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Trauriger Rekord: Mehr als 60 Millionen Menschen auf der Flucht

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AP/dpa

Es ist ein Tiefpunkt in der Geschichte der Vereinten Nationen: Noch nie zuvor mussten so viele Menschen aus ihrer Heimat fliehen - und vielen droht ein langes Leben im Exil.

Weltweit sind erstmals seit Gründung der Uno vor 70 Jahren über 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Davon geht die Uno-Flüchtlingsbehörde (UNHCR) in einem am Freitag veröffentlichten Bericht aus.

"2015 wird wahrscheinlich alle bisherigen Rekorde übertreffen", warnte UNHCR. "In einem globalen Kontext bedeutet dies, dass ein Mensch von 122 gezwungen wurde, sein Haus zu verlassen", heißt es in dem Bericht.

"Noch nie war der Bedarf an Toleranz, Mitgefühl und Solidarität größer mit Menschen, die alles verloren haben", sagte Uno-Flüchtlingskommissar António Guterres. Die Entwicklungen berührten das Leben von Millionen von Menschen - "sowohl diejenigen, die gezwungen sind zu fliehen, als auch diejenigen, die ihnen Unterkunft und Schutz bieten", sagte Guterres.

Grund für die neue Rekordzahl seien vor allem der Krieg in Syrien sowie andere anhaltende Konflikte. Noch nie in den vergangenen 30 Jahren sei die Chance eines Flüchtlings geringer gewesen, wieder in die Heimat zurückkehren zu können. Viele Menschen würden "feststecken im Exil", warnt der Bericht.

Den UNHCR-Zahlen zufolge kommen bei Weitem die meisten Flüchtlinge aus Syrien, gefolgt von Afghanistan, Somalia, Südsudan, Sudan, der Demokratischen Republik Kongo, der Zentralafrikanischen Republik, Burma, Eritrea und dem Irak.

Der Bericht beinhaltet lediglich Zahlen für das erste Halbjahr 2015. Der rasante Anstieg von Asylanfragen in Europa in der zweiten Jahreshälfte ist darin noch nicht berücksichtigt.

Weltweit betrachtet, ist die Türkei das wichtigste Aufnahmeland: Bis Mitte 2015 lebten dort 1,84 Millionen Flüchtlinge. Auf den Plätzen zwei bis zehn folgen Pakistan, der Libanon, Iran, Äthiopien, Jordanien, Kenia, Uganda, Tschad und Sudan. Auf die Einwohnerzahl betrachtet ist der Libanon das wichtigste Aufnahmeland. Dort kommen auf 1000 Einwohner 209 Flüchtlinge.

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