Konflikt mit Moskau Ukraine verbietet russische TV-Sender

Die ukrainische Regierung hat die Ausstrahlung 14 russischer Fernsehsender untersagt. Notfalls sollen Störanlagen aus der Sowjetzeit zum Einsatz kommen, um die Sender zu blockieren.


Kiew - Die Regierung in Kiew reagiert im Konflikt um die Ostukraine mit einem Verbot russischer TV-Sender. 14 Fernsehsender, darunter die kremlnahe Station "Russia Today" und "Life News", wurden in der Ukraine von den Schirmen verbannt.

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Heft 34/2014
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Der ukrainische Innenminister Arsen Awakow unterzeichnete ein entsprechendes Dekret, das den Empfang der Sender über die Kabelprogramme stoppt. Das Verbot soll demnach zeitweise gelten, erklärte ein Regierungsmitarbeiter auf seiner Facebook-Seite. Ab wann es gilt, war zunächst unklar.

Zur Begründung heißt es, die russischen Sender würden "Kriegspropaganda und Gewalt" ausstrahlen. Wie die ARD-Korrespondentin Golineh Atai berichtet, soll der Empfang in der gesamten Ukraine notfalls mit Störsignalen durch Anlagen aus sowjetischer Zeit unterbunden werden.

heb/Reuters

insgesamt 45 Beiträge
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colonium 19.08.2014
1. Propaganda allerorten..
Ich fände es hilfreich, wenn auch 14 ukrainische TV Sender verboten würden. Denn ekelhafte Propaganda machen beide Seiten- Vor allem die Sender, die Präsident Poroschenko gehören, wie Kanal 5, sollten unter den verbotenen Sendern sein. Wenn die Ukrainer weder russische noch ukrainische Propaganda mehr sehen können, werden sie vielleicht vernünftig und wenden sich einer politischen Lösung zu. Es wäre wünschenswert.
Xander 20.08.2014
2. Meiner Meinung nach
Zurecht. Das was im russischen Fernsehen den ganzen Tag abgespielt wird ist nicht mehr feierlich. Da wird der Westen ganz klar und deutlich zum Feind erklärt. Aber nicht wie bei uns, wo mal am Rande erwähnt wird, dass Putin die Separatisten unterstützt und deshalb am Krieg mitschuldig ist, ne, da wird wirklich über Stunden hinweg dargelegt wie böse der Westen ist, was für falsche moralischen Werte übermittelt werden. An erster Stelle im Programm heißt es die USA nieder machen, egal wie, danach darlegen wie speichelleckend sich die EU benimmt, dann wird gezeigt wie unschuldig die russische Regierung ist und wie unfair alle anderen zu Russland sind und schließlich wird noch vermittelt wieviel tolles Russland für alle macht. Teilweise verwendet man dann auch noch gefälschtes Material oder erklärt Zusammenhänge nicht bzw. Falsch. Da sind unsere Medien in Sachen Propaganda wirklich absolut harmlos. P.S. Liebe Spiegelmitarbeiter, ihr leistet gute Arbeit. Gute Nacht.
rwinter77 20.08.2014
3. Noch ein Thema für Frau Merkel
Da hat Frau Merkel ja noch ein Thema für Ihren Besuch in Kiew. Neben der Entwaffnung aller irregulären "Freiwilligenverbände", die vor kurzem sogar einen Mitleid fordernden Beitrag in der ARD bekamen. Neben dem Verbotsverfahren gegen die KP wegen "Sepparatismus". Neben der Forderung nach einer politischen Lösung für die Ostukraine, oder hat sich die Deutsche Außenpolitik davon schon verabschiedet? Herr Steinmeier hatte bei seiner Reise nach Odessa einen Kranz für die Opfer des Brandes im Gewerkschaftshaus dabei, den er aber auf Anraten seine ukrainischen Gastgeber nicht ablegte. Vielleicht ist Frau Merkel zu einer solchen Geste fähig, um zu einer Versöhnung zwischen den Ukrainern beizutragen!
Korf 20.08.2014
4. wunderbar.
Da zeigt sich doch eine neue Facette im aktionistischen Gemischtwarenladen der ukrainischen Führungsriege. Aber sicher macht sie auch dies wieder ein Stück weit mehr zu unseren Partnern. ... Nein, im Gegenteil, solche Dinge sollten es sein, die uns zeigen: Haltet Euch dort raus! Die Kriegstreiber sitzen auf beiden Seiten.
ornitologe 20.08.2014
5. Satellitenempfang
lässt sich allerdings nicht so einfach abschalten und wird in den kabelmäßig kaum versorgten Gebieten der Ukraine immer noch bevorzugt genutzt. Terrestrischer Emfang ist, wie wir uns erinnern können, mehr mit "Geisterbildern" behaftet als mit dem normalen Fernsehprogramm. Die Versorgung mit Information weiter Teile der Ukrainer dürfte auch nach diesem Verbot kaum nachhaltig beeinträchtigt sein und Proteste bzw. Verweigerung gegen Einberufungen in Kiews "Turnschuharmee" werden an der Tagesordnung bleiben. Letztlich eine Aktion der Hilflosigkeit und Überforderung der Kiewer "Machthaber".
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