Damaskus/Moskau/Peking - Während die internationale Staatengemeinschaft nach dem Blutbad von Hula über einen möglichen Militäreinsatz gegen das Regime von Diktator Baschar al-Assad streitet, melden syrische Aktivisten bereits ein weiteres Massaker.
Sie veröffentlichten ein Video, das angeblich aus der Provinz Deir al-Sor im Osten Syriens stammt und die Leichen von 13 Männern zeigt. Ihre Hände waren hinter dem Rücken zusammengebunden, alle 13 Männer wurden demnach aus nächster Nähe erschossen.
Der Leiter der Uno-Mission, Generalmajor Robert Mood, bestätigte, dass 13 Leichen im Osten des Landes gefunden worden seien. Die Menschen seien aus nächster Nähe ermordet, die Hände auf den Rücken gefesselt worden. "General Mood ist sehr beunruhigt von dieser abscheulichen und unentschuldbaren Tat", hieß es in einer Erklärung, aus der die Nachrichtenagentur Reuters zitierte. Die Beobachtermission rief nochmals auf, die Gewalt zu beenden.
In Berichten aus Oppositionskreisen hieß es, bei den Toten handele es sich um Deserteure in Zivil, die von Regierungstruppen erschossen worden seien. In anderen Berichten wurde behauptet, die Mordopfer seien Arbeiter der Ölgesellschaft al-Furat. Sie seien von Regierungstruppen getötet worden, weil sie sich einem Proteststreik gegen das Massaker in Hula am Freitag vergangener Woche angeschlossen hätten.
Die regimetreue syrische Tageszeitung "al-Watan" berichtete dagegen, am vergangenen Samstag seien in Deir al-Sor 39 Arbeiter und Ingenieure der Ölgesellschaft verschleppt worden. Am Montag hätten die gleichen Entführer dann noch einen weiteren Arbeiter in ihre Gewalt gebracht. Ihnen gehe es vermutlich um Lösegeld. Über einen Vermittler seien Verhandlungen über die Freilassung der Entführten im Gange.
Der Vorsitzende der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter, Rami Abdurrahman, forderte eine sofortige Untersuchung: "Wir wissen nicht, wer diese Männer getötet hat, und wir haben keine Hinweise darauf, dass sie Arbeiter sind. Wir fordern eine umgehende Untersuchung."
Wegen des Massakers in Hula hat der Uno-Menschenrechtsrat eine Sondersitzung einberufen. Sie wird auf Antrag der Türkei und Katars sowie der USA und der Europäischen Union am Freitag in Genf stattfinden.
Russland und China haben unterdessen erneut eine militärische Intervention in Syrien abgelehnt. Peking halte nichts davon, ausländische Regierungen durch Gewalt abzusetzen, erklärte ein Sprecher des chinesischen Außenamts am Mittwoch. Russlands Vize-Außenminister Gennadi Gatilow sagte laut Nachrichtenagentur Interfax, zum jetzigen Zeitpunkt seien Überlegungen über ein Eingreifen der Uno verfrüht.
Beide Staaten reagierten damit auf Äußerungen des französischen Präsidenten Hollande, der eine vom Sicherheitsrat gedeckte Intervention in dem Nahost-Land nicht ausgeschlossen hatte. China, Russland und Frankreich haben als ständige Mitglieder des Sicherheitsrats ein Vetorecht, mit dem sie Beschlüsse verhindern können.
als/heb/dpa/Reuters
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