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Umfrage: Bushs Image als Anti-Terror-Kämpfer ist ramponiert

Als Beschützer Amerikas will George W. Bush im November die Präsidentschaftswahl gewinnen. Doch nur noch knapp die Hälfte der US-Bürger hält seine Anti-Terror-Strategie für richtig - im April waren es noch fast zwei Drittel. Herausforderer Kerry trauen die Wähler inzwischen in Sachen Terrorabwehr genauso viel zu.

US-Präsident George W. Bush: Wahlkampfstrategie durcheinander gewirbelt?
REUTERS

US-Präsident George W. Bush: Wahlkampfstrategie durcheinander gewirbelt?

Washington - Für den amtierenden US-Präsidenten George W. Bush dürften diese Zahlen Besorgnis erregend sein: Einer Erhebung für den Fernsehsender ABS und die Zeitung "Washington Post" zufolge stimmen nur noch 50 Prozent aller Befragten seiner Politik im Krieg gegen den Terror zu, 48 Prozent lehnen sie ab. Noch im April hatten mehr als 60 Prozent Bushs Terrorbekämpfung für gut befunden. Der demokratische Herausforderer des US-Präsidenten, John Kerry, liegt nun mit Bush auch in dieser Frage gleichauf. Vor einem Monat lag Bush noch mit 13, im April sogar mit 21 Punkten in Führung.

Auch in der Beurteilung des US-geführten Irak-Kriegs sind die Amerikaner zurückhaltender geworden, was zugleich Auswirkungen auf die Bewertung ihres Präsidenten hat. Mit 52 Prozent sind erstmals über die Hälfte der US-Bürger der Ansicht, der Krieg im Irak sei es nicht wert gewesen, gekämpft zu werden. Noch deutlicher äußern sich die Bedenken, wenn nach dem Preis für den Irak-Krieg gefragt wird: Sieben von zehn Amerikanern sind der Auffassung, dass die Zahl an Todesopfern im Irak "unakzeptabel" ist. Dieser Grad an Ablehnung ist bislang der höchste, der für diese Frage gemessen wurde. Drei Viertel der Befragten sind darüber hinaus der Auffassung, dass der Konflikt das Ansehen der USA weltweit beschädigt hat.

Dieser allgemeine und anhaltende Umschwung ist bedeutsam in Hinblick auf den bereits angelaufenen Präsidentschaftswahlkampf, denn Analysten vermuten, dass die Irak-Frage eine entscheidende Rolle im Stimmverhalten der US-Bürger bei der Wahl im November dieses Jahres spielen wird. Bushs sinkende Zustimmung auf diesem Gebiet könnte seine Wahlkampfstrategie durcheinander bringen.

Noch allerdings trauen die US-Bürger mit 50 Prozent gegen 45 Prozent dem amtierenden Präsidenten Bush in der Irak-Frage mehr zu als dem Herausforderer Kerry. Aber der Irak ist mittlerweile das einzige verbliebene Feld, auf dem Bush noch mehr Vertrauen genießt als Kerry. Unterm Strich wird Kerry von 52 Prozent der US-Bürger für glaubwürdig und ehrlich gehalten; von Bush glauben dies nur noch 39 Prozent.

Fände die Präsidentenwahl heute statt, würde der Umfrage zufolge ebenfalls Kerry gewinnen: Für ihn würden 48 Prozent der US-Bürger votieren, für Bush 44 Prozent. Sechs Prozent würden ihre Stimme dem alternativen Kandidaten Ralph Nader geben.

Befragt wurden für die Umfrage zwischen dem 17. und 20. Juni 1201 Wahlberechtigte. Die statistische Ungenauigkeit gab die "Washington Post" mit drei Prozent an.

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