Sanaa/Riad - Neuer Entführungsfall im Jemen: Unbekannte haben in Aden im Süden des Landes einen saudi-arabischen Diplomaten gekidnappt. Abdullah al-Chalidi, der stellvertretende Konsul seiner Regierung in der Hafenstadt, sei am Mittwoch im Stadtteil Mansura auf dem Weg zur Arbeit entführt worden, sagte ein jemenitischer Offizieller.
Ein Sprecher des saudi-arabischen Außenministerium in Riad bestätigte die Geiselnahme. "Unsere Botschaft hat bereits die Sicherheitsbehörden im Jemen kontaktiert. Sie ermitteln und versuchen den Grund für die Entführung herauszufinden."
Entführungen von ausländischen Touristen und Entwicklungshelfern sind in dem arabischen Land an der Tagesordnung. Häufig wollen Stammesangehörige damit Zugeständnisse von Regierungsseite erpressen. Zum ersten Mal wurde nun aber ein Diplomat aus Saudi-Arabien als Geisel genommen.
Jemens Regierung verliert die Kontrolle über den Süden
Die Entführer haben bislang keine Forderungen genannt. Daher ist unklar, ob sie Lösegeld verlangen oder politische Ziele erreichen wollen.
Saudi-Arabien war die treibende Kraft hinter dem Abkommen, das Präsident Ali Abdullah Salih im vergangenen Monat nach mehr als drei Jahrzehnten an der Macht zum Rücktritt zwang. Seither steht Salihs Stellvertreter Abd Rabbuh Mansur al-Hadi an der Spitze des Staates.
Aden war bis 1990 die Hauptstadt des unabhängigen Staates Südjemen. In den vergangenen Jahren hat die Sezessionsbewegung im Süden neuen Zulauf erhalten. Sie wirft der Zentralregierung in Sanaa vor, den ölreichen Süden auszubeuten und zu benachteiligen. Saudi-Arabien lehnt die Unabhängigkeitsbestrebungen im Süden entschieden ab.
Doch auch islamistische Milizen mit Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida sind in der Region um Aden seit Monaten auf dem Vormarsch. Weite Teile des Südjemen befinden sich derzeit unter ihrer Kontrolle.
syd/AP/Reuters
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