Grenzkonflikt Russland bestreitet Eindringen von Soldaten in die Ukraine

Moskau widerspricht britischen Medienberichten: Die Behauptung, dass russische Militärfahrzeuge die Grenze zur Ukraine überquert hätten, sei falsch, teilt der Inlandsgeheimdienst FSB mit.

Russische Truppen im Grenzgebiet zur Ukraine: Moskau bestreitet Vorwürfe aus Kiew
REUTERS

Russische Truppen im Grenzgebiet zur Ukraine: Moskau bestreitet Vorwürfe aus Kiew


Moskau/Kiew - Der russische Grenzschutz bestreitet, dass ein Militärkonvoi die Grenze zur Ukraine überschritten habe. "Die russische Grenzverwaltung für das Gebiet Rostow bestätigt diese Informationen nicht", sagte Nikolai Sinizyn, Sprecher des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB.

Zuvor hatten Reporter der britischen Zeitungen "The Guardian" und "Telegraph" berichtet, dass eine Kolonne von Schützenpanzerwagen mit russischen Kennzeichen in der Nacht zu Freitag die Grenze zur Ukraine passiert habe.

Auch das ukrainische Militär sprach von einer Grenzverletzung: "Diese Bewegungen auf ukrainischem Gebiet passieren praktisch jeden Tag, um die ukrainische Seite zu provozieren", sagte Armeesprecher Alexej Dmitraschkiwski. "Die vergangene Nacht war da keine Ausnahme. Einige gepanzerte Fahrzeuge sind über die Grenze gelangt. Wir prüfen die Zahl der Fahrzeuge und Menschen, die herübergekommen sind."

Nach Angaben der Regierung in Kiew und der Nato hat Russland mehr als 40.000 Soldaten im Grenzgebiet zusammengezogen. Moskau beteuert, die Truppen planten lediglich Gefechtsübungen, eine Invasion sei nicht geplant.

Über russische Hilfsleistungen zwischen Russland, der Ukraine und dem Roten Kreuz gebe es eine Einigung, erklärt Niinisto. Ein russischer Konvoi mit Hilfsgütern für die Menschen in der Ostukraine steht derweil wenige Kilometer von der Grenze entfernt. Ukrainische Grenzschützer und Zollbeamte haben am Freitag mit der Überprüfung der knapp 300 Lastwagen begonnen. Die Inspektionen fänden an einem Grenzposten auf russischem Territorium statt, sagte ein ukrainischer Militärsprecher. Nach der Überprüfung der Lkw soll die Fracht in die nach wie vor von prorussischen Separatisten kontrollierte Stadt Luhansk gebracht werden.

syd/dpa/Reuters



Forum - Diskussion über diesen Artikel
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PeterPan95 15.08.2014
1.
Das ist halt eine Frage der Interpretation: Wenn man die Separatisten anerkennt und das Land als "unabhängige Region wasauchimmer" sieht, wars keine Grenze zur Ukraine mehr *g*
Christy Mack 15.08.2014
2. Ukrainische Souveränität
Es ist davon auszugehen, dass der russische Oberbefehlshaber kaum Kontrolle darüber hat, ob einzelne Truppen die ohnehin nicht sonderlich respektierte ukrainische Grenze übertreten. Nicht umsonst wird der Teil als Neu-Russland angesehen und daher auch hier und da die Hoheitsrechte ignoriert. Hoheitsrechte in dieser Region im Allgemeinen scheinen keinen Standards zu entsprechen. Wir im Westen müssen uns langsam aber sicher von unseren Vorstellungen darüber verabschieden. Anrainerstaaten mit Grenzen zur Russischen Förderation sind wohl doch eher Scheinstaaten als tatsächlich souveräne Nationen, wie wir es von anderen Teilen der Welt kennen bzw. wenigstens annehmen.
rosskal 15.08.2014
3. Das geht stark in Richtung Propaganda
Und wieder veröffentlichen Sie zu Agenturmeldungen Fotos, die zu diesen in keinem Zusammenhang stehen, aber den Eindruck vermitteln könnten, dass die gezeigten Fahrzeuge genau die "Eindringlinge" seien, von denen gerade berichtet wird. So etwas gabs nicht einmal zu Ostzeiten.
ja-sager 15.08.2014
4. Putinocchio
..dieser Typ kann einfach nicht anders. Er provoziert und belügt die ganze Welt. Welchen Schachzug er mit den ständigen Grenzübertretungen und dem aktuellen Hilfskonvoi (Militärfahrzeuge....) im Sinn hat wird sich zeigen. Man kann nur hoffen, dass er klammheimlich seine Leute abziehen will, um Beweise zu vernichten, dass in der Ostukraine jede Menge Putin-Mitarbeiter die Strippen ziehen. Somit könnte der Lügen-Zwerg seine "reine Weste" behalten und hätte sich geschickt aus der Ukraine-Affäre gezogen. Vielleicht sollte man die Hilfskonvoi-Fahrzeuge auf dem Rückweg mal kontrollieren....
truth&lie 15.08.2014
5.
Sie glauben doch nicht, dass sie die russischen Kennzeichen dran gelassen hätten, wenn die Schützenpanzer unbemerkt über die Grenze wollten....
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