US-Geheimdienstchef warnt "Die Separatisten formieren sich neu"

Er glaubt nicht an eine Waffenruhe in der Ukraine: US-Geheimdienstchef James Clapper rechnet damit, dass die prorussischen Rebellen im Frühjahr die ukrainische Hafenstadt Mariupol angreifen werden.

Warnt vor einem neuen Angriff der Separatisten: US-Geheimdienstchef Clapper
AP/dpa

Warnt vor einem neuen Angriff der Separatisten: US-Geheimdienstchef Clapper


Washington - Die prorussischen Rebellen haben nach eigenen Angaben damit begonnen, schwere Waffen aus dem Konfliktgebiet im Osten der Ukraine abzuziehen. Doch US-Geheimdienstdirektor James Clapper geht davon aus, dass sie sich bereits neu formieren. Er rechnet im Frühjahr mit einem Angriff der Separatisten auf Mariupol. Die Hafenstadt im Südosten der Ukraine gilt als letzter strategisch wichtiger Stützpunkt der ukrainischen Staatsführung in den von prorussischen Separatisten beanspruchten Gebieten.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier hatte die Separatisten erst vor wenigen Tagen beim Ukraine-Krisengipfel in Paris vor einem Angriff auf Mariupol gewarnt. Käme es tatsächlich zu einem Angriff, würde das die Geschäftsgrundlage für das Abkommen von Minsk "natürlich völlig verändern".

"Ich glaube, sie werden bis zum Frühjahr warten, bevor sie angreifen", sagte Clapper bei einer Anhörung vor dem Streitkräfteausschuss des US-Senats. Die US-Geheimdienste gingen davon aus, dass Russlands Präsident Wladimir Putin sich die Kontrolle über Teile der Ostukraine samt eines Landzugangs zur Krim sichern wolle. "Unsere Bewertung der Lage ist nicht, dass er die Eroberung der ganzen Ukraine anstrebt."

Clapper sprach sich auch für die Lieferung tödlicher Waffen an die Ukraine aus: Der russische Staatschef würde sich dadurch herausgefordert fühlen und noch mehr Kriegsgerät in das Land senden. So würde noch einmal deutlicher werden, dass die Russen entgegen ihrer Aussage tatsächlich in den Konflikt involviert seien. Dies sei aber nur seine persönliche Meinung, die nicht notwendigerweise die Position der US-Geheimdienste widerspiegele.

Der Leiter des US-Militärgeheimdienstes DIA, General Vincent Stewart, zeigte sich bei der Anhörung in dieser Frage skeptisch. Die DIA sei zu dem Schluss gekommen, dass Waffenlieferungen an den militärischen Machtverhältnissen in der Ostukraine nichts ändern würden.

vet/dpa/AFP

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insgesamt 205 Beiträge
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Seite 1
alfredjosef 27.02.2015
1. Rechthaberei
"Clapper sprach sich auch für die Lieferung tödlicher Waffen an die Ukraine aus: Der russische Staatschef würde sich dadurch herausgefordert fühlen und noch mehr Kriegsgerät in das Land senden." Ja toll - nur damit er Recht gehabt haben wird sollen 5000 Menschen oder mehr sterben? Was macht man mit solchen Führungskräften? Wegsperren? aj
alfredjosef 27.02.2015
2. Rechthaberei
"Clapper sprach sich auch für die Lieferung tödlicher Waffen an die Ukraine aus: Der russische Staatschef würde sich dadurch herausgefordert fühlen und noch mehr Kriegsgerät in das Land senden." Ja toll - nur damit er Recht gehabt haben wird sollen 5000 Menschen oder mehr sterben? Was macht man mit solchen Führungskräften? Wegsperren? aj
dasauge17 27.02.2015
3. das müssen wir jetzt erstmal glauben
dann Krieg führen und die Historiker sagen uns dann wie es wirklich war.
geschwafelablehner 27.02.2015
4. Rußland sollte dafür sanktioniert werden,
dass Clapper glaubt, dass die Separatisten vielleicht Mariupul angreifen könnten, ist doch logisch oder? Zitat: Clapper sprach sich auch für die Lieferung tödlicher Waffen an die Ukraine aus: Der russische Staatschef würde sich dadurch herausgefordert fühlen und noch mehr Kriegsgerät in das Land senden. Also wir sollten eskalieren, damit Putin danach auch eskaliert - das ist auch logisch. Irgendwie frag ich mich, was solche Leute so zu sich nehmen...
jamesgerard888 27.02.2015
5.
Diese kreigstrieber Clapper glaubt nicht an ein waffenruhe. Naturlich nicht well ehr und seine freunde in das Amerikanisch State Department tun alles in ihrem macht das keine waffenrufe sstaatfinden. Es ist ganz klar das eine waffenruhe nicht in ihrem interresse. Sehr gefarliche leute.
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