Umfrage 81 Prozent der Amerikaner sehen USA auf dem falschen Weg

Die Amerikaner sind mit der Entwicklung in ihrem Land so unzufrieden wie seit fast 20 Jahren nicht mehr. Bei einer Umfrage stimmten 81 Prozent der Aussage zu, dass die USA einen vollkommen falschen Kurs verfolgen. Vor allem Wirtschaftssorgen machen den Bürgern zu schaffen.


Washington - Die politische Stimmung in den USA ist einer Umfrage zufolge so schlecht wie seit den früheren neunziger Jahren nicht mehr. In einer Umfrage von "New York Times" und CBS News stimmten 81 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass die USA einen vollkommen falschen Kurs verfolgen und sich die Dinge in ihrem Land allgemein schlecht entwickeln.

Immobilienkrise, die Unzufriedenheit mit der Arbeit des Präsidenten, der Irak-Krieg: Die Mehrheit der US-Amerikaner glaubt, dass die USA einen falschen Kurs verfolgen
REUTERS

Immobilienkrise, die Unzufriedenheit mit der Arbeit des Präsidenten, der Irak-Krieg: Die Mehrheit der US-Amerikaner glaubt, dass die USA einen falschen Kurs verfolgen

Nach Angaben der "New York Times" war das Ergebnis der schlechteste Umfragewert seit Beginn der Erhebung gegen Anfang der neunziger Jahre. Im vergangenen Jahr hatten sich 69 Prozent der Befragten entsprechend negativ geäußert, Anfang 2003 waren es lediglich 35 Prozent. Die Unzufriedenheit ziehe sich durch alle Gruppen in der Bevölkerung - Frauen, Männer, Republikaner, Demokraten, Städter, Landbewohner, Akademiker, Nicht-Akademiker.

Vielen US-Bürgern bereitet demnach vor allem die Entwicklung der Wirtschaft Sorgen. Nur 21 Prozent der Befragten finden, dass es der US-Wirtschaft allgemein gut geht. Fast zwei Drittel der Befragten vertreten dagegen die Ansicht, dass sich die USA bereits in einer Rezession befinden. Die Kreditmarktkrise und eine drohende Rezession sind zu den beherrschenden Themen im Präsidentschaftswahlkampf geworden.

Die schlechte Stimmung wirkt sich auch auf das Ansehen von George W. Bush aus. Nur 28 Prozent sind mit der Arbeit des Präsidenten einverstanden. 64 Prozent machen den Präsidenten persönlich für die Lage verantwortlich, 71 Prozent missbilligen vor allem seine Wirtschaftspolitik.

Für die Krise in der Wirtschaft und der Banken machen denn auch 40 Prozent die Regierung als Kontrollinstanz verantwortlich - mehr als Kreditgeber (28 Prozent) und Kreditnehmer (14 Prozent).

Obwohl sich die Stimmung im Land bereits zu Beginn des Irak-Krieges verschlechterte, sei es in den vergangenen Monaten noch mehr zu einer pessimistischen Haltung in den USA gekommen, heißt es. Zu Beginn des Präsidentschaftswahlkampfes im vergangenen Jahr wurden noch der Irak-Krieg und die Bekämpfung des Terrorismus als wichtigste Aufgaben vor der Wirtschaftspolitik angesehen. Doch die Einschätzung hat sich drastisch verändert. Nur noch 17 Prozent finden die Terrorbekämpfung wichtig, aber 37 Prozent die Arbeitsmarktpolitik.

Immerhin gaben aber noch mehr als 70 Prozent der Befragten an, ihre persönliche finanzielle Situation sei ziemlich gut oder sogar sehr gut.

Die Umfrage bezieht sich auf Telefonbefragungen von 1368 US-Bürgern in der Zeit vom 28. März bis 2. April.

als/Reuters



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