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Ukraine-Konflikt: Russland fordert Erklärung für verstärkte Nato-Präsenz in Osteuropa

Russischer Außenminister Lawrow: Verspricht Rückzug der Truppen von der ukrainischen Grenze Zur Großansicht
DPA

Russischer Außenminister Lawrow: Verspricht Rückzug der Truppen von der ukrainischen Grenze

Der russische Außenminister Lawrow verlangt mehr Informationen über die Nato-Truppen in Osteuropa und kündigt einen Abzug eigener Soldaten an. Doch die Nato sieht weiter eine große Bedrohung.

Moskau - Der russische Außenminister Sergej Lawrow fordert die Nato heraus. Er wolle Antworten über die Aktivitäten des westlichen Militärbündnisses in Osteuropa hören, sagte er. "Wir erwarten nicht irgendwelche Antworten, sondern Antworten, die die gemeinsamen Regeln respektieren, denen wir alle zugestimmt haben." Der Minister erinnerte an eine Vereinbarung, wonach die Nato in den osteuropäischen Staaten dauerhaft keine Truppen verstärken dürfe. Russland hingegen habe das Recht, Truppen in seinen Gebieten zu bewegen.

Dann versprach er den Abzug von der Grenze zur Ukraine: Die dort stationierten Soldaten und Geschütze würden zu ihren Stützpunkten zurückkehren, sobald die Manöver beendet seien. Lawrow warf dem Westen eine unnötige Eskalation der Lage in der Ukraine vor. Einige westliche Politiker hätten sich mit ihren Äußerungen inzwischen weit von der Realität entfernt und den "Rahmen des Vernünftigen" verlassen.

Der oberste Nato-Militär hatte sich am Mittwoch besorgt über die Lage an der ukrainischen Grenze geäußert. General Philip M. Breedlove sagte in Brüssel, Russland habe dort genügend Kräfte für einen Einmarsch versammelt. Die Situation bleibe "ungeheuer besorgniserregend". Das westliche Militärbündnis arbeite nun an einem Plan, wie den östlichen Partnerländern an Land, zu Wasser und in der Luft geholfen werden könne.

Anders als die russische Regierung das zugesagt habe, sehe die Nato nur bei einem sehr kleinen Teil der russischen Kräfte Bewegung, hieß es am Mittwoch. Über die vergangene Nacht habe es keine Anzeichen für einen Rückzug in die Kasernen gegeben, sagte der US-General. Ein Einmarsch in die Ukraine könne innerhalb von nur drei bis fünf Tagen vollzogen werden, befürchtete Breedlove. Auch Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen bezeichnete die territoriale Unversehrtheit der Staaten als unverzichtbar.

Militärpräsenz in den östlichen Nato-Ländern

Klicken Sie auf die östlichen Nato-Länder für weitere Informationen.

vek/Reuters/dpa

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insgesamt 443 Beiträge
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1. Nato ist der Agressor
geoman 03.04.2014
Nun ja, wenn man den Konflikt verfolgt, so gibt es zwei Seiten, die Schuld haben. Zunächst Russland, das mit Falschinformationen versucht hat die russischsprachige Bevölkerung in der Ukraine aufzuwiegeln, dann der Westen, der mittels der Natoosterweiterung überhaupt die Krise begründet! Und jetzt die Militärpräsenz und Machtspielchen der Nato eben in Osteuropa - das zieht wiederum Konsequenzen auf russischer Seite nach sich. Mir fällt dabei aber ein, es ist wie im Kindergarten, keiner will aufhören, keiner will seine Schuld eingestehen und auf Kompromissbereitschaft gehen - bis es knallt. Es ist ein Argument für den Nato-Austritt Deutschlands.
2. Die NATO sieht......
curti 03.04.2014
Zitat von sysopDPADer russische Außenminister Lawrow verlangt mehr Informationen über die Nato-Truppen in Osteuropa und kündigt einen Abzug eigener Soldaten an. Doch die Nato sieht weiter eine große Bedrohung. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-russland-militaer-praesenz-osteuropa-a-962333.html
... allenthalben eine Bedrohung deshalb, weil sie selbst eine ist. Es ist an der Zeit, daß dies der NATO unmißverständlich klar gemacht wird. Mutti wird diesen Job zweifelsfrei nicht übernehmen, ebenso die allzeit bereiten aSozen nicht. Und die frühere Friedenspartei, die mit der Sonnenblume, lechzen mittlerweile förmlich nach Konfrontation!
3. Eine Erklärung ?
European 03.04.2014
Zitat von sysopDPADer russische Außenminister Lawrow verlangt mehr Informationen über die Nato-Truppen in Osteuropa und kündigt einen Abzug eigener Soldaten an. Doch die Nato sieht weiter eine große Bedrohung. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-russland-militaer-praesenz-osteuropa-a-962333.html
Kein Problem. Russland wird mittels politischer Umstürze zugunsten von USA gesteuerten Regierungen (Fachjargon Regime Change) eingekreist wobei die EU die ökonomische Integration der losgelösten Brocken vornimmt. Im Endstadium des Kampfes gegen Russland wird dann der Zerfall mittels des Schürens von Regionalkonflikten herbeigeführt. Reicht das ?
4. Immer wieder ...
kurt-aus-kienitz 03.04.2014
Zitat von sysopDPADer russische Außenminister Lawrow verlangt mehr Informationen über die Nato-Truppen in Osteuropa und kündigt einen Abzug eigener Soldaten an. Doch die Nato sieht weiter eine große Bedrohung. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-russland-militaer-praesenz-osteuropa-a-962333.html
... erstaunlich, dass sich Jemand auf die Einhaltung von Regeln beruft, die er selber mit Füßen getreten hat.
5. Da weiß die rechte Hand nicht was die Linke macht
Sauerländer 03.04.2014
Zitat von sysopDPADer russische Außenminister Lawrow verlangt mehr Informationen über die Nato-Truppen in Osteuropa und kündigt einen Abzug eigener Soldaten an. Doch die Nato sieht weiter eine große Bedrohung. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-russland-militaer-praesenz-osteuropa-a-962333.html
Am Montag sichert Putin noch den Truppenabzug im Telefonat mit Frau Merkel zu, heute sagt Lawrow, die Truppen werden erst nach einem Manöver abgezogen. Abgesehen davon kann von einer dauerhaften Präsenz von Nato-Truppen in den osteuropäischen Mitgliedsländern nicht die Rede sein...
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