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EU-Außengrenze: Ukraine sperrt Flüchtlinge in Gefängnisse

DER SPIEGEL

Hunderte Flüchtlinge versuchen, über die Ukraine in die EU zu gelangen - dort werden sie laut einem Bericht des SPIEGEL bis zu einem Jahr lang inhaftiert. Das Geld für Bau und Renovierung der Gefängnisse kommt dabei auch von der EU.

Hamburg - Flüchtlinge werden in der Ukraine bis zu ein Jahr lang in Gefängnissen inhaftiert, deren Bau und Renovierung von der EU mitfinanziert wurden. Das ergeben Recherchen des SPIEGEL und des ARD-Magazins "Report Mainz".

Mehrere Flüchtlinge berichteten, dass sie mitten in der Nacht an der EU-Außengrenze aufgegriffen und in der Ukraine inhaftiert wurden. Ein Somalier, der inzwischen in Rheinland-Pfalz lebt, sagt, er habe insgesamt fast drei Jahre in ukrainischen Haftanstalten verbracht. Dort sei es auch zu Misshandlungen von Flüchtlingen gekommen.

Ein Bericht der Organisation Human Rights Watch prangerte bereits 2010 Missstände in ukrainischen Internierungslagern für Migranten an; 2012 traten Gefangene in einen Hungerstreik. Die EU hat in den vergangenen Jahren einen zweistelligen Millionenbetrag in den Bau und die Renovierung von derartigen Haftanstalten investiert. Jedes Jahr versuchen Hunderte Flüchtlinge, über die Ukraine in die EU zu gelangen.

Der "Report Mainz" wird am kommenden Dienstag um 21.45 Uhr in der ARD gesendet.

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