Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Kampf gegen Separatisten: Ukraine und Nato verhandeln über Militärhilfe

Kiews Premier Jazenjuk und Nato-Chef Rasmussen: Hilfe bei Kommando und Kommunikation Zur Großansicht
DPA

Kiews Premier Jazenjuk und Nato-Chef Rasmussen: Hilfe bei Kommando und Kommunikation

Die ukrainische Armee könnte militärische Unterstützung bekommen: Nato-Chef Rasmussen hat sich mit Kiews Premier Jazenjuk getroffen. Derweil deutet sich bei den Separatisten ein Führungswechsel an.

Kiew - Der ukrainische Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk hat mit Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen über mögliche Militärhilfen gesprochen. Die beiden hätten Wege diskutiert, wie die ukrainische Armee in den Bereichen Kommando, Kommunikation und Cyberabwehrfähigkeiten gestärkt werden könnte, hieß es aus Kiew.

Den Angaben zufolge sollte dazu ein schon bestehender Nato-Finanztopf genutzt werden. Ob die Nato das Land im Konflikt mit prorussischen Separatisten auch mit tödlichen Waffensystemen unterstützen könnte, sei offenbar nicht diskutiert worden, meldete die Nachrichtenagentur Reuters.

Die Nato hatte am Mittwoch gewarnt, Russland habe an der Grenze zur Ukraine 20.000 Soldaten zusammengezogen. Russland wirft dem Militärbündnis vor, seinen Einflussbereich entgegen früheren Absprachen nach Osten ausgedehnt zu haben.

Möglicher Führungswechsel bei den Separatisten

In der Führungsriege der Separatisten im Osten der Ukraine zeichnet sich ein Wechsel ab. So könnte ein aus dem Osten des Landes stammender Separatist - Alexander Sachartschenko - den bisherigen Anführer Alexander Borodai ersetzen. Das berichtet Reuters unter Berufung auf eine nicht namentlich genannte Quelle. Borodai ist Russe, er ist der selbsternannte Premier der von den Milizen ausgerufenen "Volksrepublik Donezk". Den Angaben zufolge würde Sachartschenko auch neuer Premier der "Volksrepublik".

Die ukrainische Regierung hatte mitgeteilt, die Waffenruhe rund um die Absturzstelle des malaysischen Passagierflugzeugs auszusetzen. Die Feuerpause im Absturzgebiet sei bis zur Wiederaufnahme der Ermittlungen internationaler Experten außer Kraft, hieß es aus Kiew. Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hatte am Mittwochabend angesichts der anhaltenden Kämpfe in der Region einen vorläufigen Stopp der Suche nach weiteren Opfern verkündet.

Die Waffenruhe galt in den vergangenen Tagen im Umkreis von 20 Kilometern um die Absturzstelle. Dennoch gab es in dem Gebiet immer wieder Explosionen und Schusswechsel. Die Boeing der Malaysia Airlines war vor drei Wochen mit 298 Menschen an Bord auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur mutmaßlich nach dem Beschuss mit einer Rakete abgestürzt.

kes/dpa/Reuters

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 353 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Ein Traum
hobbyleser 07.08.2014
Zitat von sysopDPADie ukrainische Armee könnte militärische Unterstützung bekommen: Nato-Chef Rasmussen hat sich mit Kiews Premier Jazenjuk getroffen. Derweil deutet sich bei den Separatisten ein Führungswechsel an. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraines-premier-und-nato-chef-rasmussen-verhandeln-ueber-militaerhilfe-a-985024.html
Wenn der Schuss nicht mal nach hinten losgeht. Es wird schwierig werden, dann von Russland Neutralität zu fordern.
2. Immer wenn Rasmussen auftaucht
torlinnovak 07.08.2014
weiß man, dass es keine Diplomatie geben wird. Hatte er doch vor 11 Jahren George Bush für die US-Invasion in den Irak täglich seine Unterstützung zugesichert !
3. also
Andrej 07.08.2014
ich bin gegen einen 3 Weltkrieg in Europa! wer noch?
4. Kalter Krieg?
alter_nativlos 07.08.2014
Eher nicht! Das ist schon recht heiß, wenn die NATO der Ukraine Militärhilfe anbietet. Der Erste Weltkrieg ist im Vergleich aus einer Nichtigkeit (der Ermordung zwei Blaublütiger in Sarajevo) entstanden. Ein alter Filmtitel trifft es: "Denn sie wissen nicht was sie tun"...
5. na prima! dann ist die NATO und damit
harry099 07.08.2014
wir selbst ja bald aktiv in den krieg eingebunden! sind hier nur noch idioten (sorry, diesen ausdruck habe ich bisher noch nie gebraucht, aber jetzt geht es nicht mehr anders) am werk? wie kann man herrn rasmussen absetzen? und wo ist frau merkel bei dieser entwicklung verortet?
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Fläche: 603.700 km²
(inklusive der Krim, die seit 2014 von Russland annektiert ist)

Bevölkerung: 45,363 Mio.

Hauptstadt: Kiew

Staatsoberhaupt:
Petro Poroschenko

Regierungschef: Volodymyr Hroisman

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Ukraine-Reiseseite


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: