Ukraine-Krise Russland zieht erste Truppen von der Grenze ab

Kreml-Chef Putin setzt seine Ankündigung zumindest in kleinen Schritten um: An der Grenze zur Ukraine haben die ersten russischen Soldaten mit dem Abzug begonnen. Die Nato bestätigte die Truppenbewegungen, drängt aber auf weitere Schritte.

Russische Soldaten an der ukrainischen Grenze (Archivaufnahme): Schrittweiser Abzug
AFP

Russische Soldaten an der ukrainischen Grenze (Archivaufnahme): Schrittweiser Abzug


Moskau/Kiew - Der schon Anfang der Woche angekündigte Abzug russischer Truppen aus dem Grenzgebiet zur Ukraine scheint endlich begonnen zu haben: Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax wurden am Donnerstag 15 Flugzeuge und 20 Züge eingesetzt, um aus drei Regionen Soldaten und militärisches Gerät abzuziehen. Der Rückzug werde fortgesetzt, wurde ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau zitiert. Die Soldaten seien nach Manöverübungen auf dem Weg zurück zu ihren Basen.

Die Nato bestätigte die Truppenbewegungen kurz vor den Wahlen am Sonntag in der Ukraine. Aber dennoch stellten die russischen Streitkräfte eine massive Präsenz im Grenzgebiet dar, sagte Oberkommandeur Philip Breedlove. Ähnlich äußerte sich auch Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen: "Wir haben gestern Abend eine begrenzte russische Truppenbewegung in der Nähe der ukrainischen Grenze gesehen." Dies könne darauf hindeuten, "dass einige dieser Truppen den Rückzug vorbereiten". Es sei aber noch "zu früh, um zu sagen, was das bedeutet, aber ich hoffe, dass es der Beginn eines umfassenden und ehrlichen Rückzugs ist".

Mindestens 20 Tote bei Kämpfen im Osten der Ukraine

Noch seien die meisten russischen Truppen in unmittelbarer Nähe zur ukrainischen Ostgrenze, sagte Rasmussen. "Und wir sehen fortgesetzte russische Manöver in diesem Gebiet. Ein umfassender und nachprüfbarer Abzug wäre ein "erster Schritt Russlands in die richtige Richtung, um seinen internationalen Verpflichtungen gerecht zu werden". Nach Angaben der Nato hat Russland zwischen 35.000 und 40.000 Soldaten im Grenzgebiet zur Ukraine stationiert.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte den Abzug der Truppen angekündigt, "damit nicht Spekulationen entstehen, wir würden die Präsidentenwahl behindern".

Im Osten der Ukraine sollen am Donnerstag bei Gefechten zwischen Regierungstruppen und prorussischen Kräftenmindestens 20 Menschen getötet und mehr als 42 verletzt worden sein. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht. Die Kämpfe hätten sich nahe Wolnowacha etwa 60 Kilometer südlich von Donezk ereignet, sagte Separatistenführer Wladimir Makowitsch von der selbst ernannten "Volksrepublik Donezk".

insgesamt 103 Beiträge
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jamey 22.05.2014
1. wie weit
hat Russland seine Truppen zurückzuziehen und wohin, lt. Hr. Rasmussen?
Jaerven 22.05.2014
2. Lachhaft
""damit nicht Spekulationen entstehen, wir würden die Präsidentenwahl behindern"." Der Wladimir hat schon genügend Bewaffnete eingeschleusst um genau das zu tun.
nasenspay 22.05.2014
3. Hat Putin seine Truppen wirklich im Griff?
Nein, seit Wochen kündigt er an, die Truppen abziehen zu wollen. Passiert ist bisher fast nichts. Also hat er seine Armee nicht im Griff - oder er lügt. Was schlimmer ist, kann jeder selbst entscheiden!
n01 22.05.2014
4. Was ist da schlimm?
Zitat von nasenspayNein, seit Wochen kündigt er an, die Truppen abziehen zu wollen. Passiert ist bisher fast nichts. Also hat er seine Armee nicht im Griff - oder er lügt. Was schlimmer ist, kann jeder selbst entscheiden!
Oder 3. Option, er wollte sie gar nicht so schnell abziehen. Da kann ja sonst jeder kommen, und sagen, zieh deine Armee ab. Aber jetzt zieht er sie ja ab.
vhn 22.05.2014
5. Aus dieser Posse...
... ist die Luft raus. Hoffe ich mal. Wladimir hat seinen Spaß gehabt.
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