Ukrainischer Ingenieur Raketenantrieb könnte als Kopie nach Nordkorea gelangt sein

Hat die Ukraine das nordkoreanische Regime beim Raketenbau unterstützt? Diesen Verdacht legt ein Medienbericht nahe. Die Regierung in Kiew dementiert, Ingenieure schließen Spionage nicht aus.

Raketentests in Nordkorea
AP

Raketentests in Nordkorea


In den vergangenen Monaten trieb Nordkorea sein Raketenprogramm mit Nachdruck voran, machte rasch Fortschritte. Die "New York Times" berichtete nun, dass die Ukraine dafür mit verantwortlich sein könnte. Demnach seien von dort möglicherweise in das kommunistische Regime geliefert worden - die Regierung in Kiew weist das zurück, ein ukrainisches Raketenkonstruktionsbüro bringt Spionage ins Spiel.

Der Bericht der "New York Times" stützte sich dabei auf Erkenntnisse eine Analyse des Instituts für Strategische Studien in Washington. Darin ist auch von einer ukrainischen Firma namens Juschmasch die Rede, die möglicherweise beteiligt war. Die weist die Berichterstattung zurück.

Das ukrainische Raketenkonstruktionsbüro Juschnoje, das mit der Firma Juschmasch zusammenarbeitet, schließt allerdings nicht aus, dass Kopien seiner Triebwerke nach Nordkorea gelangt sein könnten. "Unsere Triebwerke sind hoch geschätzt und werden weltweit eingesetzt", sagte Chefkonstrukteur Alexander Degtjarjow der Internetseite Strana.ua. "Vielleicht ist es irgendwo gelungen, Kopien zu machen."

Der Chefkonstrukteur glaubt nicht, dass seine Mitarbeiter geholfen haben könnten, Nordkorea Raketentechnik zu verschaffen. Entsprechende Vorwürfe bezeichnete er als Erfindung.

Degtjarjow erinnerte daran, dass die Ukraine 2012 zwei Nordkoreaner wegen Spionage verurteilt habe. Sie hätten auch versucht, seine Firma auszuspähen.

Pjöngjang hatte Anfang Juli eine Langstreckenrakete getestet, die theoretisch das US-Gebiet Alaska erreichen könnte. Daraufhin verschärfte die internationale Gemeinschaft die Nordkorea-Sanktionen.

mho/dpa

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