspräsident Petro Poroschenko gab am Jahrestag der blutigen Straßenschlachten in Kiew Russland die Schuld am Tod von mehr als 100 Menschen bei den damaligen Zusammenstößen. "Jetzt ist endgültig klar, dass wir auf dem Maidan vor einem Jahr nicht gegen Ex-Präsident Viktor Janukowitsch gekämpft haben", sagte Poroschenko bei der Gedenkfeier: "Er war nur eine brutale und willige Marionette."

OSZE will Mission ausweiten

Auch die Kämpfe in der Region halten offenbar an: Trotz der in Minsk vereinbarten Waffenruhe habe es auf beiden Seiten innerhalb von 24 Stunden etwa 50 Verstöße gegen die Feuerpause gegeben, teilte die Militärführung in Kiew mit. Auch die Aufständischen warfen den Regierungstruppen Dutzende Angriffe vor.

Die EU-Kommission hat indes den jüngsten Vorschlag des ukrainischen Staatspräsidenten Petro Poroschenko zur Befriedung des Konflikts zurückgewiesen: Die Europäische Union werde keine eigene Friedenstruppe in den Donbass entsenden, sagte Kommissionsmitglied Johannes Hahn.

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) arbeitet hingegen an einer Aufstockung ihrer sogenannten Monitoring-Mission in der Ostukraine - auch Deutschland will seinen Anteil daran ausweiten. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE wird sogar eine Verdopplung der Gruppe diskutiert.

SPIEGEL ONLINE

mxw/Reuters/dpa/AP

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 36 Beiträge
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salsatwister 20.02.2015
1. Tunnel ohne Ausgang
Minsk II ist ebenfalls gnadenlos gescheitert. Werden Steinmeier und Merkel jetzt endlich mit ihrer vergeblichen Beschwichtigungspolitik aufhören und die Unterstützung mit Verteidigungswaffen nicht länger boykottieren?
henrikw 20.02.2015
2. Niemand ist Russland militärisch überlegen
"Wir werden immer eine passende Antwort auf sämtliche Abenteuer haben." Ich muss den Part verpasst haben wo Niemand in das russische Staatsgebiet der russischen Provinz Ukraine einmarschiert ist. Niemand ist Russland im Grad des totalen Realitätsverlusts ebenbürtig.
gldek 20.02.2015
3. Gefährliche Kraftmeierei
Wenn der Westen, allen voran Europa seine militärischen Kräfte bündelt und ausbaut, ist die Selbsteinschätzung Putins kaum zu halten. Volkswirtschaft und Bevölkerungszahl Russlands sind zu schwach, um in einem erneute Wettrüsten standzuhalten. Der Westen muss schleunigst herunter von seiner pazifistischen Träumerei und durch Militärische Präsenz Flagge zeigen.
kladderadatsch 20.02.2015
4. Cameron hat anscheinend leider doch Recht,
Appeasement bringt nichts, sondern scheint Putin nur noch mehr zu motivieren, in fremde Länder einzufallen. Die friedliche Lösung musste aber versucht werden. Wir sollten wohl jetzt die Verhandlungen lieber GB und den USA überlassen. Schließlich haben die auch eine territoriale Bestandsgarantie für die Ukraine gegeben.
MtSchiara 20.02.2015
5. Putin bereitet wohl sein Volk auf die nächsten Eroberungsfeldzüge vor
Weltenherrscher Putins Propagandamaschinerie bereitet wohl das russische Volk auf die nächsten Eroberungsfeldzüge gegen "Abenteurer" aus der Ukraine, Moldawien, Georgien, Aserbaidschan, Weißrußland und vor allem auch Kasachstan vor. Schon Karl May wußte zu erzählen, daß sich dort viele Abenteurer herumtreiben. Auch dort wird die russische Armee also wohl aufräumen, um das Traumata der geschlagenen russischen Nation nach dem Zerfall der Sovjetunion zu befriedigen und ein neues russisches Imperium auf dem Boden der UdSSR entstehen zu lassen.
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