Anfrage der Uno Deutschland soll mehr syrische Flüchtlinge aufnehmen

Mehr als eine Million Syrer sind vor dem Bürgerkrieg aus ihrem Land geflohen. Ein kleiner Teil von ihnen könnte schon bald in Deutschland unterkommen. Die Uno verhandelt laut der Nachrichtenagentur Reuters mit der Bundesrepublik über die Aufnahme weiterer Flüchtlinge. Das Innenministerium dementiert.

Syrische Kriegsflüchtlinge: UNHCR verhandelt mit Berlin
REUTERS

Syrische Kriegsflüchtlinge: UNHCR verhandelt mit Berlin


Berlin/Damaskus - Seit mehr als zwei Jahren tobt der Bürgerkrieg in Syrien. Zehntausende Menschen wurden in den Gefechten zwischen Rebellen und den Regierungstruppen getötet, rund 1,6 Millionen sind auf der Flucht. Wenn es nach den Vereinten Nationen geht, könnten einige von ihnen in Deutschland zumindest vorübergehend eine neue Heimat bekommen. Eine entsprechende Anfrage des Uno-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) an Berlin bestätigte UNHCR-Sprecher Adrian Edwards am Dienstag.

Er nannte nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters die Zahl von bis zu 5.000 Flüchtlingen. Ein Sprecher des Innenministeriums zeigte sich von der Ankündigung überrascht. Deutschland habe bereits Ende März die Aufnahme von 5.000 Flüchtlinge in Aussicht gestellt. Von einer Ausweitung sei des Kontingents sei nichts bekannt.

"Priorität haben derzeit noch Zufluchtsstätten in der Region", so Edwards mit Blick auf die syrischen Nachbarn Türkei, Libanon, Jordanien und Irak. Dort ist bisher ein Großteil der Flüchtlinge untergekommen. "Aber auch Länder außerhalb der Region müssen ihre Solidarität beweisen."

Ende Juni sollen in Genf entsprechende Gespräche mit den Landesregierungen geführt werden. Für die Umsiedlung nach Europa kämen aber nur besonders heikle Fälle in Frage.

Auch mit anderen europäischen Regierungen liefen bereits Gespräche über entsprechende Hilfsangebote an die syrischen Flüchtlinge. Das UNHCR geht davon aus, dass die Zahl der Vertriebenen bis Ende 2013 bei mehr als drei Millionen liegen könnte.

Anmerkung: In einer früheren Version des Artikels hieß es unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Reuters, Deutschland könnte bis zu 10.000 Flüchtlinge aufnehmen. Wie das Innenministerium mitteilt, kann diese Zahl jedoch nicht bestätigt werden. Wir haben die entsprechenden Textstellen angepasst.

jok/Reuters

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insgesamt 57 Beiträge
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pedites 11.06.2013
1. Und was ist mit den BW-Helfern in Astan?
Die dürfen nach dem Abzug 2014 um ihr Leben bangen?
humpalumpa 11.06.2013
2. Richtig so!
Ich finde, es war allerhöchste Zeit! Wir können nicht eingreifen, also ist unser einziges Mittel, der Zivilbevölkerung zu helfen, sie ausserhalb ihres Landes aufzunehmen. Ich bin wirklich froh, zu lesen, dass wir endlich mal denjenigen helfen, die die Hilfe auch ernsthaft benötigen und nicht nur sämtlichen Armutsflüchtlingen Europas! Was in Syrien abgeht ist mittlerweile einfach nur noch Genozid und ich hoffe inständig, dass wenigstens diese 10.000 Menschen dann hier endlich zur Ruhe kommen können.
mehdihusseini 11.06.2013
3. Nein!
Dafür das Frau Merkel, Westerwelle und die ganze Bundesregierung Terroristen bzw. Salafisten während des "Aufstands" in Syrien unterstützt haben, sollen wir Steuerzahler jetzt zahlen? NEIN! Wir können nichts dafür das man sich auf die falsche Seite geschlagen hat! Außerdem wer garantiert uns, das keine Salafisten unter den Flüchtlingen sind? Sicherheit bedeutet was anderes. Da werde ich zum Wutbürger!
isewolf 11.06.2013
4. Es reicht
Es sollte erstmal die Armut und die desolate Infrastruktur in Deutschland bekmpft werden, eh weiter Bedürftige/Flüchtlinge ins Land geholt/gelassen werden.
mehrgedanken 11.06.2013
5. J a !
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINEMehr als eine Million Syrer sind vor dem Bürgerkrieg aus ihrem Land geflohen. Ein kleiner Teil von ihnen könnte schon bald in Deutschland unterkommen. Die Vereinten Nationen verhandeln mit der Bundesrepublik über die Aufnahme von rund 10.000 Flüchtlingen. UNHCR bittet Deutschland um Aufnahme von 10.000 Syrien-Flüchtlingen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/unhcr-bittet-deutschland-um-aufnahme-von-10-000-syrien-fluechtlingen-a-905079.html)
definitiv JA! es geht um Menschen in Not, Deutschland sollte zumindest so Farbe bekennen.
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