Umstrittene Wahl: Kongos Präsident Kabila vereidigt

Allen Protesten und Betrugsvorwürfen zum Trotz: Joseph Kabila ist für weitere fünf Jahre als Präsident der Demokratischen Republik Kongo vereidigt worden. Die Angst vor einem Bürgerkrieg wächst. Denn Kabilas Rivale will sich noch diese Woche ebenfalls zum Präsidenten vereidigen lassen.

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Joseph Kabila: Alter und neuer Präsident

Kinshasa - Joseph Kabila hat zum zweiten Mal den Amtseid als Präsident der Demokratischen Republik Kongo abgelegt. In seiner Rede vor dem Obersten Gerichtshof in der Hauptstadt Kinshasa lobte Kabila das Volk dafür, sich bei der Wahl für "Frieden und Stabilität" entschieden zu haben und nicht für "trügerische Versprechungen". Das Gericht hatte das Wahlergebnis am Freitag bestätigt, demzufolge Kabila auf knapp 48 Prozent der Stimmen kam. Sein wichtigster Herausforderer Etienne Tshisekedi erhielt demnach gut 33 Prozent; er erkennt das Wahlergebnis aber nicht an und will sich diese Woche selbst als Präsident vereidigen lassen. Diese Ankündigung lässt die Angst vor Ausschreitungen weiter wachsen.

An der Vereidigung Kabilas nahm als einziger ausländischer Staatschef Simbabwes Präsident Robert Mugabe teil. Dutzende weitere afrikanische Staaten schickten ihre Ministerpräsidenten oder Minister zu der Zeremonie nach Kinshasa.

Nationale und internationale Wahlbeobachter hatten den Mangel an Transparenz sowie Unregelmäßigkeiten bei der Wahl kritisiert. Während des Wahlkampfs und am Wahltag gab es gewaltsame Ausschreitungen, bei denen mindestens 18 Menschen getötet wurden.

Der 79-jährige Tshisekedi hatte sich nach der Wahl selbst zum Sieger erklärt. Er kündigte an, sich am Freitag im Stadion der Märtyrer in der Hauptstadt ebenfalls vereidigen zu lassen. Das Aufgebot an Sicherheitskräften in Kinshasa war am Dienstag weiterhin groß. Reporter berichteten von Dutzenden Panzern, vier von ihnen vor dem Stadion. Tshisekedi forderte das Militär sowie die Regierungsmitarbeiter auf, seinen Anweisungen und nicht denen Kabilas zu folgen.

Der 40 Jahre alte Kabila hält seit dem tödlichen Attentat auf seinen Vater, Laurent-Désiré Kabila, 2001 die Zügel in dem zentralafrikanischen Land in der Hand. Der Kongo, der bis 2003 von einem blutigen Bürgerkrieg gezeichnet war, ist trotz reicher Bodenschätze eines der ärmsten Länder der Welt.

ler/AFP/dpa

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