Ungarns Regierungschef Orbán wegen Flugreisen in Luxusjet unter Druck

Viktor Orbán soll im Luxusjet eines befreundeten Geschäftsmannes zu Fußballspielen geflogen sein. Der Stabschef des ungarischen Ministerpräsidenten wies Korruptionsvorwürfe als "Verleumdung" zurück.

Viktor Orbán
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Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán steht wegen Flugreisen zu Fußballspielen im Luxusjet eines befreundeten Geschäftsmannes unter Druck. Das Enthüllungsportal Atlatszo.hu hatte berichtet, dass Orbán an Bord eines Privatflugzeugs zu einem Champions-League-Spiel seines ungarischen Lieblingsklubs MOL Vidi FC in Bulgarien und möglicherweise auch zur Fußballweltmeisterschaft in Russland geflogen sei.

Orbáns Stabschef Gergely Gulyas wies die Berichte und Korruptionsvorwürfe als "Verleumdung" zurück. Orbán habe schon immer an "für den ungarischen Sport wichtigen Veranstaltungen teilgenommen". Die fraglichen Fußballspiele habe Orbán aber privat besucht und nicht in seiner offiziellen Funktion als Ministerpräsident.

Der Luxusjet im Wert von 53 Millionen Euro ist nach Angaben des Enthüllungsportals in Österreich registriert. Der Besitzer sei unbekannt, die Maschine stehe aber meist auf dem Budapester Flughafen.

Orbáns Sprecher Bertalan Havasi bestätigte, dass der Premier ein regelmäßiger Gast des Klubbesitzers Istvan Garancsi sei, der einer der reichsten Männer Ungarns ist. Für die Flüge zu den Spielen des Vereins aus Orbáns Heimatort Szekesfehervar südwestlich von Budapest sei "kein einziger Forint" aus Steuergeldern bezahlt worden. Vorwürfe der Vetternwirtschaft wies die Regierung zurück.

Die Opposition kritisiert dagegen, dass Garancsi dank seiner Freundschaft mit Orbán an staatliche Aufträge in Millionenhöhe gekommen sei. Die Oppositionspartei Dialog kündigte eine Anzeige gegen den Ministerpräsidenten wegen Korruptionsverdachts an und forderte eine parlamentarische Untersuchung zu Orbáns Vermögenserklärung.

als/AFP



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