US-Wahlkampf: Romney holt gegenüber Obama auf

Noch ist Mitt Romney nicht offiziell zum Herausforderer von Präsident Barack Obama nominiert, doch das Duell im Kampf um das Weiße Haus ist im vollen Gange. Nach einer aktuellen Umfrage kann der Republikaner nun Boden gutmachen. Der Vorsprung des Amtsinhabers schrumpft.

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Mitt Romney: "Nach drei Jahren im Amt gehen Obama die Ausreden aus"

Washington - Der voraussichtliche Herausforderer von US-Präsident Barack Obama, Mitt Romney, legt in der Gunst der Wähler zu. 43 Prozent der Amerikaner würden für den Republikaner stimmen, 47 Prozent unterstützen Obama. Das ergab eine am Montag veröffentlichte Umfrage von Reuters/Ipsos. Damit schmolz der Vorsprung des Amtsinhabers auf vier Prozentpunkte. Im Vormonat waren es noch elf Punkte.

Als wichtigstes Thema des Wahlkampfs um die Präsidentschaft nannten 53 Prozent der Befragten Arbeitsplätze und Wirtschaft. Auf diesem Gebiet geben sie Romney den Vorzug: 45 Prozent sind der Auffassung, dass der Republikaner im Umgang mit der Konjunkturflaute und beim Aufbau von Arbeitsplätzen geeigneter ist. Obama bevorzugten in diesen Fragen 43 Prozent.

Der demokratische Präsident hat vor allem mit dem flauen Arbeitsmarkt zu kämpfen. Wider Erwarten ist das Jobwachstum in den USA nur schwach. Anfang April hatte das Arbeitsministerium die neuesten Zahlen bekanntgegeben. Danach wurden deutlich weniger Stellen geschaffen als erwartet: Im März waren es lediglich 121.000 neue Jobs. Romney will den Präsidenten auf dem Feld bloßstellen. "Nach drei Jahren im Amt gehen Obama die Ausreden aus", sagte er jüngst.

Vor einer Woche hatte sich der erzkonservative Ex-Senator Rick Santorum aus dem Rennen um die Kandidatur der Republikaner zurückgezogen. Er machte damit dem Multimillionär und Ex-Unternehmer Romney den Weg frei. Damals hatte eine Umfrage der "Washington Post" und des TV-Senders ABC Obama deutlich vor Romney gesehen. Offiziell muss dieser aber noch auf dem Nominierungsparteitag der Republikaner Ende August als Kandidat gekürt werden.

Zuletzt waren die Meinungsforscher eher von einem knapperen Vorsprung Obamas ausgegangen, sogar von einem möglichen Kopf-an-Kopf-Rennen war die Rede. Der US-Sender Fox News sah Romney am vergangenen Donnerstag gar mit zwei Prozentpunkten vor dem Amtsinhaber: Demnach seien 46 Prozent für den Republikaner, 44 Prozent für Obama.

Der Sender CNN sieht Romney dagegen deutlich hinten: Für den Republikaner würden nach dieser Umfrage 43 Prozent stimmen, für Obama 52 Prozent.

Romney hat mittlerweile mit der Suche nach einem Vize begonnen. Er sagte am Montag laut verbreiteten Auszügen eines Interviews mit dem Fernsehsender ABC, er habe seine Generalsekretärin zu seiner Zeit als Gouverneur von Massachusetts, Beth Myers, als Beraterin gewählt. Seine Frau Ann Romney, die ebenfalls an dem Interview teilnahm, sagte, das Wahlkampfteam habe am Wochenende begonnen, "ernsthaft" über die Frage nachzudenken.

Als mögliche Kandidaten werden seit einigen Wochen in den US-Medien die Senatoren Marco Rubio und Rob Portman, der Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, und der Abgeordnete Paul Ryan gehandelt.

heb/Reuters/AFP

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1. Dass der Haussender der Republikaner ...
santaponsa 17.04.2012
... FOX ihren Kandidaten vorne sieht, sollte nicht verwundern, schliesslich zahlen Romney und seine "Kumpels" dort hochdotierte Werbespots. Die USA haben, was Arbeitsplätze angeht, grösste Probleme: Schliesslich haben während der Bush-Zeit von 2000 bis 2008 schon viele traditionelle Industrien im Land aufgeben müssen, da sie gegen ausländische Konkurrenz wie z.B. China nicht mehr wettbewerbsfähig waren. Diese Analyse gilt nicht für die Waffen- und Flugzeugindustrie, auch nicht für die Film-, IT- und Popmusik-Branche! Bush und seine Ratgeber hatten auch zu sehr auf Finanz-"Produkte" gesetzt und Obama hat in den Jahren seiner Amtszeit bisher den Konkurs-Verwalter für die Damen und Herren Republikaner und deren Sympathisanten in der Banken- und Versicherungswelt spielen müssen. Wie der Multimillionär Romney nach einem möglichen Wahlsieg die Re-Industrialisierung der USA (Leichtindustrie, Maschinenbau z.B.) schaffen will, ist mir schleierhaft.
2. tue uns den Gefallen
SixEcho 17.04.2012
Zitat von sysopUS "VOR" Wahlkampf, der hier keinen interessiert zum 100sten.
und mach deinem Namen alle Ehre und beschränke dich auf "GZSZ", aber sag uns nicht was uns interessiert und was nicht. Wenn es dich nicht interessiert, dann scroll einfach zum nächsten Beitrag ...
3.
Verun 17.04.2012
Zitat von sysopUS "VOR" Wahlkampf, der hier keinen interessiert zum 100sten.
Diese Aussage ist vollkommen falsch.
4.
tailspin 17.04.2012
Zitat von santaponsa... FOX ihren Kandidaten vorne sieht, sollte nicht verwundern, schliesslich zahlen Romney und seine "Kumpels" dort hochdotierte Werbespots. Die USA haben, was Arbeitsplätze angeht, grösste Probleme: Schliesslich haben.....
Einspruch Euer Ehren: Erstens glaube ich nicht, dass Romney bei Fox News hoch im Kurs steht. Der war denen schon immer suspekt, weil seine Attitude zu links ist. Also keiner von der reinen Lehre. Zweitens ist Romney selbst ein Wallstreet Gewaechs, und die stehen heute generell auch nicht hoch im Kurs. Drittens duerfte Ihnen nicht entgangen sein, dass auch Obama seine Haussender hatte und noch hat. Die versammelte Elite Media in Bild Ton und Papier. The enlightened and jubilant "I-know-better- than-you-what-to-do-with-your- life-and-how-to-spend-your-money" crowd . Viertens: Wen interessiert denn da die Industrie? Wenn Obama wirklich gewinnen sollte, dann deswegen, weil er es schliesslich geschafft hat, mehr als 50 % der Bevoelkerung auf Welfare Checks zu setzen. “You pay me, and will vote for you. That was easy.” Alles natuerlich voellig korruptionsfrei, wie gehabt.
5. so .. so ...
SixEcho 17.04.2012
Zitat von tailspinEinspruch Euer Ehren: Erstens glaube ich nicht, dass Romney bei Fox News hoch im Kurs steht. Der war denen schon immer suspekt, weil seine Attitude zu links ist. Also keiner von der reinen Lehre. Zweitens ist Romney selbst ein Wallstreet Gewaechs, und die stehen heute generell auch nicht hoch im Kurs. Drittens duerfte Ihnen nicht entgangen sein, dass auch Obama seine Haussender hatte und noch hat. Die versammelte Elite Media in Bild Ton und Papier. The enlightened and jubilant "I-know-better- than-you-what-to-do-with-your- life-and-how-to-spend-your-money" crowd . Viertens: Wen interessiert denn da die Industrie? Wenn Obama wirklich gewinnen sollte, dann deswegen, weil er es schliesslich geschafft hat, mehr als 50 % der Bevoelkerung auf Welfare Checks zu setzen. “You pay me, and will vote for you. That was easy.” Alles natuerlich voellig korruptionsfrei, wie gehabt.
Einführung einer minimalen gesundheitlichen Grundversorgung durch den Staat, als eine Art umgekehrte Korruption um den Regierenden die Wiederwahl zu sichern. Ja ... finde ich auch ... Aufgabe des Staates kann nur sein die Reichensteuer zu senken und Kriege für Erdöl zu beginnen
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Fläche: 9.632.000 km²

Bevölkerung: 310,384 Mio.

Hauptstadt: Washington, D.C.

Staats- und Regierungschef: Barack Obama

Vizepräsident: Joseph R. Biden

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