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Krieg im Donbass: Uno meldet insgesamt 6000 Tote im Ukraine-Konflikt

Zivilistin im zerstörten Donezk: Hunderte Tote - pro Monat Zur Großansicht
AP

Zivilistin im zerstörten Donezk: Hunderte Tote - pro Monat

Hunderte starben allein in den vergangenen Wochen: Laut der Uno sind im Ukraine-Konflikt schon mehr als 6000 Menschen getötet worden. Der Menschenrechtskommissar spricht von "gnadenloser Zerstörung des Lebens von Zivilisten".

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Genf - Im Krieg in der Ostukraine sind der Uno zufolge bisher mehr als 6000 Soldaten und Zivilisten ums Leben gekommen. Gerade die Kämpfe unmittelbar vor Inkrafttreten der jüngsten Waffenruhe hätten Hunderte Tote gefordert, sagte Uno-Menschenrechtskommissar Zeid Ra'ad Al Hussein. Der aktuelle Bericht zur Menschenrechtslage in der Ostukraine zeige "ein Bild gnadenloser Zerstörung des Lebens von Zivilisten und der Infrastruktur."

Vor allem Frauen, Kinder, Ältere und Schwache litten unter den unhaltbaren Zuständen, sagte der Diplomat weiter. Alle Verletzungen der Menschenrechte müssten gründlich untersucht und die Täter angeklagt werden, forderte er vor Beginn der Frühjahrssitzung des Uno-Menschenrechtsrats.

Zum Auftakt der vierwöchigen Debatten werden Außenminister und andere hohe Vertreter zahlreicher Staaten erwartet. Im Mittelpunkt der Beratungen wird auch die Lage im Irak und in Syrien stehen. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier wird am Dienstag vor dem Gremium sprechen.

Zuletzt gab es erstmals seit Monaten Anzeichen einer Entspannung in der Krisenregion. Die Ukraine-Sonderbeauftragte der OSZE äußerte sich am Freitag zuversichtlich über eine Stabilisierung der Lage: "Der deutliche Rückgang der Kampfhandlungen in den vergangenen Tagen, der Austausch von Gefangenen und der Abzug schwerer Waffen sind ermutigende Anzeichen", sagte Heidi Tagliavini im Uno-Sicherheitsrat.

"Wir stehen an einem Wendepunkt"

Die derzeitige Deeskalation werde "hoffentlich einen unumkehrbaren Prozess einleiten". Von einer vollständigen Umsetzung des Minsker Friedensplans seien die Konfliktparteien aber noch "weit entfernt", sagte die Diplomatin. Es drohe jederzeit eine erneute Eskalation. "Wir stehen an einem entscheidenden Wendepunkt und es besteht das Risiko einer erneuten Eskalation", sagte die OSZE-Gesandte.

In der Ostukraine sind derzeit rund 450 Beobachter der OSZE, um die Umsetzung des Friedensplans zu überwachen. Einsatzleiter Ertugrul Apakan rief die Mitglieder des Uno-Sicherheitsrats auf, die Mission technisch aufzurüsten. Er forderte weitere Drohnen sowie eine bessere Satellitenüberwachung.

Bei der Umsetzung des Minsker Abkommens waren in den vergangenen Tagen leichte Fortschritte zu beobachten. So verkündete die ukrainische Armee den Beginn des Abzugs schwerer Waffen von der Frontlinie. Die Rebellen erklärten, sie hätten ihrerseits den Abtransport nahezu abgeschlossen, während die OSZE lediglich einzelne Waffenbewegungen auf beiden Seiten bestätigte. Auch die Intensität der Kämpfe nahm in den vergangenen Tagen ab.

Die prorussischen Rebellen kämpfen im Osten der Ukraine seit Monaten gegen die ukrainische Armee. Am 12. Februar unterzeichneten beide Seiten unter internationaler Vermittlung einen Friedensfahrplan. Die vereinbarte Waffenruhe wurde seitdem jedoch immer wieder gebrochen.


Zusammengefasst: Im Ukraine-Konflikt sind laut der Uno binnen einem Jahr mehr als 6000 Menschen getötet worden. Besonders leiden demnach Frauen, Kinder, Ältere und Schwache unter dem Krieg. In Genf diskutiert der Uno-Menschenrechtsrat auch die Lage im umkämpften Donbass - dort gab es zuletzt weniger Gefechte.

mxw/dpa/AP

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