Brüchige Waffenruhe in der Ukraine Separatisten melden Vormarsch in Debalzewe

Kämpfe statt Waffenruhe - in der ostukrainischen Stadt Debalzewe rücken die prorussischen Separatisten nach eigenen Angaben vor: "Der Vormarsch verläuft sehr aktiv."


Debalzewe - Eigentlich gilt in Debalzewe eine Waffenruhe. Dennoch kämpfen in den Straßen der strategisch wichtigen Stadt in der Ostukraine offenbar wieder Soldaten der ukrainischen Armee und prorussische Separatisten. Die Nachrichtenagentur AFP meldet, sie habe Bestätigung von Vertretern beider Seiten. Auch die Agentur dpa berichtet, die Separatisten seien nach eigenen Angaben in die strategisch wichtige Stadt in der Ostukraine eingerückt.

"Der Vormarsch verläuft sehr aktiv. Ein großer Teil der Stadt befindet sich unter unserer Kontrolle", sagte ein Sprecher der prorussischen Kämpfer der Agentur Interfax. Es gebe viele Opfer bei den Regierungseinheiten, Dutzende andere Soldaten würden kapitulieren. Der Polizeichef des Gebietes Donezk, Wjatscheslaw Abroskin, sagte, der Verkehrsknotenpunkt Debalzewe werde von prorussischen Separatisten beschossen. Die Armeeführung in Kiew sagte, sie prüfe die Angaben.

Nach Angaben der ukrainischen Armee haben die Separatisten den Bahnhof angegriffen. Er befinde sich jedoch noch unter der Kontrolle des Militärs. "Die Separatisten kontrollieren hier nichts", sagte Militärsprecher Anrej Lysenko. "Die Kämpfe dauern an." Seinen Angaben zufolge wurden in den letzten 24 Stunden fünf ukrainische Soldaten getötet und neun verletzt.

Rings um Debalzewe wird seit Tagen gekämpft, in der Stadt im Donbass sollen bis zu 8000 ukrainische Soldaten von prorussischen Separatisten eingekesselt sein.

Der Friedensplan von Minsk sieht vor, dass der Abzug schwerer Waffen am zweiten Tag nach der Feuerpause beginnt, also an diesem Dienstag. Für den Abzug aus einer - je nach Reichweite der Waffenart - 50 bis 140 Kilometer breiten Sicherheitszone haben die Konfliktparteien zwei Wochen Zeit.

Pufferzone nach Minsker Abkommen zwischen ukrainischen Truppen und prorussischen Separatisten am 12. Februar 2015
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Pufferzone nach Minsker Abkommen zwischen ukrainischen Truppen und prorussischen Separatisten am 12. Februar 2015

vek/AFP/dpa

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twistedtacco 17.02.2015
1.
Wie wäre es, den Begriff langsam aber sicher nicht mehr zu gebrauchen? Beide Seiten feuern aufeinander. Das ist keine Waffenruhe, das ist keine brüchige Waffenruhe, das ist gar keine Waffenruhe.
neu_im_forum 17.02.2015
2. Vormarsch
Also wer vormaschiert greift an. Damit ist Minsk 2 gescheitert. Bin auf das Statement aus Moskau gespannt. Lasst mich raten... Kiew ist schuld! Wie an allem!!!!
dieschnalle 17.02.2015
3. Der Eisenbahnknotenpunkt
wird für den Transport der Kohle benötigt - und die Kohle wird schon jetzt von Kiew gekauft (Südafrika und Polen lieferten ja nicht)
static 17.02.2015
4.
Weil es eben nicht um Recht, Menschenleben, Freiheit oder Demokratie geht. Es geht um Einflusszonen, Absatzmärkte und Rohstoffe. Die Menschen in der Ukraine interessieren niemanden.
wgundlach 17.02.2015
5. Welch ein Irrsinn!
Kiew bestreitet, daß es einen Kessel gibt! Und riskiert ein Massaker! Hoffentlich ergeben die armen jungen Männer sich undretten ihr Leben! Man müßte ihnen dafür einen Orden verleihen. Wie herzlos und unmenschlich ist doch so ein Kampf um Territorium, wie sinnlos. Die Menschen, die darauf Leben werden dumgebracht. Welch ein Gewinn!
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