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Gefechte bei Donezk: Trotz Waffenruhe viele Tote in der Ukraine

Ukrainische Soldaten in Donezk (Archivaufnahme): Gefechte trotz Waffenpause Zur Großansicht
DPA

Ukrainische Soldaten in Donezk (Archivaufnahme): Gefechte trotz Waffenpause

In der Ukraine sind die schwersten Gefechte seit Beginn der Waffenruhe aufgeflammt. Mindestens 15 Menschen wurden in der Region Donezk getötet. In Charkiw zerstörten Nationalisten eine Lenin-Statue - für viele Russen eine Provokation.

Kiew/ Donezk - In der Region Donezk ist es trotz der seit Anfang September geltenden Waffenruhe zu schweren Kämpfen zwischen prorussischen Separatisten und Regierungssoldaten in der Ukraine gekommen. Mindestens 15 Menschen sollen dabei getötet worden sein.

Es sind die heftigsten Gefechte seit Inkrafttreten der Feuerpause. Bei Kämpfen am Flughafen von Donezk seien sieben Soldaten getötet und neun weitere verletzt worden, teilte der Präsidentenberater Jurij Birjukow am Montag in Kiew mit. Eine Granate traf demnach einen gepanzerten Truppentransporter.

Die prorussischen Separatisten sprachen dagegen von fünf toten Kämpfern in den eigenen Reihen und von acht Verletzten. Die Stadtverwaltung von Donezk berichtete in einer Mitteilung von drei getöteten Zivilisten und mehreren Verletzten. Die Lage in der Region sei gespannt, hieß es in der Mitteilung des Stadtrats. In vielen Vierteln sei Feuer aus schweren Waffen zu hören.

Schon am Wochenende hatte es Kämpfe um den Flughafen der Separatistenhochburg Donezk gegeben. Die Separatisten teilten mit, dass die Feuerpause mehr als ein Dutzend Mal verletzt worden sei. Wohnhäuser, Industrieanlagen und öffentliche Gebäude seien zerstört worden. Die Aufständischen gaben die Zahl der getöteten Zivilisten mit sechs an. 18 Bürger in Donezk seien verletzt worden, hieß es.

Demonstranten zerstören Lenin-Denkmal

Charkiw: Die größte noch stehende Lenin-Statue des Landes wurde von Demonstranten zerstört Zur Großansicht
AFP

Charkiw: Die größte noch stehende Lenin-Statue des Landes wurde von Demonstranten zerstört

Nationalistische Demonstranten zerstörten derweil in der ostukrainischen Stadt Charkiw die größte noch stehende Lenin-Statue des Landes - für viele Russen eine Provokation. Die 8,50 Meter hohe Statue des Bolschewikenführers wurde in der Nacht zum Montag auf Beinhöhe abgesägt und anschließend unter dem Jubel der Menge mit einem Seil vom Sockel gerissen.

In der zweitgrößten Stadt der Ukraine hatten sich zuvor am Sonntag Tausende antirussische Demonstranten versammelt, an der späteren Zerstörung der Statue beteiligten sich dann noch einige Dutzend Nationalisten.

Die Behörden der russischsprachigen Stadt mit 1,5 Millionen Einwohnern hatten die Entfernung der Lenin-Statue bereits zugesagt, den Vollzug wollten die Aktivisten aber offenkundig nicht abwarten. Einige von ihnen nahmen Bruchstücke des Denkmals als Andenken mit nach Hause. Die wegen des Verdachts auf Sachbeschädigung eingeleiteten Ermittlungen wurden am Sonntag eingestellt, da laut dem Innenministerium niemand bei der Protestaktion zu Schaden kam.

als/Reuters/AFP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 49 Beiträge
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1. ??
drakon86 29.09.2014
Wer hat denn da angegriffen? Wenn die Stadt unter Kontrolle der Seperatisten ist ist das wohl klar. Die 15km entmilitarisierte Zone scheint ja keine der Parteien zu interssieren. Schade das mit einer Chance auf Frieden so umgegangen wird.
2. Wiederherstellung der Lenin-Statue
Rainer_H 29.09.2014
Der Bürgermeister von Charkiv hat gerade erklärt, dass er für die Wiedererrichtung der Statue an der gleichen Stelle sorgen wird, da die überwiegende Mehrheit der Stadtbevölkerung diese kriminellen Handlungen der Nationalisten ablehnt http://www.rg.ru/2014/09/29/kernes-site-anons.html Übrigens war gerade Lenin der Geburtshelfer der Ukraine mit den heutigen Grenzen.
3. Wofür steht Lenin?
TiloS 29.09.2014
Der Abriss ist ein freudiges Ereignis für alle, die die Freiheit lieben. Nicht nur, dass ein Symbol der russischen Unterdrückung entfernt wurde, nein Lenin steht für den Kommunismus, einer zutiefst undemokratischen Gesellschaftsform.
4. Ruslana Lyschytschko
nano-thermit 29.09.2014
Ruslana war das Aushängeschild des Westens gegen putin und die echten Freiheitskämpfer. Hat Preise bekommen von Michelle Obama und sogar Mutti hat sie toll gefunden. Nun WAR sie tatsächlich in der umkämpften Region und war geschockt. Hat Jun die Wahrheit gesehen und alle westlichen Reporter eingeladen mit ihr wieder hin zu fahren. Ich vermute der SPon wird dies wie immer totschweigen.
5. Putin zündelt
sonnenzwirbel 29.09.2014
Es wäre hilfreich, wenn die Medien mal genau hinschauen, wer denn dauernd die Waffenruhe verletzt. Es sind in aller Regel die sogenannten "Separatisten", welche die Ukrainer zum Gegenfeuer zu provozieren versuchen. Der Flughafen wird von ihnen täglich angegriffen. Putin hat keine Interesse am Frieden, und an Wahlen in der Ukraine schon gar nicht, deswegen wird das ewig so weitergehen. Werft die Russen endlich zum Swift-System raus, wie das Europa-Parlament gefordert hat!
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Regierungschef: Volodymyr Hroisman

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