Ukraine Putin und Poroschenko telefonieren - Kreml spricht von "Annäherung"

Die Präsidenten der Ukraine und Russlands haben telefoniert. Nach Angaben des Kreml stimmen die Ansichten Poroschenkos und Putins zu einem Ausweg aus der Krise "weitgehend überein".

Präsidenten Putin, Poroschenko (beim D-Day): Telefonat über Ausweg aus der Ukraine-Krise
REUTERS

Präsidenten Putin, Poroschenko (beim D-Day): Telefonat über Ausweg aus der Ukraine-Krise


Moskau - Kreml-Chef Wladimir Putin und der ukrainische Präsident Petro Poroschenko haben in einem Telefonat erneut über den Ukraine-Konflikt gesprochen. "Ihre Meinungen über mögliche Auswege aus der Krise stimmen weitgehend überein", sagte Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow am Mittwoch russischen Agenturen zufolge.

Beide Staatschefs hätten ihre Meinungen ausgetauscht, was man tun müsse, um das Blutvergießen im Südosten der Ukraine schnellstens zu beenden. Aus Kiew ist zum Telefonat bislang nichts zu hören. Ein Treffen Putins mit Poroschenko in der weißrussischen Hauptstadt Minsk vergangene Woche hatte zunächst keine Annäherung gebracht.

Der Konflikt hatte sich in den vergangenen Tagen noch zugespitzt. Insbesondere wirft die ukrainische Regierung Moskau vor, immer mehr Soldaten in die Region zu schicken, um die prorussischen Separatisten im Kampf gegen die Regierungstruppen zu unterstützen. Auch die Nato sieht dies so - und geht davon aus, dass Kiew die Kämpfe in der Ostukraine verliert. Moskau weist die Vorwürfe zurück.

Moskau kündigt Großmanöver an

Ein vermisster russischer Fotojournalist wurde nach Angaben aus Moskau bei einem Angriff ukrainischer Soldaten auf eine Fahrzeugkolonne getötet. Eine in einem zerstörten Auto in der Nähe von Donezk gefundene Leiche sei als Körper des Reporters Andrej Stenin identifiziert worden, teilte der Chef der Staatsagentur Ria Nowosti, Dmitrij Kisseljow, am Mittwoch mit.

Stenin arbeitete für Ria im Konfliktgebiet und galt seit Anfang August als vermisst. Das Außenministerium in Moskau forderte Aufklärung.

Gleichzeitig kündigte das russische Verteidigungsministerium einem Bericht von Ria zufolge für September ein Großmanöver an. Daran würden Streitkräfte teilnehmen, die für das nukleare Langstreckenraketen-Arsenal Russlands zuständig seien. Im Gespräch waren mehr als 4000 Soldaten und etwa 400 technische Einheiten.

fab/dpa/AFP/Reuters

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insgesamt 91 Beiträge
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fpwinter 03.09.2014
1. Man sollte vielleicht
Peter Scholl-Latours brillante Rußland-Analysen noch einmal lesen, um zu verstehen, warum sich Rußland vom "Westen" unverstanden, eingekreist und bedroht fühlt. Immerhin: Im September laufen in der Ukraine gleichzeitig ACHT Manöver der NATO - zwei ukrainisch-amerikanische Übungen ("Sea Breeze" und "Rapid Trident" mit insgesamt 2800 Soldaten, 27 Flugzeugen und Hubschraubern, 9 Schiffen und 2 U-Booten), sodann die multinationale Übung "Helle Lawine", drei ukrainisch-polnische Übungen (zwei der Luftwaffen und eine der Militärpolizei), eine ukrainisch-moldawisch-polnische Übung für mechanisierte Einheiten und die multinationale Gebirgsjägerübung "Karpaten 2014".
fatherted98 03.09.2014
2. bisher....
...zeichnete sich weder die Wortwahl noch der Wille zu Verhandlungen die Ukrainische Führung aus...vielleicht war es ein "aufrütteln" das Putin den Putschisten in Kiew klar gemacht hat, dass er in 2 Wochen die Hauptstadt einnehmen könne, wenn er wolle...nun scheint man in Kiew etwas kleinlauter und verhandlungsbereiter...das die ganze Situation verfahren ist und beide Seiten viele Fehler gemacht haben und machen ist auch klar...aber ein Friede muss doch wenigsten das Ziel sein...die Ukraine muss begreifen das der Westen sie vor allem dazu benutzt einen Stellvertreter-Krieg zu führen...eine autonome Region im Osten wäre doch für alle wünschenswert...außer vielleicht für die Kriegshetzer auf beiden Seiten die sich eine Militarisierung und Aufrüstung wünschen...mangels einem klaren Feindbild seit dem Mauerfall.
piccolo-mini 03.09.2014
3.
Hoffen wir mal, dass diese sehr angenehmen Verlautbarungen heute nicht wieder durch peinliches Säbelrasseln überlagert wird. Miteinander reden ist jedenfalls besser als übereinander. Dass nun selbst amerikanische Think Tanks in ihren offiziellen Verlautbarungen dem Westen die Hauptschuld an der Eskalation der letzten Monate geben (http://www.foreignaffairs.com/articles/141769/john-j-mearsheimer/why-the-ukraine-crisis-is-the-wests-fault), sollte dann auch den vorauseilenden Gehorsam unserer Politiker und Journalisten etwas bremsen. Vielleicht müssen die Menschen in der Ostukraine, egal ob Ruthenischer oder russischer Ethnie zugehörig, nun bald weniger leiden. Hätten "wir" uns alles sparen können. Aber vielleicht lernen "wir" ja für die Zukunft daraus...
StörMeinung 03.09.2014
4.
"... kündigte das russische Verteidigungsministerium einem Bericht der Nachrichtenagentur Ria zufolge für September ein Großmanöver an. ... " Und Ria Novosti berichtet zudem über mehrere Manöver, welche die NATO im September in der Ukraine abhält, u.a. zusammen mit den USA, Rumänien, Polen, auch eine Beteiligung der Bundeswehr wurde diskutiert ... . Aber der Autor Fabian Reinbold hat dies wahrscheinlich überlesen, kann ja mal vorkommen.
emil_sinclair73 03.09.2014
5. Bundesregierung liefert Ausrüstung in die Ukraine
http://www1.wdr.de/radio/nachrichten/wdr345/radiohomepage179802.html Ein Hoch auf die Friedenskanzlerin...
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