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10. Februar 2015, 13:58 Uhr

Tote in Kramatorsk

Raketenangriff auf Militär-Hauptquartier in der Ostukraine

Vor dem geplanten Ukraine-Gipfel in Minsk versuchen die Konfliktparteien, ihre Ausgangsposition zu verbessern. Separatisten beschießen das Hauptquartier der Regierungstruppen, Kiews Armee startet eine Offensive bei Mariupol.

Kiew/Moskau - Kramatorsk liegt 50 Kilometer von der Frontlinie zwischen ukrainischer Armee und prorussischen Separatisten entfernt. Doch am Dienstagmittag ist die Stadt in der Ostukraine erneut zum Kriegsgebiet geworden: Mehrere Raketen schlugen in dem Ort ein, der von ukrainischen Regierungstruppen kontrolliert wird. Mindestens eine Frau wurde getötet, Kiew spricht sogar von sechs Toten und mehr als 20 Verletzten.

Ein zweiter Raketenangriff auf Kramatorsk richtete sich gegen das Hauptquartier der Armee in der Ostukraine. Nach Angaben von Präsident Petro Poroschenko wurde die Militärstellung von einer Tornado-Rakete getroffen. Angaben über Tote oder Verletzte machte er nicht.

Nach Angaben der Regierung sind die Raketen aus dem Gebiet um die Stadt Horliwka abgefeuert worden. Der Ort liegt etwa 50 Kilometer von Kramatorsk entfernt und wird von den prorussischen Aufständischen kontrolliert. Die Separatisten bestritten jedoch, Raketen auf die Stadt abgefeuert zu haben.

Regierungstruppen starteten eine Offensive nahe der Hafenstadt Mariupol . Sicherheitsratssekretär Alexander Turtschinow führe die Truppen der Nationalgarde persönlich an, teilte der Nationale Sicherheitsrat in Kiew mit.

"Wir wollen die Aufständischen von Positionen zurückdrängen, von denen sie in die Stadt feuern können", sagte Militärsprecher Andrej Lyssenko. Auch das Freiwilligenregiment Asow beteiligte sich nach eigener Darstellung an dem Vorstoß.

Die Separatisten berichteten von erbitterten Kämpfen. "Wir schließen eine Gegenoffensive nicht aus, aber das steht für uns jetzt nicht an oberster Stelle", sagte Separatistensprecher Eduard Bassurin. Die Rebellen melden ihrerseits Geländegewinne rund um den Verkehrsknotenpunkt Debalzewe in der Nähe von Donezk. Bei Gefechten in dem Gebiet wurden in der Nacht mindestens sieben ukrainische Soldaten und zwei Zivilisten getötet.

An diesem Mittwoch soll in der weißrussischen Hauptstadt Minsk bei einem Gipfel mit Kanzlerin Angela Merkel und den Präsidenten Wladimir Putin, François Hollande und Poroschenko ein neuer Waffenstillstand im Donbass ausgehandelt werden. Das Treffen gilt als entscheidend für die Zukunft der Ostukraine. Doch es ist noch nicht einmal sicher, dass der Gipfel überhaupt zustande kommt.

"Die Vorbereitungen laufen", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge in Moskau. Das weißrussische Außenministerium teilte mit, noch keine genauen Angaben zu besitzen.

Peskow kritisierte die vom Westen angedrohten neuen Sanktionen und Waffenlieferungen im Ukraine-Konflikt als weiteren Versuch einer Destabilisierung. "Russland ist ein Land, das wirklich an der Lösung der Krise interessiert ist", sagte der Kremlsprecher. "Alle anderen Pläne einer Verschärfung der Sanktionen, einer Isolation Russlands, einer Lieferung von Waffen und so weiter - das alles sind leider Schritte einer Destabilisierung der Lage in der Ukraine", meinte er.

syd/AP/Reuters

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