Irak und Syrien Uno-Sicherheitsrat verabschiedet Resolution gegen Dschihadisten

Die Uno-Vetomächte sind sich einig: Die Finanzierung der IS-Extremisten im Irak soll gestoppt werden. Sechs Unterstützer der Dschihadisten stehen jetzt auf einer schwarzen Liste mit Sanktionen.

Uno-Sicherheitsrat: Einstimmiges Votum für Sanktionen gegen islamistische Terrorgruppen
AFP

Uno-Sicherheitsrat: Einstimmiges Votum für Sanktionen gegen islamistische Terrorgruppen


New York - Mit Druck auf die Hintermänner wollen die Vereinten Nationen den islamistischen Terrorismus im Irak sowie im Nahen Osten bekämpfen. Der Uno-Sicherheitsrat beschloss am Freitag einstimmig eine Resolution, die sechs Unterstützer auf eine schwarze Liste mit Sanktionen setzt. Zudem werden alle 193 Uno-Staaten verpflichtet, Finanzierung und Rekrutierung für Terrorgruppen zu unterbinden. Der Beschluss richtet sich insbesondere gegen die Terrorgruppen "Islamischer Staat" (IS) im Irak und die Nusra-Front in Syrien.

Die von den Strafen betroffenen sechs Männer gelten als Hintermänner und Finanziers der Terroristen. Gegen sie wurden Reiseverbote verhängt, zudem wurden ihre Konten im Ausland eingefroren. Gegen die IS und die Nusra-Front selbst gelten bereits ähnliche Sanktionen. Die schwarze Liste kann verlängert werden, Beobachter rechnen mit weiteren Namen in Kürze.

"Diese Resolution ist eine klare Botschaft, dass die internationale Gemeinschaft nicht danebensteht, wenn Islamisten eine ganze Region destabilisieren", sagte Großbritanniens Uno-Botschafter Mark Lyall Grant, der in diesem Monat Präsident des Rats ist. Die Bedrohung durch die Islamisten wachse. "Wir sehen mit Schrecken die Verbrechen der Islamisten: Erschießungen, Entführungen und massenhafte sexuelle Gewalt", sagte Grant. Das Sinnvollste sei es, gegen die Hintermänner und die Finanzierung vorzugehen. Diese Resolution sei nicht das letzte Wort, sie könne weiter angepasst werden: "Wir müssen entschlossen, geschlossen und kreativ sein."

Auch Russland bezog Stellung: "Terrorismus ist zum Faktor der Politik im Nahen Osten geworden", hieß es aus der russischen Vertretung. Die Welt müsse dagegen aufstehen, weil eine ganze Region in Gefahr sei. Die US-Botschafterin Samantha Power sieht durch den Vormarsch der islamistischen Terrorgruppen vor allem die Christen bedroht: "'Islamischer Staat' bietet nur die Wahl zwischen Konversion zum Islam oder Tod. Menschen, die kein Muslim werden wollten, wurde öffentlich die Kehle durchgeschnitten."

jbe/dpa



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veremont 15.08.2014
1. Religion
"Islamischer Staat bietet nur die Wahl zwischen Konversion zum Islam oder Tod. Menschen, die kein Muslim werden wollten, wurde öffentlich die Kehle durchgeschnitten." Dieser Satz ist interessant, weil er gleich mehrere Fragen aufwirft: Was heißt Konversion zum Islam? Reicht es wenn ich sage: Ja, ok ich werde euren mystischen Oberkasper anbeten und zum Islam konvertieren (haha die Idioten glauben doch nicht im Ernst dass ich was gebe auf Fantasyfiguren!). Also kurz gesagt wie wird die Wahrheit meiner Aussage denn überprüft? Wie lässt es sich überprüfen? Oder reicht es wenn man deren Terrorgesetze anerkennt und dabei gen Westen betet er möge Bomber schicken um die Terroristen endlich zu verjagen? Wie ehrlich kann so eine Antwort sein? Auf der anderen Seite wurde Menschen angeblich öffentlich die Kehle durchgeschnitten wenn sie nicht bereit waren zu konvertieren. Muss man sich das so vorstellen: Nein, auf keinen Fall, ich bleibe bei meinem eigenen mystischen Überwesen und würde für dieses sogar in den Tod gehen!? Wenn jemand dazu bereit ist, für seine Religion in den Tod zu gehen, finde ich das wiederum beängstigend, das hat etwas von Fanatismus der für keinen gut ist. Wie man es dreht oder wendet, Religion ist sich selber das größte Hindernis und Fanatismus egal in welcher Ausprägung (die mystischen Überwesen sind ja nahezu beliebig austauschbar) führt dazu, dass Menschen sterben. Wur wären besser dran ohne Religionen oder wenn wir gelernt haben ihnen einen Stellenwert beizumessen der schadlos für alle Mitmenschen ist. Religion ist ein Hobby.
Grosskotz 16.08.2014
2. Internationales Kriegsvölkerrecht
Die Regeln stehen in der Haager Landkriegsordnung.Wesentlicher Inhalt: der Schutz der Zivilbevölkerung. Irgendwie scheint dieses Regelwerk und das Gedankengut in der islamischen Welt nicht so richtig angekommen zu sein. Der "Krieg" findet vornehmlich gegen - wie heroisch - gegen die Zivilbevölkerung statt. Mord, Vergewaltigung, Vertreibung sind die wesentlichen Inhalte. Alles ist erlaubt, weil es sich bei den Opfern um "Ungläubige" handelt. Wenn aber die Religion kein geschütztes Menschenrecht mehr ist, sondern die Quelle von Barbarei, dann ist einiges in der gesamte Welt schief gelaufen. Soweit jetzt -wie der SPIEGEL vermeldet - gegen 6 Finanziers Kontosperrungen verfügt worden sind, dann sollten diese "frommen" Leute und ihr Herkunftsland genannt werden und: es sollte auch eine Überprüfung der Beziehungen zu diesen Ländern - einschließlich der Waffenexporte - stattfinden. Und dafür wäre es höchste Zeit. Die Anfängen, denen es sich zu erwehren gilt, sind weit enteilt. Es stimmt nichts mehr in der Welt.
against_all_odds 16.08.2014
3. ha ...
da werden die Militatanten von ISIS sich aber erschrecken und von jetzt an nur noch mit Wasser Pistolen schiessen....
thinking_about 16.08.2014
4. Verraten Sie uns doch bitte
Zitat von sysopAFPDie Uno-Vetomächte sind sich einig: Die Finanzierung der IS-Extremisten im Irak soll gestoppt werden. Sechs Unterstützer der Dschihadisten stehen jetzt auf einer Schwarzen Liste mit Sanktionen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/un-sicherheitsrat-verabschiedet-resolution-gegen-dschihadisten-a-986425.html
auch noch, wer die sechs "Hintermänner und Unterstützer" sind, oder ist das geheim? Man darf doch sehr gespannt sein, wer alles dazu gehört, und es sollen ja auch noch weitere folgen. Und wenn man das jetzt so genau weiß, warum hat man da nicht schon früher eingegriffen, hat die Organisation so groß, fast übermächtig werden lassen und das in relativ kurzer Zeit? Hat man inzwischen gar die "Sticks" jetzt ausgewertet, deren man unlängst habhaft werden konnte und das dauerte eben? Davor war man blind? Das Unberuhigende ist, daß diese Gruppierung der IS nicht nur über ein großes Arsenal an Waffen verfügt, sondern auch über enorm viel Geld. So sollte man nicht nur die Finanzierer und Waffenlieferanten sanktionieren, sondern, so man das weiß, auch die Konten der IS konfiszieren?! Oder haben die das Geld "gebunkert" irgendwo in sakralen Stätten? Wie groß ist eigentlich der Anteil der dortigen Bevölkerung, die gerne in solch einem Kalifat leben möchte? Daß die Abstimmung einstimmig erfolgte, beruhigt einen dann doch irgendwie, weil das so selten passiert. Hoffen wir mal, daß das greift, was dort beschlossen wurde. Dennoch bleibt man mit vielen offenen Fragen zunächst zurück, man weiß eben zu wenig darüber.
gievlos 16.08.2014
5.
Man sollte nicht nur Einzelpersonen sanktionieren, die hinter diesen Terroristen stehen, sondern auch die Staaten, die bewusst den Fanatismus schüren und Jihadisten aufrüsten. Dasselbe gilt natürlich auch für die Ukraine und die Hintermänner der fanatischen "Separatisten" dort
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