296 Millionen Euro Korruptionsverdacht bei Bau von ungarischer U-Bahn

Beim Bau einer neuen U-Bahn-Linie in Budapest wurden laut einem EU-Bericht 296 Millionen Euro an Bestechungsgeldern gezahlt. Auch der deutsche Siemens-Konzern wird erwähnt.

Station der U-Bahn-Linie 4 in Budapest
DPA

Station der U-Bahn-Linie 4 in Budapest


Die Investitionssumme lag bei 1,7 Milliarden Euro - im Zusammenhang mit dem Bau einer neuen Metrolinie in Budapest hat das EU-Amt für Betrugsbekämpfung (Olaf) in einem Bericht schwere Vorwürfe erhoben. Demnach sollen Ausgaben in Höhe von 296 Millionen Euro als Schmiergelder ausgegeben worden sein.

Der Olaf-Bericht erwähnt neben dem Transportunternehmen Alstom auch den deutschen Siemens-Konzern, der rund 1,4 Millionen Euro an Lobbyisten und an Sub-Unternehmer mit möglichem Interessenkonflikt bezahlt haben soll. Siemens war am Metro-Bau mit Stromversorgungssystemen im Wert von 100 Millionen Euro beteiligt. Die rechtskonservative Regierungspartei Fidesz von Premier Viktor Orbán kündigte einen Untersuchungsausschuss der Budapester Gemeindeversammlung an.

Pläne für eine neue Metrolinie in der ungarischen Hauptstadt gab es bereits in den Siebzigerjahren. Die neue Linie 4 mit einer Länge von 7,4 Kilometern, die den Südwesten der Stadt mit dem Osten verbindet, wurde ab 2006 erbaut - aus dem Kohäsionsfonds der EU stammten rund 600 Millionen Euro für das Projekt. 2014 eröffnete Orbán die Bahn.

Bereits während der Bauzeit gab es vielfach Verspätungen und Kostensteigerungen. Kritiker monierten zudem, dass die neue Bahn eine veraltete Route abfahre.

eth/dpa



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