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Geldwäsche-Verdacht: Schweiz sperrt 170 Millionen Franken von Janukowytsch-Vertrauten

Ein dreistelliges Millionenvermögen liegt in der Schweiz auf Eis. Das Geld hatte die Führungsriege um den ukrainischen Ex-Präsidenten Wiktor Janukowytsch dort gelagert. Die entsprechenden Konten hatte die Regierung in Bern bereits im Februar gesperrt.

Ex-Präsident Janukowytsch: Die Schweiz hat die Konten seiner Führungsriege gesperrt Zur Großansicht
AP/dpa

Ex-Präsident Janukowytsch: Die Schweiz hat die Konten seiner Führungsriege gesperrt

Bern - Die Konten sind bereits seit zwei Monaten gesperrt, doch erst jetzt ist bekannt, um welche Beträge es sich handelt: Mehr als 170 Millionen Franken der gestürzten ukrainischen Führung um Wiktor Janukowytsch sind in der Schweiz eingefroren worden. Das sind umgerechnet etwa 140 Millionen Euro. Die Bundesanwaltschaft bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Zentralschweiz am Sonntag". Die Kontensperrung betrifft demnach rund 30 Personen um den Ex-Präsidenten.

Die Regierung in Bern hatte die Sperrung bereits im Februar vorgenommen. Das war kurz nach dem Sturz und der Flucht Janukowytschs nach Russland. Zugleich hatte die Staatsanwaltschaft der Eidgenossenschaft gegen Janukowytsch und dessen Sohn Alexander ein Strafverfahren wegen des Verdachts der "schweren Geldwäsche" veröffentlicht.

Neben dem Ex-Präsidenten standen auch ehemalige Minister der gestürzten Regierung auf der Schweizer Sanktionsliste. Unter ihnen waren der ehemalige Regierungschef Mykola Asarow sowie die Ex-Minister für Finanzen, Juri Kolobow, und Justiz, Olena Lukasch, sowie der ehemalige Generalstaatsanwalt Wiktor Pschonka.

Neben der Schweiz hatten unter anderem die EU und auch Österreich Konten ehemaliger ukrainischer Spitzenpolitiker blockiert. Wie hoch die betroffenen Summen dort sind, ist nicht bekannt.

vek/dpa

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1. EU-Politik
sarazena 06.05.2014
Die Brüsseler Mischung aus Ohnmacht und Dilettantismus wird verkörpert durch die Außenbeauftragte der EU. Catherine Ashton hat diese Krise eher verschlimmert als gelöst. In normalen Zeiten wäre es beinahe egal, dass die Europäische Union eine fatale Fehlbesetzung im Außenamt hat. In diesen Zeiten aber ist es brandgefährlich. Ashton hat die Entwicklung zunächst falsch eingeschätzt, dann ungeschickt verhandelt, unklar und plump kommuniziert, schließlich Kompromisslinien nicht erkannt und am Ende bloß noch uralte Feindbilder geschürt. Die Krise hätte über einen diplomatischen Deal mit Moskau längst beigelegt sein können. Doch Ashton verstolpert seit Monaten jede Option. Am Ende misstrauen ihr die Russen, die Ukrainer und die Amerikaner gleichermaßen. Einen traurigen Tiefpunkt ihrer diplomatischen Fehltritte offenbarte ihr abgehörtes Telefonat mit dem estnischen Außenminister Urmas Paet. Demnach hatte die EU bereits am 26. Februar Informationen, dass die Heckenschützen am Maidan nicht im Auftrag des gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch, sondern im Auftrag einer Gruppe gehandelt haben sollen, die der neuen Koalitionsregierung angehören. Die Interpretation des Maidan-Massakers war ein zentraler Baustein der westlichen Legitimation für den Putsch in Kiew. Ashton ließ daraus eine Glaubwürdigkeitskrise der EU werden, das Misstrauen in Moskau und Washington ist seither gefährlich gewachsen.
2. Geldwäsche
seans 06.05.2014
Man fragt sich hier schon, woher solche Gelder kommen. Eigentlich ist die Frage natürlich rhetorisch, denn diese wurden unter der Oligarchen-Mafia Janukowitschs dem eigenen Volk abgepresst und hinterzogen. Wenn man bedenkt, dass das Prokopfeinkommen in der Ukraine um die 100 Euro im Monat beträgt, weiß man, was für eine Mafia-Marionette Russlands Janukowitsch war. Eben darum will solche schrägen Gestalten in der Ukraine niemand mehr sehen.
3. Geldwäsche.
graubär35 07.05.2014
Das Schlimme ist jedoch daran, dass wir es nicht schaffen, die Banken daran zu hindern, Geld von diesen korrupten Politikern anzunehmen. Damit machen wir uns alle mitschuldig und alles Lamentieren ist nur scheinheilig. Aber non olet.
4.
Margot 357 07.05.2014
Zitat von graubär35Das Schlimme ist jedoch daran, dass wir es nicht schaffen, die Banken daran zu hindern, Geld von diesen korrupten Politikern anzunehmen. Damit machen wir uns alle mitschuldig und alles Lamentieren ist nur scheinheilig. Aber non olet.
So einfach ist das Ganze eben nicht! Politiker haben internationale Immunität, von einen amtierenden Politiker kann man keine Konto sperren. Gaddafi hat Öl nach Europa geliefert und es musste bezahlt werden an den Sitz der Gesellschaft in Belgien. Schon vergessen?
5. Deutschland für Briefkastenfirmen
Un:sinn 07.05.2014
Erst gestern konnte man erfahren dass das deutsche Finanzministerium das Aufdecken von Schwarzgeldschiebern Steuerflucht und Geldwäsche verhindert. Die sperren sich dagegen dass die Besitzer ihre Briefkastenfirmen mit Echtnamen anmelden müßen. Angegeben werden muß wer wirklich vollen Zugriff auf die Geldmittel hat. http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/431936_report-muenchen/21190594_schein-und-briefkastenfirmen-wie-die?buchstabe=R Und da wird triumphal gemeldet dass ein Oligarch in der Schweiz Geld hat. Wohlgemerkt Geld aus dubiosen Geschäften. Aber wo sind die Meldungen von einer Überprüfung aller anderen Oligarchenkonten aus der Ukraine. Und wo sind die Meldungen über die Überprüfungen von Briefkastenfirmen aus Deutschland? Milliarden über Milliarden über Milliarden die in den schwarzen Löchern der Finanzindustrie verschwinden. Leute schaut euch den Link zu Report München an Sonst erfahrt ihr nie wie ihr an der Nase geführt werdet
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Bevölkerung: 45,363 Mio.

Hauptstadt: Kiew

Staatsoberhaupt:
Petro Poroschenko

Regierungschef: Volodymyr Hroisman

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