Zwist mit China: Japanische Nationalisten besetzen umstrittene Insel

Im Streit mit China um eine Inselgruppe haben japanische Nationalisten eine neue Runde eingeläutet. Sie landeten auf einer der unbewohnten Inseln und hissten Flaggen ihres Landes. Erst vor wenigen Tagen waren chinesische Aktivisten bei dem Versuch festgenommen worden, eines der Eilande zu besetzen.

AFP

Tokio - Der Streit um die winzigen Eilande im Ostchinesischen Meer spitzt sich immer weiter zu: Japanische Aktivisten haben sich für einige Stunden auf der Inselgruppe Senkaku aufgehalten, auf die auch China Anspruch erhebt. Ungeachtet eines Verbots der japanischen Behörden betraten etwa ein Dutzend Nationalisten am Sonntag die Hauptinsel und hissten die japanische Flagge. Anschließend verließen die Aktivisten die Inseln wieder.

Rund 150 nationalistische Aktivisten und Abgeordneten waren mit 20 Booten aufgebrochen, um den territorialen Anspruch Japans auf die unbewohnte, von Japan kontrollierte Inselgruppe zu bekräftigen. Weil die angelandete Abordnung der Aktivisten nicht zum höchsten Punkt der Hauptinsel gelangen konnten, stellten sie die Fahne an einem Berghang und am Ufer auf. Im Vorfeld hatte die chinesische Regierung Japan aufgefordert, "umgehend auf jede Aktion zu verzichten, welche die territoriale Integrität Chinas untergräbt".

Der Stadtverordnete Eiji Kosaka aus Tokio bezeichnete die Reise, die nach seinen Worten ein "deutliches Zeichen an China senden" sollte, als "großen Erfolg". Die Inseln seien "eindeutig japanisches Territorium", sagte er. Die japanische Küstenwache hatte die Flottille während der gesamten Zeit beobachtet, nahm aber niemanden fest - im Gegensatz zu ihrem Vorgehen gegen chinesische Nationalisten vor einigen Tagen.

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Begehrte Felsen im ostchinesischen Meer: Streit um Senkaku-Inseln
Am Mittwoch waren 14 chinesische Aktivisten auf den Inseln gelandet, um Chinas Anspruch auf die Gruppe Nachdruck zu verleihen. Für ihre Aktion wählten die Chinesen den Jahrestag der japanischen Kapitulation im Zweiten Weltkrieg am 15. August 1945. Die japanische Küstenwache nahm die Gruppe fest, am Freitag wurden sie des Landes verwiesen.

Einer der japanischen Aktivisten erklärte nun, die jüngste Aktion sei eine Reaktion auf diesen Vorfall. "Vor vier Tagen gab es hier eine illegale Landung chinesischer Staatsbürger auf der Insel - deshalb müssen wir entschlossen den Anspruch auf unser Territorium bekräftigen", sagte der Abgeordnete.

Die Inselgruppe ist nicht nur von strategisch wichtiger Bedeutung, sondern verfügt auch über einen reichen Fischbestand und möglicherweise Erdölvorkommen.

fdi/AFP/dapd

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1. Da tritt wieder mal alles Schlechte
wwwwalter 19.08.2012
zutage, was der Nationalismus so hervorbringt. Wenn man bedenkt, was die Japaner im Zweiten Weltkrieg an Kriegsverbrechen begangen haben, dann sind die kleinen territorialen Verluste (wie die Kurilen, die an Rußland gingen) ein Klacks gegenüber dem, was Deutschland widerfahren ist. Die Japaner sollten sich wirklich schämen für diese Art von völlig überzogenem Nationalismus. Leider getraut sich kein westliches Land, in dieser Frage Klartext zu reden, und die japanische Seite mal zurechtzuweisen, obwohl das mehr als angebracht wäre.
2. Südchinesisches Meer
abc-xyz 19.08.2012
Die jetzigen Inselbesetzungen sind eigentlich nur ein kleiner dessen, was noch vorgeht. Das gesamte Südchinesische Meer ist ein Schachbrett voller besetzer und unbesetzter Inseln, die von praktischen allen Anreinerstaaten beansprucht werden, teilweise ohne zu wissen wo der eine seinen Anspruch gelten machen will und der andere nicht, außer China, dass alle Inseln haben will, bis vor die Küste Borneo. Mit Vietnam hat China schon einige Seegefechte in de 1980ern durchgeführt.
3.
Wololooo 19.08.2012
Zitat von wwwwalterzutage, was der Nationalismus so hervorbringt. Wenn man bedenkt, was die Japaner im Zweiten Weltkrieg an Kriegsverbrechen begangen haben, dann sind die kleinen territorialen Verluste (wie die Kurilen, die an Rußland gingen) ein Klacks gegenüber dem, was Deutschland widerfahren ist. Die Japaner sollten sich wirklich schämen für diese Art von völlig überzogenem Nationalismus. Leider getraut sich kein westliches Land, in dieser Frage Klartext zu reden, und die japanische Seite mal zurechtzuweisen, obwohl das mehr als angebracht wäre.
Der Friedensvertrag zwischen Russland und Japan umfasst aber die Rückgabe der Kurilen, von daher ist es Japans gutes Recht dagegen vorzugehen. Auch können wir froh sein, dass es Länder gibt, die sich gegen China stellen, das einfach mal das ganze südchinesische Meer unter seinen Einflussbereich stellen will. (Hier wird das verdeutlicht: http://maritime-executive.com/media/transfer/img/South_China_Sea_claims.jpg)
4.
boeseHelene 19.08.2012
Zitat von wwwwalterzutage, was der Nationalismus so hervorbringt. Wenn man bedenkt, was die Japaner im Zweiten Weltkrieg an Kriegsverbrechen begangen haben, dann sind die kleinen territorialen Verluste (wie die Kurilen, die an Rußland gingen) ein Klacks gegenüber dem, was Deutschland widerfahren ist. Die Japaner sollten sich wirklich schämen für diese Art von völlig überzogenem Nationalismus. Leider getraut sich kein westliches Land, in dieser Frage Klartext zu reden, und die japanische Seite mal zurechtzuweisen, obwohl das mehr als angebracht wäre.
Japan wurde um einiges härter bestraft als Deutschland nämlich mit dem Abwurf zweier Atombomben Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki (http://de.wikipedia.org/wiki/Atombombenabw%C3%BCrfe_auf_Hiroshima_und_Nagasaki) Im übrigen gibt es auch in Japan noch heute von den USA besetzte Gebiete Kolonien der Vereinigten Staaten (http://de.wikipedia.org/wiki/Kolonien_der_Vereinigten_Staaten)
5.
rotella 19.08.2012
Zitat von wwwwalterzutage, was der Nationalismus so hervorbringt. Wenn man bedenkt, was die Japaner im Zweiten Weltkrieg an Kriegsverbrechen begangen haben, dann sind die kleinen territorialen Verluste (wie die Kurilen, die an Rußland gingen) ein Klacks gegenüber dem, was Deutschland widerfahren ist. Die Japaner sollten sich wirklich schämen für diese Art von völlig überzogenem Nationalismus. Leider getraut sich kein westliches Land, in dieser Frage Klartext zu reden, und die japanische Seite mal zurechtzuweisen, obwohl das mehr als angebracht wäre.
Ich sehe da keinen Unterschied zum chinesischen und zum russischen Nationalismus. Oder denk mal an die Malwinen, die Isla del Perejil oder Zypern und die anderen Insel in der Ägäis. Ihre einseitigen Schuldzuweisungen an Japan sind also völlig fehl am Platze, da sich beide Seiten im Recht fühlen.
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