ThemaUngarnRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
 

Umstrittenes Mediengesetz EU-Kommission stellt Ungarn Ultimatum

Justizminister Navracsics und EU-Kommissarin Kroes am Montag: Zwei Wochen ZeitZur Großansicht
AFP

Justizminister Navracsics und EU-Kommissarin Kroes am Montag: Zwei Wochen Zeit

Im Streit um das ungarische Mediengesetz legt die EU nach - in einem Brief an die Regierung in Budapest. Darin beklagt EU-Kommissarin Kroes die Einschränkungen der ausgewogenen Berichterstattung sowie zu hohe Registrierungsanforderungen. Ungarn drohen rechtliche Schritte.

Brüssel/Budapest - Zwei Wochen hat Ungarn Zeit, das umstrittene Mediengesetz an geltendes europäisches Recht anzugleichen - oder es drohen Konsequenzen. Das gab ein Vertreter der EU-Kommission am Freitag bekannt.

So steht es in einem Brief, den die zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes an die ungarische Regierung geschrieben hat. Drei Punkte des neuen Gesetzes beanstandet sie darin als "unangemessen". Dies habe eine vorläufige Untersuchung ergeben.

In dem Schreiben wird kritisiert, dass die Kontrolle für ausländische Medien zu strikt sei, die Möglichkeiten einer ausgewogenen Berichterstattung beschränkt und die Registrierungsanforderungen zu hoch seien. Die EU-Kommission habe daher Zweifel, ob das ungarische Gesetz korrekt europäisches Recht umsetzt.

Ungarns Justizminister Tibor Navracsics wies die bisher geäußerten Vorwürfe teilweise zurück. Anders als Brüssel es darstelle, stimme es nicht, dass selbst Videoblogger sich nach dem neuen Gesetz registrieren lassen müssten. Unklarheiten zum Begriff der "Ausgewogenheit" der Berichterstattung, die im Gesetz vorgeschrieben ist, wolle Budapest beseitigen. In Ungarn gebe es dazu bereits eine bisher schon angewandte Rechtsauffassung, die man Brüssel erläutern wolle, sagte Navracsics am Freitag am Rande eines informellen Treffens der EU-Justizminister in Budapest.

Was die Vereinbarkeit mit EU-Recht betrifft, versicherte der Minister, dies sei eine "absolute Detailfrage". Navracsics bekräftigte, dass sein Land zu Änderungen des Gesetzes bereit sei - falls die EU-Kommission wirkliche Mängel feststelle.

Auch die Unabhängigkeit des Medienrats, einem von der rechtskonservativen Regierungspartei Fidesz dominierten Gremium, will die EU-Kommission untersuchen. Die neue Behörde soll Rundfunkbetriebe, Zeitungen und Zeitschriften mit hohen Geldbußen belegen dürfen, wenn deren Berichte als "nicht politisch ausgewogen" erachtet werden.

Wegen des Mediengesetzes steht Ungarn seit Wochen in der Kritik. Vor allem Frankreich, Großbritannien und Deutschland äußerten Befürchtungen, dass die Neuregelung zu einer Selbstzensur der Medien führen wird. Das Thema überschattet den Start der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft.

can/Reuters/dpa/AFP

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live
insgesamt 7 Beiträge
Habicht 22.01.2011
Arroganz, Scheinheiligkeit und Angst ist es, was die ebenfalls gesteuerten westlichen Medien umtreibt. Angst vor allem davor, dass sie selbst möglicherweise die Verfälschungen und Lügen sowie die Propaganda der Medienbesitzer, [...]
Zitat von sysopIm Streit um das ungarische Mediengesetz legt die EU nach - in einem Brief an die Regierung in Budapest. Darin beklagt EU-Kommissarin Kroes die Einschränkungen der ausgewogenen Berichterstattung sowie zu hohe Registrierungsanforderungen. Ungarn drohen rechtliche Schritte. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,740973,00.html
Arroganz, Scheinheiligkeit und Angst ist es, was die ebenfalls gesteuerten westlichen Medien umtreibt. Angst vor allem davor, dass sie selbst möglicherweise die Verfälschungen und Lügen sowie die Propaganda der Medienbesitzer, der bekannten Lobbygruppen und religiösen Verbände in Ungarn nicht mehr verbreiten können. Das wäre ein Segen für die Ungarn selbst und für alle freien Menschen, denen die Manipulationen unserer Medien und Politiker zum Halse raus hängen. Wenn westliche Medien und Politiker von im sog. freien Westen vorhandener Ausgewogenheit schwafeln und das bei anderen einfordern, ist das arrogant, scheinheilig und verlogen.
mabarta 22.01.2011
bereits der Titel des Beitrags ist schlicht falsch. Es gibt kein Ultimatum schon gar nicht von Frau Kroes. Es gibt drei Themenbereiche, die marginal beanstandet werden, aber eher technisch als vom Inhaltlichen her. Die deutschen [...]
bereits der Titel des Beitrags ist schlicht falsch. Es gibt kein Ultimatum schon gar nicht von Frau Kroes. Es gibt drei Themenbereiche, die marginal beanstandet werden, aber eher technisch als vom Inhaltlichen her. Die deutschen Jurnalisten haben sich in den letzten Wochen im Bezug auf das neue ungarische Mediengesetz vollkommen verrannt und sie haben Schwierigkeiten aus diesem Lügengebäude herauszukommen. Also muss ein reisserisch falscher Titel her. Auch beim Spiegel. Schade.
denk mal nach 22.01.2011
Das ist doch schlicht die versuchte Manipulation der öffentlichen Meinung! Pures Wunschdenken von einigen Lobbygruppen. EU-Kommissarin Neelie Kroes formuliert in dem Schreiben lediglich einige Fragen zum ung. Mediengesetz und [...]
Das ist doch schlicht die versuchte Manipulation der öffentlichen Meinung! Pures Wunschdenken von einigen Lobbygruppen. EU-Kommissarin Neelie Kroes formuliert in dem Schreiben lediglich einige Fragen zum ung. Mediengesetz und BITTET die Ungarische Regierung um eine Antwort innerhalb von zwei Wochen! Das war es!
dilinger 22.01.2011
Ihr Textverständnis scheint mangelhaft zu sein. "Brüssel/Budapest - Zwei Wochen hat Ungarn Zeit, das umstrittene Mediengesetz an geltendes europäisches Recht anzugleichen - oder es drohen Konsequenzen. Das gab ein [...]
Zitat von denk mal nachDas ist doch schlicht die versuchte Manipulation der öffentlichen Meinung! Pures Wunschdenken von einigen Lobbygruppen. EU-Kommissarin Neelie Kroes formuliert in dem Schreiben lediglich einige Fragen zum ung. Mediengesetz und BITTET die Ungarische Regierung um eine Antwort innerhalb von zwei Wochen! Das war es!
Ihr Textverständnis scheint mangelhaft zu sein. "Brüssel/Budapest - Zwei Wochen hat Ungarn Zeit, das umstrittene Mediengesetz an geltendes europäisches Recht anzugleichen - oder es drohen Konsequenzen. Das gab ein Vertreter der EU-Kommission am Freitag bekannt." Fristsetzung + Konsequenzen = Ultimatum Und ich prophezeie, dass Ungarn spätestens in einem Jahr aus der EU fliegen wird, wenn die Regierung mit der Putinisierung des politischen Systems in Ungarn so weitermacht wie bisher.
Haligalli 22.01.2011
Es ist doch kein Geheimnis, dass viele Ungarn auf nationalistische Regelungen regelrecht anspringen. Wir sollten sie links liegen lassen. Das Volk mit Verachtung abstrafen, wenn sie sich so eine Regierung leisten wollen.
Es ist doch kein Geheimnis, dass viele Ungarn auf nationalistische Regelungen regelrecht anspringen. Wir sollten sie links liegen lassen. Das Volk mit Verachtung abstrafen, wenn sie sich so eine Regierung leisten wollen.
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
alles aus der Rubrik Ausland
alles zum Thema Ungarn

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fläche: 93.000 km²

Bevölkerung: 9,973 Mio.

Hauptstadt: Budapest

Staatsoberhaupt:
Áder János

Regierungschef: Viktor Orbán

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Lexikon | Ungarn-Reiseseite


Ungarische Parteien
Bund Junger Demokraten: Konservative Partei, geführt von Viktor Orbán, 46, der von 1998 bis 2002 bereits Ministerpräsident von Ungarn war. Der Spitzenkandidat hat ein Programm zur Erneuerung der Wirtschaft angekündigt und will innerhalb von zehn Jahren eine Million neue Arbeitsplätze schaffen. Dabei setzt Fidesz auf eine Politik der Steuerkürzungen.

mehr auf Wikipedia...





TOP



TOP