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Ukraine-Konflikt: Russland will mehr Soldaten auf die Krim schicken

Russische Marinesoldaten auf der Krim: Moskau will ihre Zahl aufstocken Zur Großansicht
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Russische Marinesoldaten auf der Krim: Moskau will ihre Zahl aufstocken

Der russische Verteidigungsminister Schoigu hat angekündigt, mehr Truppen auf die Krim zu verlegen. Aus seiner Sicht ist die Situation in der Ukraine eskaliert. Zuvor hatten Kiew und die EU ein Assoziierungsabkommen unterzeichnet.

Moskau - Russland hat eine Aufstockung seiner Truppen auf der Halbinsel Krim angekündigt. Der Schritt sei besonders dringlich, sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu der Itar-Tass und anderen russischen Nachrichtenagenturen. Als Grund nannte er die Eskalation der Ukraine-Krise: "Die Präsenz ausländischer Soldaten hat sich in der direkten Umgebung unserer Grenzen erhöht", sagte Schoigu. Russland hatte die Krim trotz internationalen Widerstands annektiert.

Am Dienstagmittag hatten die Parlamente der Europäischen Union und der Ukraine das seit Jahren verhandelte Assoziierungsabkommen angenommen und unterzeichnet. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte dabei den Wunsch nach einem EU-Beitritt seines Landes bekräftigt. "Wer wird uns jetzt unsere Beitrittsperspektive streitig machen?", fragte Poroschenko in der Obersten Rada. Er werde in Kürze einen Plan für Reformen bis 2020 vorlegen, kündigte er an. Weder Krieg noch die politische Situation könnten das Ausbleiben von Reformen rechtfertigen, sagte er.

Kurz zuvor hatte das ukrainische Parlament Gesetze zur Autonomie und zur Amnestie angenommen. So soll ein Friedensplan umgesetzt werden, der Anfang September zwischen der Staatsführung und den prorussischen Separatisten im Osten des Landes vereinbart worden war. Das Autonomiegesetz sieht für den 7. Dezember Kommunalwahlen in Teilen der umkämpften Regionen Donezk und Luhansk vor. Von der Amnestie sollen Kämpfer beider Seiten profitieren. Ausgenommen sind allerdings diejenigen, denen Mord, Vergewaltigung und Terrorismus vorgeworfen wird.

Die Feuerpause war am 5. September zusammen mit dem Friedensplan vereinbart worden, ist aber brüchig. Bei Gefechten in der Ostukraine wurden seit Sonntag nach offiziellen Angaben etwa zehn Zivilisten getötet. Zudem wurden Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa beschossen.

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DER SPIEGEL

vek/Reuters/AFP

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insgesamt 224 Beiträge
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1. Natürlich
TiloS 16.09.2014
Die Russen haben die Landbrücke zur Krim noch nicht. Anders ist ein Aufmarsch dort nicht zu erklären. Der einzige, der die Lage eskalieren lässt, ist Putin. Die Agression geht weiter. Ich hoffe die EU lässt sich nicht täuschen und hält schon mal die nächste Sanktionsstufe bereit, denn die wird ganz sicher nötig sein.
2. Vorbereitung eines Angriffskrieges laufen ja weiter
silverhair 16.09.2014
Russland hat da vollkommen recht! Da mit der Unterschreibung des Assozierungsabkommens wieder das Angriffsystem der Amerikaner und die Stationierung von Langstreckenraketen gegen den Russ. Atomaren Verteidigungschutzschild akut werden , muss eben Russland dagegen entsprechende Abwehrmaßnahmen treffen - um zur Not die Stationierung solcher Systeme mit einem dann natürlich ebenso vorgezogenen Vernichtungsschlag durchzuführen! Angebliche Verteidigung ist bei Atomaren Waffensystemen eben auch "Vorbeireitung eines Angriffs" da man schlichtweg sich einen Vorteil durch einen Enthauptungschlag und Vernichtung der Verteidigungsfähigkeit verschaffen will! Krieg rückt ein Stück weit näher, und damit auch der Atomare Holocaust , darüber sollte sich jedermann klar sein - auch die "West-und Merkel-Versteher" - sie werden es eben auch nicht überleben und keinerlei Vorteile von ihrem Wahnsinn haben!
3.
hansdampf86 16.09.2014
Zitat: "Die Präsenz ausländischer Soldaten hat sich in der direkten Umgebung unserer Grenzen erhöht" die Logik der russischen Politiker muss einmal jemand verstehen. Ja selbstverständlich sind jenseits der russischen Grenzen ausländische Soldaten, wäre ja schlimm wenn russische Soldaten sich in souveränen Nachbarstaaten verlaufen.....
4.
sl2014 16.09.2014
Zitat von TiloSDie Russen haben die Landbrücke zur Krim noch nicht. Anders ist ein Aufmarsch dort nicht zu erklären. Der einzige, der die Lage eskalieren lässt, ist Putin. Die Agression geht weiter. Ich hoffe die EU lässt sich nicht täuschen und hält schon mal die nächste Sanktionsstufe bereit, denn die wird ganz sicher nötig sein.
Wie beurteilen Sie die Stationierung von NATO-Verbänden im Baltikum und das gemeinsame Manöver in der Ukraine?
5.
sdaehnrich 16.09.2014
Wie hat sich denn die USA verhalten als man auf Kuba Atomsprengköpfe stationieren wollte? Wenn man nun aber im schwarzen Meer rumschippert und die EU nicht die Finger still halten kann, ist es nur verstaendlich dass die andere Seite nicht untätig sitzen bleibt.
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Fläche: 603.700 km²
(inklusive der Krim, die seit 2014 von Russland annektiert ist)

Bevölkerung: 45,363 Mio.

Hauptstadt: Kiew

Staatsoberhaupt:
Petro Poroschenko

Regierungschef: Volodymyr Hroisman

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