Uno-Angaben Hunderttausende fliehen vor Ukraine-Konflikt

Die Vereinten Nationen fürchten eine Massenflucht aus der Ukraine. Mittlerweile seien mehr als eine Million Menschen vertrieben worden. Bei den Kämpfen zwischen Rebellen und ukrainischen Truppen kamen bislang 2600 Menschen ums Leben.

Ukrainische Flüchtlingsfamilie: Weg aus dem Kampfgebiet
AP

Ukrainische Flüchtlingsfamilie: Weg aus dem Kampfgebiet


Genf - Der bewaffnete Konflikt in der Ukraine dauert bereits seit mehreren Monaten an. Prorussische Milizen kämpfen im Osten des Landes erbittert gegen ukrainische Truppen. Dabei wurde bereits eine halbe Million Menschen in die Flucht getrieben, melden die Vereinten Nationen. Mindestens 260.000 Menschen hätten sich von den Krisengebieten in andere Gegenden innerhalb der Ukraine geflüchtet. Dieselbe Anzahl habe Moskauer Angaben zufolge in Russland Asyl oder einen Flüchtlingsstatus beantragt.

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Heft 36/2014
Die hektische Suche nach einem entschleunigten Leben

"Man kann mit Sicherheit sagen, dass mittlerweile über eine Million Menschen wegen des Konflikts vertrieben wurden", sagte Vincent Cochetel, Direktor des UNHCR-Büros für Europa. Dabei zähle er die Zahlen der Flüchtlinge innerhalb und außerhalb der Ukraine zusammen. 260.000 Flüchtlinge in der Ukraine seien eine niedrige Schätzung, sagte Cochetel. Weitere 814.000 Menschen seien mittlerweile in Russland gelandet. "Dazu kommen weitere aus Weißrussland, Moldau und der Europäischen Union", sagte Cochetel.

Anfang August hatte Moskau gemeldet, dass seit Jahresbeginn rund 730.000 Menschen von der Ukraine nach Russland ausgewandert seien. Diese Zahlen seien glaubwürdig, bestätigte Cochetel damals. Doch nicht alle von ihnen seien Flüchtlinge.

In ihrer vorherigen Schätzung vom 20. August hatte die Uno-Behörde noch von 190.000 Vertriebenen innerhalb des Landes gesprochen. "Was die andauernden Kämpfe in der Ostukraine in Donezk, Luhansk und den Süden der Region Donezk betrifft, sind wir sehr besorgt über das Risiko weiterer Abwanderung", sagte Cochetel.

Bei den Auseinandersetzungen im Osten der Ukraine wurden nach Angaben der Vereinten Nationen fast 2600 Menschen getötet. Auch Uno-Flüchtlingskommissar António Guterres sei sehr besorgt über das Risiko einer weiteren Massenvertreibung aus den Teilen der Ukraine.

SPIEGEL ONLINE

vek/AFP/Reuters/dpa

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insgesamt 145 Beiträge
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denis111 02.09.2014
1. Konflikt nein, Krieg ja
Wann hört diese ewige Verharmlosung in der Berichterstattung auf? Es handelt sich nicht um einen "Konflikt" in der Ukraine, sondern um Krieg. Damned!
westin 02.09.2014
2. Das ist Kapitalverbrechen,
verursacht durch die angreifende Regierungstruppen.Anstatt sich 6 Monate intesiv in Verhandlugen zu einigen,wird geschossen.
bigbaer 02.09.2014
3. 1 Mio Vertriebene?
1 Mio Vertriebene - und das heißen wir gut und unterstützen das? Ich dachte es geht da nur um Terroristenbekämpfung? Scheint ja wohl doch eher so zu sein, dass hier Kiew einen Krieg gegen das eigene Volk führt!
DirkSt 02.09.2014
4. Putin kann nur verlieren
Putin mag einen Krieg gewinnen können. Aber die Ressourcen, die es braucht, um die in immsenem Umfang zerstörte Infrastruktur einer dann besetzten Ukraine wieder herzurichten, dürften Russland genauso massiv fordern wie die Versorgung von Hunderttausenden Flüchtlingen. Ich kann jedenfalls den "Plan" nicht erkennen - warum sollte es Russland in Kauf nehmen, eine Verschlechterung seiner wirtschaftlichen Lage zu verursachen (und wenigstens das wird bei zunehmenden Sanktionen passieren, wenn schon Verstöße gegen Menschen- und Völkerrecht im 21. Jahrhundert nicht mehr robust geahndet werden) und gleichzeitig die Anforderungen an das System massiv zu erhöhen. Und sowohl die Flüchtlinge als auch die Konsolidierung eines dann besetzten Gebietes der Ukraine sind ein Muss, wenn Putin sich nicht eine weitere unzufriedene "Klientel" züchten möchte. Diesen Gesamtkonflikt kann er nur verlieren. Russland und sein Ansehen haben in jedem Fall schon massiv verloren und Schaden für die Zukunft erlitten.
cn459 02.09.2014
5.
Warum laufen denn über 800.000 Menschen nach Russland? Das sind doch die Bösen. Wenn die EU es ernst meint, mit dem Statement wir kämpfen in der Ukraine für westliche Werte, dann würde man die Visumsfreiheit für ukrainische Bürger einführen.
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