Schulden zurückbezahlt: Ungarn ist quitt mit dem IWF

Nach dem Rauswurf des Internationalen Währungsfonds aus Ungarn hat das Land seine Schulden komplett beglichen. Die Regierung aus Budapest lehnt die Sparauflagen des Fonds ab.

Notenbankchef Gyorgy Matolcsy: Ungarn hat das Geld nicht nötig! Zur Großansicht
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Notenbankchef Gyorgy Matolcsy: Ungarn hat das Geld nicht nötig!

Budapest - Letzter Akt im Streit zwischen Ungarn und dem Internationalen Währungsfonds (IWF): Das osteuropäische Land hat seine restlichen Schulden in Höhe von fast 721 Millionen Euro zurückbezahlt. Das teilte die ungarische Nationalbank mit.

Als Ungarn 2008 in den Sog der Finanzkrise geriet, waren der Fonds und die EU zur Rettung vor dem Staatsbankrott mit einem Hilfskredit über 20 Milliarden Euro eingesprungen. Doch seither hat Ungarn keinen neuen Kreditvertrag mit dem IWF.

Unter der 2010 gewählten Regierung von Viktor Orbán waren alle Verhandlungen mit dem IWF über neue Hilfen gescheitert, zuletzt Anfang des Jahres, weil Ungarn die Sparauflagen des IWF ablehnte.

Notenbankchef György Matolcsy erklärte, man habe das Geld des Fonds nicht nötig. Der Regierung sei es gelungen, das Haushaltsdefizit unter drei Prozent zu drücken und die Staatsverschuldung zu senken.

Die ungarische Wirtschaft ist im vergangenen Jahr um 1,7 Prozent geschrumpft. Für 2013 erwartet die EU-Kommission ein kleines Wachstum.

mon/dpa

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1. War den IWF jemals erfolgreich?
thechosenfew 07.08.2013
Endlich mal ein europäisches Beispiel für die Ablehnung des IWF und ihren dunklen Machenschaften. Schaut euch auch das Beispiel Ecuador an. Ich habe mich im Rahmen der Asylanträge mit dem Land und ihrer erfolgreich überwundenden Wirtschaftskrise befasst. Hier wurden auch die IWF-Verträge nicht verlängert und deren Beauftragte sogar ausgewiesen... Und siehe da, die Wirtschaft ist gesund und es gibt nun eine Mittelschicht. Diese war in den Jahren der Unterjochung noch undenkbar gewesen. Plötzlich ist das kleine Land reich an Öl und regional Wirtschaftstark. Wieso funktionierte es denn während der ach so nötigen IWF-Reformen nicht? Der damalige Finanzminister ist aufgrund dieser ''Reformen'' sogar zurückgetreten, weil er es nicht einsah 80 Prozent der staatlichen Einnahmen an das IWF bzw. den Gläubigern zu zahlen, während der größte Teil der Bevölkerung in miserabler Armut lebt. Anschließend stellte sich sogar heraus das die Schulden illegitim waren und somit illegal... Wann fällt es auch endlich den Rest Europas auf. Überall wo der IWF REGIERT geht das jeweilige Land früher oder später daran kaputt! Tja ist halt alternativlos...
2. Was Matolcsy nicht sagt
lunamea 07.08.2013
Zitat von sysopNach dem Rauswurf des Internationalen Währungsfonds aus Ungarn hat das Land seine Schulden komplett beglichen. Die Regierung aus Budapest lehnt die Sparauflagen des Fonds ab. Ungarn zahlt IWF-Schulden zurück und lehnt Sparauflagen ab - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/ungarn-zahlt-iwf-schulden-zurueck-und-lehnt-sparauflagen-ab-a-915380.html)
Blöd nur, dass Matolcsy nicht erwähnt, dass diese angebliche Schuldentilgung auf äußerst wackligen Beinen steht: Nämlich neue Schulden auf dem Markt. Jeder in Schwierigkeiten geratene Bausparer weiß, dass man eine Umschuldung nie zu schlechteren Konditionen macht als man sie ohnehin schon hat - aber das scheint sowohl Herrn Varga als auch Herrn Matolcsy entgangen zu sein. "Ungarn leistet mehr" (Magyarország jobban teljesít) ist die momentane Kampagne der Regierung. Wenn neue Schulden zu schlechteren Konditionen besser sind, bedeutet Krieg dann auch demnächst Frieden...?
3. IWF hin oder her
lexbarker 07.08.2013
aber für die ungarische Bevölkerung macht es keinen Unterschied, wer ihnen das Geld aus der Tasche zieht. Rekordarbeitslosigkeit, die nur durch trickreiche Manipulation der Statistik nicht allzu hoch ausfällt, massiv sinkende Durchschnittseinkommen der "unteren" 2/3 der Bevölkerung. Verarmung weiter Teile der Bevölkerung, stark steigender Zulauf zu Suppenküchen. Das Abwälzen der "Schuld" für Probleme auf die "üblichen" Gruppen wie Sinti und Romas, Juden, Rumänen etc. Stark fallende Investitionen aus dem Ausland als Resultat einer investitionsfeindlichen Politik, Kumpanei, Bestechung etc. Die Wirtschaftszahlen, bzw. die Aussichten der nächsten Jahren dürfen in weiten Teilen angezweifelt werden, die Griechen waren kaum einfallsreicher!!! Ungarn ist wirtschaftlich tief gefallen und ob es dort ohne Hilfe wieder herauskommt, darf bezweifelt werden. Von innenpolitischen Themen ganz zu schweigen. Aber halt, "fortschrittlich demokratische" Staaten wie der Iran stehen bereit, Hilfe zu leisten. Welche Aussichten ...
4. erst angefixt
dasbio-feedback 07.08.2013
...und dann lehnt der Kunde trotzdem den nächsten Schuß ab -Respekt! Da erklärt sich einem auch direkt das übertriebe rechtskonservative Schurkenstaatgequatsche der westlichen Medien. Die Krake des internationalen IWF hat wohl lediglich seine verbale "provocateur agency" Meinungsbildung betreiben lassen. Whistleblower und Nationalstaatlichkeit, vielleicht bröckeln die Macht der internationalen Kartelle ja bald...
5.
fgerards 07.08.2013
Endlich hat jemand den Mut angebotspolitische und erwiesenermassen falsche Rezepte abzulehnen. Man sehe nur nach China - mit an der Produktivität orientierten Reallohnsteigerungen fährt das Land einen stabilen Wachstumskurs. Die neoliberale Ideologie versagt hier komplett...
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