Historische Geste Obama und Irans Außenminister geben sich die Hand

Seit 1979 unterhalten Iran und die USA keine diplomatischen Beziehungen: Jetzt meldet Teheran, US-Präsident Barack Obama habe Außenminister Mohammed Dschawad Sarif die Hand gegeben - zufällig.

Irans Außenminister Sarif: Situation nicht geplant
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Irans Außenminister Sarif: Situation nicht geplant


Das hat es seit über 36 Jahren nicht mehr gegeben: Ein US-Präsident und ein führender iranischer Politiker schütteln die Hände. Barack Obama und Außenminister Mohammed Dschawad Sarif haben mit der historischen Geste am Rande der Uno-Vollversammlung in New York für Aufsehen gesorgt. Laut iranischen Medien bestätigte Teheran, dass Sarif Obama die Hand gegeben und auch kurz mit ihm gesprochen habe. Aus dem iranischen Außenministerium hieß es, die Situation sei nicht geplant gewesen.

Iran und die USA haben seit der islamischen Revolution von 1979 keine diplomatischen Beziehungen. Nach dem Amtsantritt von Präsident Hassan Rohani vor zwei Jahren kam es aber zu direkten Atomverhandlungen zwischen Sarif und seinem US-Amtskollegen John Kerry. Nach dem Atomabkommen von Mitte Juli hat Rohani eine Wiederaufnahme der Beziehungen nicht ausgeschlossen. Obama die Hand geben wollte er beim Uno-Gipfel aber vorerst nicht.

Dazu wird es bei dieser Vollversammlung auch nicht mehr kommen. Wegen der Tragödie in Mekka, die auch zum Tod von mehr als 220 iranischen Pilgern führte, beendete Rohani seinen Aufenthalt in New York früher als geplant. Er sei bereits auf dem Weg zurück nach Teheran, wo am Mittwoch die ersten Leichen aus Saudi-Arabien eintreffen sollen, hieß es. Bei einer Massenpanik während der muslimischen Wallfahrt in Mekka waren am Donnerstag insgesamt mehr als 700 Menschen ums Leben gekommen.

kev/dpa/Reuters



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