US-Umfrage: Obama liegt in Schlüssel-Staaten klar vor Romney
Der US-Wahlkampf steuert auf den nächsten Höhepunkt zu: Im TV-Duell gegen Barack Obama muss Mitt Romney dringend punkten. Eine neue Umfrage belegt, dass der US-Präsident in den entscheidenden Swing States klar in Führung liegt
Washington - Die meisten Amerikaner glauben an einen Sieg von Barack Obama über seinen Rivalen Mitt Romney bei der Wahl am 6. November. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der "Washington Post" und des TV-Senders ABC. 63 Prozent der Befragten meinen, dass der Präsident die Wahl gegen seinen republikanischen Herausforderer gewinnt. Selbst 32 Prozent der befragten Republikaner gehen demnach von einer Niederlage ihres Kandidaten aus.
Beide Kandidaten liefern sich in absoluten Wählerstimmen zwar ein Kopf-an-Kopf-Rennen. In den umkämpften Schlüsselstaaten wie Florida, Pennsylvania oder Ohio, die als wahlentscheidend gelten, liegt Romney mit 41 Prozent deutlich hinter Obama, der dort im Durchschnitt auf 52 Prozent kommt.
Die Umfrage wurde wenige Tage vor dem mit Spannung erwarteten ersten TV-Duell zwischen Obama und Romney veröffentlicht. 55 Prozent glaubten, dass der Amtsinhaber bei der Diskussion mit seinem Herausforderer am kommenden Mittwoch (Donnerstagnacht deutscher Zeit) gewinnen wird. Nur 31 Prozent sprachen sich für Romney aus.
Beide Politiker zogen sich am Montag aus der Öffentlichkeit zurück, um für das TV-Duell zu trainieren, das Millionen Wähler verfolgen werden. Die insgesamt drei Debatten gelten als Romneys letzte Möglichkeit, Obama zu überholen. "Ich denke, was wir brauchen, ist ein großer und mutiger Auftritt", sagte New Jerseys populärer Gouverneur Chris Christie bei ABC, der schon selbst als möglicher Republikaner-Kandidat gehandelt worden war.
als/dpa
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Fläche: 9.632.000 km²
Bevölkerung: 310,384 Mio.
Hauptstadt: Washington, D.C.
Staats- und Regierungschef: Barack Obama
Vizepräsident: Joseph R. Biden
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Die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten ist eine indirekte Wahl: Am Wahltag, der immer am Dienstag nach dem ersten Montag im November stattfindet, wählt die US-Bevölkerung in jedem Bundesstaat Wahlmänner. Diese bilden das Wahlmännergremium, das offiziell erst im Dezember den Präsidenten und seinen Vize wählt. Dabei gilt in den allermeisten Bundesstaaten das Mehrheitswahlrecht: Die Wahlmänner eines Bundesstaates stimmen alle für den Präsidentschaftskandidaten, der in ihrem Staat die meisten Stimmen bekommen hat. Für den Gegner sind alle Wahlmänner verloren - egal wie knapp das Ergebnis ist ("Winner takes all"-Prinzip).
In anderen ist der Ausgang der Wahl hingegen offen: Sie werden als umkämpfte Staaten oder Swing States bezeichnet. Auf sie konzentriert sich der Wahlkampf der Kontrahenten. Besonders die bevölkerungsreichen unter ihnen wie Ohio und Florida stehen im Fokus der Wahlkampfstrategen, da sie viele Wahlmänner im Wahlmännergremium stellen und damit für den Ausgang der Präsidentschaftswahl entscheidend sein können.
Am Wahltag geben die Wähler jedes Bundesstaates ihre Stimme für einen der Präsidentschaftskandidaten ab. Da die Wahl indirekt ist, wählen sie damit Wahlmänner, die dann nach dem eigentlichen Präsidentschaftswahltag in dem bundesstaatenübergreifenden Wahlmännergremium ("electoral college") ihre Stimme für ihren Präsidentschaftskandidaten und seinen Vize abgeben.
Welche Wahlmänner aus einem Bundesstaat in das Wahlmännergremium geschickt werden, wird in 48 US-Bundesstaaten nach dem Mehrheitswahlrecht ermittelt: Alle von einem Staat entsandten Wahlmänner gehören derselben Partei an, selbst wenn diese in dem betreffenden Staat nur mit einem hauchdünnem Vorsprung gewonnen haben sollte ("Winner takes all").
Wie viele Delegierte ein Bundesstaat entsendet, ist von seiner Größe abhängig. Jeder Staat schickt so viele gewählte Electors, wie er Senatoren und Abgeordnete im Kongress stellt. Die meisten Wahlmänner, nämlich 55, hat zurzeit Kalifornien, gefolgt von New York (31) und Florida (27). Bevölkerungsarme Staaten wie zum Beispiel Alaska oder Montana entsenden das Minimum von drei Wahlmännern. Obwohl der Hauptstadtbezirk Washington D.C. keine stimmberechtigten Vertreter im Kongress hat, entsendet auch er drei Wahlmänner ins Gremium.
Das Wahlmännergremium tritt physisch nie an einem Ort zusammen. Stattdessen versammeln sich die Wahlmänner im Dezember nach der Wahl durch das Volk in den Hauptstädten ihrer Bundesstaaten, um ihre Stimme abzugeben. Dabei richten sie sich in ihrer Entscheidung traditionell nach dem Votum des Volkes, zwingend vorgeschrieben ist das jedoch nicht in allen Staaten. Die Wahlmänner-Stimmen werden dann nach Washington geschickt, wo sie während einer gemeinsamen Sitzung des Kongresses im Januar ausgezählt werden. Der amtierende Vizepräsident kann dann endlich das offizielle Ergebnis der Präsidentschaftswahlen verkünden, das in der Regel ja schon kurz nach der allgemeinen Wahl bekannt ist, weil die Zahl der Wahlmänner jedes Kandidaten feststeht.
Wenn keiner der Präsidentschaftskandidaten die Mehrheit der Wahlmännerstimmen erhält, sieht der 12. Zusatzartikel der Verfassung vor, dass die Wahl durch das Repräsentantenhaus entschieden wird. In diesem Fall wählt das Repräsentantenhaus den Präsidenten per Mehrheitsentscheid unter den drei Kandidaten aus, die die höchste Anzahl an Wahlmännerstimmen erhalten haben. Jeder Staat gibt dann eine Stimme ab. Wenn keiner der Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten die Mehrheit der Wahlmännerstimmen erhält, entscheidet hingegen der Senat per Mehrheitsentscheid über den Vizepräsidenten, wobei sich jeder Senator für einen der beiden Kandidaten mit der größten Anzahl an Wahlmännerstimmen entscheiden muss.
Präsident wird, wer die Mehrheit der Stimmen von den Wahlmännern bekommt, die jeder einzelne Bundesstaat in das staatenübergreifende Wahlmännergremium (electoral college) schickt. Ob der Präsidentschaftskandidat auch die Mehrheit der in den USA abgegebenen Stimmen (popular vote) bekommen hat, ist für die Präsidentenwahl hingegen nicht entscheidend. So führt das Prinzip "Der Sieger bekommt alles" dazu, dass die Wahl kein genaues Bild vom wahren Kräfteverhältnis im ganzen Land gibt.
Nur in den Bundesstaaten Nebraska und Maine gilt das System des "Winner takes all" nicht. Hier werden die Wahlmänner nach dem Verhältniswahlrecht ermittelt: Die Wahlmännerstimmen werden proportional zu den auf die Kandidaten entfallenen Wählerstimmen zwischen den Parteien aufgeteilt.
- US-Wahlumfragen: Panik im Demoskopen-Dickicht (10.10.2012)
- Romney vs. Obama: Amerika im Yesterday-Wahlkampf (27.09.2012)
- Obama vs. Romney in New York: Der Platzhirsch (26.09.2012)
- Obama und Romney zur US-Außenpolitik: Welterklärer im Fernduell (25.09.2012)
- Wahlkampf gegen Obama: Fünf Siegchancen für Romney (24.09.2012)
- Romneys Steuererklärung: Kandidat Superreich beugt sich dem Druck (22.09.2012)
- S.P.O.N. - Der Schwarze Kanal: Böse, böser, Romney (20.09.2012)
- US-Präsidentschaftskandidat Romney: Ein Mann will nach unten (15.09.2012)
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