Kampf gegen Separatisten: Ukrainisches Militärflugzeug über Ostukraine abgeschossen

Der Angriff kam beim Landeanflug: Im Osten der Ukraine haben prorussische Separatisten offenbar mit Abwehrraketen ein Transportflugzeug des Militärs abgeschossen. An Bord waren fünfzig Soldaten.

Transportflugzeug Iljuschin IL-76 (Archivbild): Beim Landeanflug von Abwehrraketen getroffen Zur Großansicht
REUTERS/ Richard Wainwright

Transportflugzeug Iljuschin IL-76 (Archivbild): Beim Landeanflug von Abwehrraketen getroffen

Kiew - Im Osten der Ukraine haben die prorussischen Separatisten nach Angaben der Regierung in Kiew ein ukrainisches Militärflugzeug abgeschossen. "Terroristen" hätten mit Abwehrraketen vom Typ "Zenit" und großkalibrigen Maschinengewehren auf die Transportmaschine vom Typ Iljuschin IL-76 gefeuert, als sie sich gerade auf dem Landeanflug auf den Flughafen von Luhansk befand, teilte das Verteidigungsministerium mit. Nach Angaben eines Militärsprechers kamen 49 Soldaten ums Leben.

Das Flugzeug transportierte dem Ministerium zufolge Truppen, die Soldaten vor Ort ablösen sollten. Zudem habe sich Ausrüstung an Bord befunden. Die IL-76 ist ein schweres Transportflugzeug mit vier Düsentriebwerken, das knapp 150 Soldaten, aber auch schwere Ausrüstung wie Panzer oder Geschütze transportieren kann. Ende Mai wurden beim Abschuss eines Hubschraubers durch die Separatisten bei Slowjansk 14 ukrainische Soldaten getötet, darunter ein General.

Insgesamt sind bei den Kämpfen im Osten der Ukraine in den vergangenen zwei Monaten mindestens 270 Menschen ums Leben gekommen. Das ukrainische Militär geht seit Wochen mit Gewalt gegen die prorussischen Separatisten vor, die Luhansk, Donezk, Slowjansk und andere Städten besetzt halten. Am Freitag gelang es der Armee eigenen Angaben zufolge, nach heftigen Kämpfen die südöstliche Hafenstadt Mariupol wieder unter Kontrolle zu bringen. Dabei seien zahlreiche Separatisten getötet worden.

Die Regierung in Kiew wirft Russland vor, die Milizen mit Kämpfern und Waffen zu unterstützen. Laut Präsident Petro Poroschenko lieferte Russland den Separatisten diese Woche drei Panzer. Auch die USA warfen Moskau vor, den Milizen Panzer und Raketenwerfer überlassen zu haben.

"Wir schätzen, dass die Separatisten im Osten der Ukraine schwere Waffen und militärische Ausrüstung von Russland erlangt haben, darunter russische Panzer und Raketenwerfer", sagte eine Sprecherin des US-Außenamts. Die USA hätten Informationen, wonach Russland ausgemusterte Panzer auf einem Stützpunkt im Südwesten zusammengezogen habe und einige dieser Panzer kürzlich den Stützpunkt verlassen hätten. Die nun in der Ukraine aufgetauchten Panzer stammten offensichtlich aus Russland. Moskau werde behaupten, dass diese Panzer von der ukrainischen Armee stammten, doch gebe es in der Region keine ukrainischen Panzertruppen.

Die russische Regierung warf der Ukraine ihrerseits vor, mit zwei Panzern auf ihr Gebiet vorgedrungen zu sein. Es gibt seit Wochen immer wieder Berichte, dass Russland Kämpfer und Waffen über die Grenze lässt, um die prorussischen Separatisten zu unterstützen, die in den Regionen Donezk und Luhansk seit Wochen gegen die ukrainischen Sicherheitskräfte kämpfen. Harf sagte, Internetvideos zeigten den Panzerkonvoi, wie er durch Städte im Osten der Ukraine fuhr. Mehrere Raketenwerfer seien zudem in Luhansk gesehen worden.

dab/AFP/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 352 Beiträge
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1.
cryn 14.06.2014
"Offenbar" danke spon für so eine aussage auf Bild Eben.
2. ...
spon-facebook-720796197 14.06.2014
Im Krieg sterben Menschen. Um das zu verhindern, gilt es, den Krieg zu beenden... idealerweise nicht per bedingungsloser Kapitulation, sondern per Friedensschluss.
3. Oh Mist
janne2109 14.06.2014
oh großer großer Mist, das riecht jetzt nach einem größeren Krieg. Ich möchte nicht, dass weiter darüber diskutiert wird ob die Ukraine in die EU kommt. Es ist mir wurscht ob die Separisten von Russland unterstützt werden, sie sind nun mal da und ein Land was sich nicht einigen kann ob es sich West- oder Osteuropa zuwendet hat nix in der EU zu suchen. Haltet Euch alle raus aus diesem Kampf, bitte, endlich. Wir hätten uns gar nicht einmischen dürfen..
4. optional
ludmilla672 14.06.2014
"Die nun in der Ukraine aufgetauchten Panzer stammten offensichtlich aus Russland." Das ist Quatsch. Diese Uraltpanzer stammen aus Sowjetbeständen. Russland verwendet sie nicht mehr, die Ukraine jedoch schon. Es macht für Russland keinen Sinn, sich dem Vorwurf der Proliferation auszusetzen, wegen 3 Panzern, die gegen die übermächtige Ukrainische Armee wenig Nutzen für Donetsk/Luhansk darstellen. Statt dass Kiew zugeben würde, dass ihnen Gerät abhanden gekommen ist, versuchen sie das mit der EUSANATO propagandistisch gegen Russland auszunutzen. Es ist ja längst klar, dass die in diesem schmutzigen Krieg Russland als Sündenbock erkoren haben.
5. Klar Schiff
Markenbox 14.06.2014
Zitat von sysopDer Angriff kam beim Landeanflug: Im Osten der Ukraine haben prorussische Separatisten offenbar mit Abwehrraketen ein Transportflugzeug des Militärs abgeschossen. An Bord waren fünfzig Soldaten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-separatisten-sollen-flugzeug-abgeschossen-haben-a-975147.html
Der amerikanische Außenminister sollte wieder mal eine Power Point Folie vor der Uno präsentieren und der Kriegsgrund wäre endlich da. Das hat doch schon mal geklappt. Dieses Gezerre um drei Panzer ist einer Großmacht unwürdig. Da ist doch sicher mehr dahinter. Da regt sich ein Waffenhändler und Präsident über drei Panzer auf und der Westen nickt unkritisch zustimmend und wedelt freudig erregt mit dem Schwanz.
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