Grenzzaun zu Serbien Ungarn geht mit Tränengas und Wasserwerfern gegen Flüchtlinge vor

An der serbisch-ungarischen Grenze eskaliert die Lage: Flüchtlinge versuchen mit aller Macht die Absperrung zu durchbrechen. Die ungarische Polizei setzt Tränengas und Wasserwerfer ein.

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Die ungarische Polizei hat an der serbischen Grenze bei Röszke Tränengas und Wasserwerfer gegen mehrere Hundert aufgebrachte Flüchtlinge eingesetzt, während diese ein Grenztor durchbrachen. Das berichteten Ungarns Medien übereinstimmend. Vorher haben demnach die Flüchtlinge von der serbischen Seite her die Polizisten mit Steinen und Holzstücken beworfen. Dabei riefen sie "Öffnen, öffnen".

Der Vorfall ereignete sich am alten Grenzübergang auf einer Landstraße, der wegen der Flüchtlingskrise offiziell geschlossen wurde. Die Polizei verstärkte ihr Aufgebot, ein Polizeihelikopter kreiste über dem Ort des Geschehens.

Die Menge auf der serbischen Seite sei "aggressiv geworden" und habe Steine, Flaschen und Stöcke auf Polizisten auf der ungarischen Seite geworfen und ein Grenztor niedergerissen, teilte die ungarische Polizei mit.

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Flüchtlinge an Grenze zu Ungarn: Mit Gewalt

Bei den Zusammenstößen sind zahlreiche Menschen verletzt worden. Die ungarischen Behörden zählen 20 verletzte Polizisten. Zwei Kinder seien verletzt worden, nachdem sie über die Grenzabsperrung geworfen worden seien.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf Augenzeugen, dass an der Grenze zu Serbien ungarische Militärjeeps vorfahren, auf denen Waffen installiert sind.

Die ungarischen Behörden hatten die Grenze zu Serbien in der Nacht zum Dienstag mit einem Zaun vollständig geschlossen. Am Dienstag trat überdies eine Verschärfung der Einwanderungsgesetze in Kraft, wonach unerlaubter Grenzübertritt mit drei Jahren Haft bestraft wird - ein irakischer Flüchtling wurde deshalb bereits am Mittwoch verurteilt.

Nach eigenen Angaben wurde die serbische Regierung von Ungarn informiert, dass der Grenzübergang Röszke-Horgos für die nächsten 30 Tage geschlossen bleiben soll. Außerdem hat Ungarns Außenminister Péter Szijjártó Serbien laut einem Fernsehbericht dazu aufgefordert, etwas gegen Flüchtlinge zu unternehmen, die ungarische Polizisten an der Grenze attackiert haben sollen.

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anr/AFP/dpa/Reuters



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insgesamt 615 Beiträge
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Seite 1
wo_ist_all_das_material? 16.09.2015
1.
Das erinnert ja an den Ersten Mai in Berlin oder Demonstrationen zu den meisten Themen in D. Die eine Seite wirft Steine, die andere setzt Kampfgas und Wasserwerfer ein. Schön zu erfahren, daß die ungarische Polizei eine Strategie der Deeskalation "fährt" und dabei rechtsstaatlich vorgeht!
UhlmannX 16.09.2015
2.
Dieses böse Ungarn verteidigt seine eigenen Landesgrenzen und Interessen - in Deutschland unvorstellbar, hier ist jeder ein Nazi, der fragt, was mit den vielen Flüchtlingen geschehen soll, wie das alles finanziert wird und ob der gesellschaftliche Friede auf dem Spiel steht.
Freidenker10 16.09.2015
3.
Wahnsinn! Vor 4 Wochen nichts und von jetzt auf gleich, solche Bilder! Ich persönlich bin total zwiegespalten was den Flüchtlingsstrom anbelangt. Zum einen denke ich, dass Deutschland vollkommen überfordert ist mit einem Anstrom biblischen ausmaßes und auch vor einer Überfemdung im Land graut es mir, aber auf der anderen Seite sehe ich die Familien, die kleinen Kinder und denke dass man denen einfach helfen muss! Eines ist aber sicher, unsere Politiker haben vollkommen versagt!
AnnaLena77 16.09.2015
4.
Ich bin sehr froh, dass Ungarn die Grenze mit allen Mittel schützt, wozu es ja auch nach EU-Regeln verpflichtet ist. Dafür meine Anerkennung. Merkel sollte schleunigst zurück treten und Neuwahlen ansetzen und vor allem endlich ihre Aussagen in aller Deutlichkeit korrigieren. Vor allem das wir niemanden aus dem Nahen Osten eingeladen haben, so wie in vielen Nahostmedien verbreitet wird!
nonanet 16.09.2015
5. Offenbarungseid der sogenannten
Es reicht, die Videoübertragungen von den Vorgängen an der Grenze von Röszke zu sehen, um zu wissen, wer und was auf Deutschland zukommen wird, dank des großartigen Versagens einer kurzsichtigen Frau und zweier wortgewandter "Urlaubsarbeiter" in Brüssel.
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