Panzer und Artillerie Bericht über russisches Kriegsgerät an der Grenze zur Ukraine

Russische Panzer, Haubitzen und weiteres Kriegsgerät werden nahe der russisch-ukrainischen Grenze zusammengezogen. Das berichtet eine Reuters-Reporterin. Das Verteidigungsministerium kommentiert das Geschehen bisher nicht.

REUTERS

Die russische Armee zieht Truppen und Hunderte Waffen an der Grenze zur Ukraine zusammen. Eine Reporterin der Nachrichtenagentur Reuters berichtet, Raketenwerfer, Panzer und Artillerie würden in einer provisorischen Basis nahe des Kuzminsky-Schießplatzes gesammelt, der etwa 50 Kilometer von der Grenze entfernt liegt.

Weiteres Kriegsgerät werde in den Ort Matveev Kurgan transportiert. Das Gebiet liegt auf russischer Seite südlich von Luhansk und Donezk. Die Städte sind seit Monaten heftig umkämpft und werden von prorussischen Separatisten kontrolliert.

Von den Fahrzeugen, die sich nun auf russischem Boden sammeln, seien Erkennungszeichen abmontiert worden, einige Soldaten hätten ihre Abzeichen von der Uniform entfernt, berichtet die Journalistin.

Mitte Mai hatte Russland angekündigt, seine militärische Präsenz auf der annektierten Krim-Halbinsel ausbauen zu wollen. Damit reagiere der Kreml auf die anhaltenden Aktivitäten der Nato in Osteuropa, sagte der russische Gesandte bei dem westlichen Bündnis der Agentur Ria zufolge.

Bisher hatte der russische Präsident Wladimir Putin bestritten, dass russische Truppen in der Ukraine seien, die die prorussischen Rebellen unterstützen. Ein Vorwurf, den die Ukraine und der Westen seit Beginn des Konflikts aufrechterhalten.

Die Äußerungen, die nun aus Moskau kommen, klingen etwas anders: Russlands Verteidigungsministerium kommentierte den Truppenaufbau nicht. Auf die Vorgänge an der Grenze angesprochen, sagte Putins Sprecher Dmitrij Peskow jedoch: "Ich finde die Wortwahl der Frage, ob eine Invasion vorbereitet werde, an sich unangemessen."

Einige Soldaten berichteten der Reuters-Reporterin, sie seien für einfache Militärübungen zu der Basis beordert worden. Demnach stehe die Präsenz der Waffen nicht in Verbindung mit der Ukraine-Krise. Dreimal so viele Waffen wie im März seien nun in Kuzminsky stationiert, berichtet die Augenzeugin.

Der ukrainische Staatspräsident Petro Poroschenko hatte vor einer Woche im Interview mit der britischen BBC von einem "richtigen Krieg" mit Russland gesprochen. Er traue Putin nicht, sagte er. Die Ukrainer sollten sich auf eine russische Offensive einstellen.

vek/Reuters



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