Ukraine-Krise Russische Gefangene sollen als Terroristen angeklagt werden

Die ukrainische Armee hat zwei angeblich russische Soldaten in der Ostukraine festgenommen - und will offenbar ein Exempel statuieren. Die Männer sollen wegen Terrorismus vor Gericht gestellt werden.

Ukrainische Soldaten in Luhansk: Angeblich russische Soldaten festgenommen
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Ukrainische Soldaten in Luhansk: Angeblich russische Soldaten festgenommen


Zwei in ukrainische Hände gefallene russische Soldaten sind in die Hauptstadt Kiew gebracht worden. Laut einem Sprecher der ukrainischen Armee wurden die beiden bei Kämpfen in der Nähe von Luhansk verwundet. Die Ukraine hält die Männer für Mitglieder russischer Spezialkräfte und wirft ihnen die Tötung eines ukrainischen Soldaten vor.

Die Männer seien Teil einer russischen Militäreinheit, die terroristische Ziele verfolge und ukrainische Bürger angegriffen habe, sagte der Chef der Staatssicherheit, Walentin Naliwaitschenko. Sie seien bereits am vergangenen Samstag in der Ostukraine gefangen genommen worden, hieß es.

In einem am Montag veröffentlichten Video erklärt ein verwundeter Mann, er sei Mitglied der Spezialeinheit des russischen militärischen Nachrichtendienstes Spetsnaz. Er sei Teil einer 14 Mann starken Gruppe gewesen. "Wir wurden entdeckt", sagt der Mann, der seinen Rang mit dem eines Unteroffiziers angab. "Ich wurde am Bein verletzt, als ich versuchte, mich abzusetzen."

Sollten die Angaben zutreffen, würde dies russischen Beteuerungen widersprechen, sich nicht mit regulären Truppen an den Kämpfen im Osten der Ukraine zu beteiligen. Die Regierung in Moskau hat bislang nur eingeräumt, russische "Freiwillige" könnten auf Seiten der Rebellen kämpfen. Der Westen und die Regierung in Kiew werfen dagegen Russland vor, die Separatisten neben Waffen auch mit Soldaten zu unterstützen.

ler/AFP/Reuters

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